George Russell teilt aus: Mercedes-Star kritisiert «egoistische Ansichten»
Eine Regeländerung soll den Fahrern das Leben beim Start erleichtern. Doch ein Team stellt sich quer, wie Melbourne-Sieger George Russell betont. Der Mercedes-Star ärgert sich über den Gegner.
George Russell nahm den ersten Grand Prix des Jahres im Albert Park von Melbourne als Polesetter in Angriff und kam nach 58 Runden auch als Erster ins Ziel. Allerdings musste er die Spitzenposition zurückerobern, denn nach der ersten Kurve lag er hinter dem stark gestarteten Ferrari von Charles Leclerc.
Der Brite erklärte in Shanghai, dass sein Tempo in der ersten Runde von einer Regel eingebremst wurde, die den Fahrern und Teams vorschreibt, wie viel Energie auf einer Runde gewonnen werden kann. Und weil seine Startposition nach der Messlinie lag, konnte er im ersten Umlauf nur eine begrenzte Menge an Energie zurückgewinnen.
«Das hat viele Teams kalt erwischt, und es ist eine sehr eigenartige Regel. In jeder Runde gibt es ein Limit für die zurückgewonnene Energie. Die Fahrer, die in der ersten Hälfte der Startaufstellung waren, befanden sich hinter der Messlinie, deshalb lagen sie bereits innerhalb dieser Runde. Wenn man also auf der Aufwärmrunde seine Energie verbraucht und wieder zurückgewinnt, dann wird das bereits dazugerechnet. Die Fahrer, die weiter hinten losfuhren, profitierten davon, dass ihr Limit nicht angebraucht war», berichtete der Sternfahrer.
George Russell: «Man kann sich vorstellen, welches Team dagegen war»
Bei den Übungsstarts hatte sich dieses Problem noch nicht ergeben, weil alle vor Messlinie losfuhren. «Beim GP-Start gab ich Gas, lud die Batterie auf, und verbrauchte damit etwa die Hälfte der erlaubten Energie-Rückgewinnung. Als ich die Hälfte der Runde hinter mich gebracht hatte, konnte ich die Batterie nicht mehr aufladen.»
Die FIA-Verantwortlichen wollten Abhilfe schaffen und die Regeln anpassen, doch ein Team stellte sich quer. Russell nannte keinen Namen, doch den stärksten Start legte zweifellos Leclerc hin. Und Russell erklärte spitz: «Wie man sich vorstellen kann, wollten einige Teams, die einen guten Start hatten, nichts ändern, was ich etwas albern finde.»
Die entsprechende Mehrheit, die zu einer Anpassung der Regeln erforderlich wäre, habe die FIA nicht gehabt, verriet Russell. «Man kann sich vorstellen, welches Team dagegen war, und ich glaube nicht, dass es das ist, was ihnen einen Vorteil gebracht hat. Die Teams kennen nun das Problem, und wir werden es umgehen, aber es ist unnötig kompliziert. Die FIA wollte uns das Leben einfach etwas erleichtern, aber wie so oft haben die Leute egoistische Ansichten, und wollen das tun, was für sie selbst am Besten ist. Das gehört zur Formel 1 und ist Teil der Herausforderung in diesem Sport. Wir werden das aber im Griff haben, ich bin mir sicher, dass die Starts hier viel besser ausfallen werden», fügte er an.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach