Mark Webber über Red Bull: «Fallbeil ist aufgestellt»

Von Gerhard Kuntschik
Formel 1
Mark Webber

Mark Webber

​Der Australier Mark Webber (39) sammelt derzeit viele Flugmeilen: Von Fuji ging es dieser Tage nach Graz – Promo-Arbeit für Porsche und Red Bull – dann nach Australien.

Nach dem dritten WEC-Sieg mit Porsche in Folge flog Mark Webber von Fuji (Japan) nach Graz, war zwei Tage für Porsche und Red Bull auf dem Red Bull Ring mit Promotionarbeit beschäftigt und flog weiter nach Australien, um beim heimischen MotoGP für eine TV-Anstalt zu analysieren. Der neunfache GP-Sieger ist weiter kritischer Beobachter der Formel 1. Und er macht sich Sorgen.

Die Probleme von Red Bull auf der Suche nach einem Motorenpartner kommentiert der WM-Dritte von 2010, 2011 und 2013 so: «Das Fallbeil ist schon aufgestellt, aber ich hoffe, es fällt nicht. Ich denke, Red Bull bleibt in der Formel 1. Vielleicht wird die Lösung für 2016 keine schöne sein, keine, die WM-Chancen eröffnet, aber beide Teams werden weitermachen können. Wer der Motorenpartner sein wird? Keine Ahnung. Das grösste Problem ist die Zeit, denn sie läuft gegen Red Bull. Ich kann mich gut in Dietrich Mateschitzs Lage versetzen: Nichts ist schlimmer als eine Situation nicht selbst kontrollieren zu können.»

Dass ihn die Formel 1 im derzeitigen Zustand nicht vom Hocker reisst, gibt er auch zu: «Ich war letzte Nacht in einem Hotel in Graz und sah mir ein Rennen von Senna aus der Perspektive der Bordkamera an. Warum mache ich das? Der heutigen Formel 1 sind Typen abhanden gekommen, sie ist zu technisiert. Sie kann die Fans nicht mehr begeistern. Das Publikum will Helden und Gladiatoren, aber die bietet die Formel 1 nicht mehr. Du kaufst dir ein Ticket für 500 Euro und siehst Lewis Hamilton aus der Kurve kommen. Dann kommt die GP2 und Mitch Evans fährt gleich schnell aus der Kurve wie Hamilton. Dafür will aber niemand 500 Euro zahlen.»

Auch mit dem komplizierten Regelwerk hat der neunfache GP-Sieger so seine Probleme: «In Abu Dhabi bin ich für die BBC im TV-Einsatz. Da muss ich mich wieder neu einlesen, damit ich die ganzen Strafen und das alles erklären kann. Wenn Leute wie ich, für die die Formel 1 jahrlang Mittelpunkt war, nicht mehr durchblicken, wie soll das dann Frau Müller von nebenan?»

Zu seinen Ex-Kollegen meint Webber: «Ob Fernando Alonso seinen Vertrag bei McLaren-Honda aussitzt, wird man Anfang nächste Saison sehen, wenn man erfährt, welches Auto für ihn aus der Box kommt. Die FIA sollte Honda unterstützen, damit die Japaner Anschluss finden. Nico Rosberg wird sich 2016 fangen und stark sein. Sebastian Vettel erwischte mit dem Wechsel zu Ferrari den perfekten Zeitpunkt. Die Wende verdankt Ferrari aber Technikchef James Allison und seinen Ingenieuren, und die wurde schon Mitte 2014 eingeleitet. Der neue Teamchef spielte dabei keine Rolle.»

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