Red Bull Racing: Honda als Notlösung, VW als Ziel?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Christian Horner

Christian Horner

​Die Gerüchte um Red Bull Racing und die Motoren – mittel- wie langfristig – reissen nicht ab: Teamchef Christian Horner deutet Gespräche mit dem VW-Konzern an.

Wie würde Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner die Motorensituation umschreiben? Ist eine Lösung mit Honda oder Renault nahe, oder würde er beide Optionen ausschliessen? Der Engländer gibt sich schmallippig: «Es gibt natürlich enormes Interesse daran, mit welchem Motor wir im nächsten Jahr fahren, und während wir hier sitzen, schiessen die Spekulationen ins Kraut. Aber zu diesem Moment ist noch überhaupt nichts beschlossen. Wir führen intensive Verhandlungen im Hintergrund, und ich hoffe sehr, dass wir zu einer Lösung kommen.»

Gemäss Radio Fahrerlager sieht die Lösung so aus: Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone habe (über den Kopf von McLaren hinaus) mit Honda vereinbart, Red Bull Racing für ein oder zwei Jahre lang mit Motoren zu versorgen. RBR soll dann einen anderen Partner erhalten. Die Rede ist, wieder einmal, vom Volkswagen-Konzern. Oder vom neuen Alternativ-Motor, den Bernie Ecclestone und Jean Todt anschieben wollen.

Bis es so weit ist, gibt es zahlreiche Hürden.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat klipp und klar gesagt: Entweder das Team erhält einen konkurrenzfähigen Motor oder das Formel-1-Engagement wird beendet. Und zwar mit beiden Rennställen (Red Bull Racing und Toro Rosso). Würde der erfolgreiche Unternehmer Honda-Aggregate akzeptieren?

Eine weitere Hürde: Seitens Honda ist immer betont worden, Priorität habe der Plan, zusammen mit McLaren ein siegfähiges Paket zu schnüren. Ein zweites Team, das komme erst später. Können und wollen die Japaner schon für 2016 mit einem zweiten Partner arbeiten?

Die dritte Hürde: Es ist davon die Rede, dass McLaren ein Vetorecht besitzt, was ein zweites Honda-Team angeht. Würde McLaren-Chef Ron Dennis Red Bull Racing als zweites Honda-Team akzeptieren?

Doch McLaren-Teamchef Eric Boullier sagt: «Es gibt kein Veto. Man fragt uns um unsere Meinung, aber wir können nichts blockieren.»

Die vierte Hürde: Wer sagt denn, dass der VW-Konzern Formel-1-Sport betreiben will? Der Konzern hat ein Engagement in der Königsklasse in den vergangenen Jahren immer und immer wieder dementiert.

Christian Horner in Texas: «Es gab Diskussionen mit der VW-Gruppe, aber vor dem Hintergrund ihrer heutigen Probleme ist die Formel 1 vermutlich ungefähr das Letzte, woran sie derzeit denken.»

Dann sagt Horner geheimnisvoll: «Es gibt andere Diskussionen, die ohne Zweifel bald klarer werden. Es gab auch Versprechungen, die gemacht wurden. Derzeit gibt es viele Vermutungen über unsere Situation.»

Im Fahrerlager von Austin macht auch die Runde: Horner suche nur nach einer Zwischenlösung, um ab 2017 mit dem neuen Alternativ-Motor anzutreten, den Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt ins Spiel bringen wollen.

Wieder andere glauben: Ist das nur ein Druckmittel, um die Autohersteller ein wenig gefügiger zu machen?

Zum sich anbahnenden Formel-1-Ausstieg von Red Bull sagt Horner: «Das ist für mich keine Option. Für mich steht im Vorderung, Lösungsvorschläge zu präsentieren. Ich arbeite sehr hart daran, dass dieses Team im kommenden Jahr am Start steht. Aber eines muss auch klar sein – das letzte Wort hat Dietrich Mateschitz.»

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