Maurizio Arrivabene (Ferrari) zu Vettel: «Es reicht!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Maurizio Arrivabene und Sebastian Vettel

Maurizio Arrivabene und Sebastian Vettel

​Zum ersten Mal seit Australien 2006 kein Ferrari im Ziel und kein Ferrari in der Wertung. Teamchef Maurizio Arrivabene lobt seinen Piloten Sebastian Vettel trotzdem.

Die Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko ist für Ferrari zu einem Desaster geworden: Kollision von Kimi Räikkönen mit Valtteri Bottas, Unfall von Sebastian Vettel, der kurz nach dem Start mit seinem früheren Red Bull Racing-Stallgefährten Daniel Ricciardo aneinander geraten war und überdies einen Dreher zeigte.

Hätten Sie gewusst, wann Vettel letztmals durch einen Unfall aus einem Formel-1-WM-Lauf ausgeschieden ist? Es war in Istanbul 2010 – durch den aufsehenerregenden Crash mit seinem Red Bull Racing-Teamkollegen Mark Webber.

Gleich nach dem verpatzten Rennen hat Sebastian Vettel die ganze Schuld auf sich genommen. Zunächst hatte er in Frage gestellt, ob Ricciardo nicht mindestens eine Teilschuld gegeben werden müsse, aber nach dem Studium der Videoaufnahmen war für den vierfachen Formel-1-Champion klar: ein Rennzwischenfall, keine Strafe notwendig. «Keiner von uns wollte diesen Zusammenstoss, es ist halt einfach passiert. Vielleicht wollte ich in diesem Rennen einfach zu viel.»

Teamchef Maurizio Arrivabene sagt über seinen Fahrer: «Er hat nach dem Rennen nicht damit aufgehört, sich selber zu beschuldigen. Er hat sich wirklich schwer belastet. An einem gewissen Punkte habe ich dann gesagt. „Es reicht jetzt, Seb, du brauchst wirklich nicht zu übertreiben. Wir sind ein Team, beim Sieg wie in der Niederlage, so ist unser Mannschaftsgeist, und nun blicken wir vorwärts. Lass dein Ziel nicht aus den Augen, und dein Ziel heisst Nico Rosberg.“ An diesem Punkt ist ein Lächeln in sein Gesicht zurückgekommen und auch dieses kampflustige Glitzern in den Augen.»

Die Aufgabe für den Heppenheimer ist nicht einfach: Er muss in Interlagos (Brasilien) und auf der Insel Yas (Abu Dhabi) 21 Punkte auf Rosberg aufholen. Es steht 272:251 für den Mercedes-Fahrer.

Maurizio Arrivabene findet, der Tiefschlag von Mexiko schmerze zwar, komme aber als Lektion der Demut zur richtigen Zeit: «Wir haben in diesem Jahr mit einem Finger den Himmel berühren dürfen, und dafür bin ich dankbar. Aber in diesem Rennen sind wir auf den harten Boden der Tatsachen zurückgefallen. Das ist gut so. Denn wir haben eine harte Prüfung vor uns. Alle erwarten von Ferrari 2016 Grosses, und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass weitere schwierige Tage auf uns zukommen. Mexiko bringt uns aber keinen Zentimeter von unserem Ziel ab – wir wollen mit Vettel noch WM-Rang 2 holen, und Kimi Räikkönen soll Bottas den vierten Platz abknöpfen.»

Die Aufgabe des Finnen scheint einfach zu sein als jene von Vettel: Kimi liegt mit 123:126 Punkten nur um drei Zähler hinter seinem Landsmann.

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