Lewis Hamilton über Alarm von Toto Wolff (Mercedes)

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kurz nach dem Start in Austin: Hamilton (links) presst sich an Rosberg vorbei

Kurz nach dem Start in Austin: Hamilton (links) presst sich an Rosberg vorbei

​Teamchef Toto Wolff sagte, dass Mercedes eine Änderung des Fahreraufgebots in Erwägung ziehen könnte, wenn die Spannungen zwischen Hamilton und Rosberg anhalten. Wie reagiert der Weltmeister?

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist unglücklich mit einigen Vorkommnissen in diesem Jahr. «Da ist hinter verschlossenen Türen eine Menge vorgefallen. Die schwierige Beziehung zwischen unseren Fahrern ist eine unserer Schwächen, und das ist nicht gut. Um genau zu sein, würde ich sagen: Unsere grösste Schwäche ist die Dynamik in der Wechselwirkung zwischen den Piloten – und manchmal auch zwischen den Piloten und dem Team.»

Der Wiener hat angedeutet: Wenn das nicht besser wird, dann könnte es eine Änderung im Fahreraufgebot der Silbernen geben. Zur Erinnerung: Nico Rosbergs Vertrag läuft Ende 2016 aus, Lewis Hamilton hat in diesem Jahr bis Ende 2018 verlängert.

Es hat nicht lange gedauert, bis Lewis Hamilton auf die Aussagen von Toto Wolff reagiert. Bei einem Auftritt für BBC Radio 1 sagt er heute Donnerstagmorgen: «Das Problem ist – wir haben zwei Meisterschaften, im Fussball etwa gibt es nur eine. Da gibt es zum einen die Markenwertung, und wir werden bezahlt, um die zu gewinnen. Aber jeder von uns will natürlich auch den Fahrertitel. Das macht es schwierig.»

«Aber aus diesen Spannungen wird immer viel mehr gemacht als in Wirklichkeit vorhanden ist. Wir hatten so viele Doppelsiege, da kann ich nicht feststellen, dass unsere Beziehung für das Team von Nachteil ist. Es ist ja nicht so, dass er abgelenkt wurde und deshalb weiter hinten das Rennen beendete oder umgekehrt. Wir haben beide grossartige Arbeit geleistet. Wir werden keine besten Freunde mehr, aber wir bringen das alles irgendwie zum Funktionieren. Ja, es gibt Spannungen, aber das ist doch in jedem Sport so.»

Etwas weniger versöhnlich klingt Hamilton bei Aussagen, die er für einen Formel-1-Rückblick aufzeichnen liess, der am 12. Dezember in England ausgestrahlt wird. Mein Kollege Andrew Benson von der BBC hat erste Auszüge davon veröffentlicht, und da schlägt Hamilton andere Töne an.

«Du gehst nicht da raus und sagst deinem Gegner: „Hier, hab’ ein wenig mehr Platz.“ Wenn ich fahre, dann geht es ums Eingemachte. Ich fahre nicht, um neue Freunde zu gewinnen. Ich fahre nicht, um nachher dem anderen auf die Schultern zu klopfen und zu sagen: „Hey, was für ein hübsches Rennen, alter Freund, das war wirklich nett von dir, dass du mich hast gewinnen lassen.“ Du siehst eine Gelegenheit, und du ergreifst sie. Das heisst nicht, dass du jemandem absichtlich ins Auto fährst oder dass du mogelst, aber du musst schon wild entschlossen sein, stark und hart, so sehr am Limit, wie es eben geht. Und du kannst jeden Weltmeister fragen – wenn du an der Aussenseite liegst, dann musst du eben vom Gas.»

Hamilton spielt dabei auf die Situationen in Japan und Texas an, als er sich beide Male geschickt an die Innenseite von Rosberg platzierte, in Suzuka ging Nico vom Gas, um eine Kollision zu verhindern, in Austin kam es zur Berührung. Rosberg schäumte.

Viele im Fahrerlager glauben: Die Wut im Bauch wegen der Szenen nach dem Start in Austin, das war der Auslöser zu den drei Siegen von Rosberg in Mexiko, Brasilien und Abu Dhabi.

Aber Hamilton sagt gegenüber der BBC auch: «Er beklagt sich über vieles. Das musst du halt über dich ergehen lassen, er ist einfach so. Ich schätze, das liegt an der unterschiedlichen Vergangenheit.»

Hamilton deutet nicht zum ersten Mal an, er stamme halt aus einfachen Verhältnissen und habe ich alles erkämpfen müssen. Das erzeuge einen ganz anderen Hunger als wenn ein Mensch gewissermassen mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sei. Eine ähnliche Bemerkung gab es im Rahmen des Monaco-GP 2014. Rosberg fand das nicht besonders spassig.

Lewis über die Vorkommnisse in den USA weiter: «Ich glaube an Karma. Als er in Texas wieder führte, dachte ich – gut, er liegt wieder vorne, da wird er sich nicht beklagen können. Später habe ich ihn dann geschnappt, und natürlich fand er wieder etwas, um zu lamentieren.»

Rosberg lag tatsächlich im weiteren Verlauf des USA-GP an der Spitze, wurde dann aber von einer Windbö ausgehebelt, Lewis schlüpfte vorbei und gewann Rennen sowie den dritten WM-Titel.

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