Klien: «Primäres Ziel ist Formel 1-Cockpit!»

Von André Zengler
Formel 1
Christian Klien will 2010 den Funk aus dem Auto hören.

Christian Klien will 2010 den Funk aus dem Auto hören.

Der Österreicher im Interview über seine Chancen auf einen Formel 1-Stammplatz und Langstreckeneinsätze bei Peugeot.

Im Formel 1-Fahrerfeld für 2010 sind noch viele vakante Plätze. Momentan sind noch 14 Cockpits zu vergeben. Auf dem Markt sind aber nur sieben Piloten der Saison 2009. Wie groß ist die Chance, dass wir Sie wieder als Formel 1-Einsatzfahrer im kommenden Jahr sehen?

Die Ausgangssituation für die Formel 1 Fahrerplätze ist in diesem Winter einzigartig und noch nie dagewesen. Die Formel 1 ist im Umbau begriffen. Bestehende Teams beenden ihr Engagement, neue stoßen dazu. Erstmals wird in der Zwischensaison November bis inkl. Januar nicht getestet. Daher werden die Einsatzfahrer nicht vor Februar 2010 die Autos testen können. Daraus folgt wiederum, dass die Fahrerentscheidungen nicht so unter einem Zeitdruck stehen wie in der Vergangenheit. Ich sehe für 2010 nach wie vor eine realistische Chance, wieder in der Formel 1 Rennen zu fahren.

Die besten Chancen haben Sie wohl beim BMW Sauber-Nachfolgerteam Sauber-Qadbak, sofern die FIA diesem Team endlich den 13. Startplatz offiziell zuerkannt. Laut BMW-Vertrag wären Sie 2010 vom Test- zum Stammfahrer aufgestiegen. Wie funktioniert das jetzt rechtlich, nachdem BMW «Servus» gesagt hat?

Wenn sich das BMW Sauber F1 Team auch 2010 in der Formel 1 eingeschrieben hätte, wäre ich aller Voraussicht nach als deren Fahrer im Renncockpit gewesen. Das Nachfolgeteam hat derzeit bekanntlich noch keinen verbindlichen Startplatz für die Saison 2010. Das gesamte Team in Hinwil arbeitet allerdings mit vollem Einsatz an der Produktion für den nächstjährigen Einsatzwagen. Klar ist allerdings auch, dass wichtige Entscheidungen, wie z.B. Teamsponsoren und Fahrerbesetzung, erst nach erfolgter verbindlicher Startzusage entschieden bzw. bekannt gegeben werden können. Ich schätze, dass eine realistische Chance besteht, dass das traditionelle Sauber-Team aus Hinwil 2010 in Bahrain in der Startaufstellung steht.

Peter Sauber hält einiges von Ihnen. Wie intensiv ist derzeit der Kontakt mit ihm?

 
Ich denke ich habe mich im Team in Hinwil sehr gut integriert und etabliert. Ich bin im Wochenrhythmus beim Team in Hinwil, um mit den Ingenieuren die Fahrzeug-Entwicklung zu verfolgen. In meinen Gesprächen mit Peter Sauber merke ich, wie sehr er sich persönlich für den Fortbestand seines Teams einsetzt. Seine Leidenschaft für den GP-Rennsport ist extrem ausgeprägt und für die Mitarbeiter sehr motivierend.

Sie sollen auch mit den neuen Teams Manor-Racing und USF1 in Kontakt stehen. Oder verhandeln Sie gar auch mit Lotus, wo Sie ja den Konstrukteur und Teilhaber Mike Gascoyne aus Spyker-Zeiten gut kennen?

Schon während der Saison wurde ich von den neuen F1-Teams betreffend Fahrerposition für 2010 kontaktiert. Sie sind natürlich an Fahrern mit entsprechender F1 Erfahrung interessiert, um die Fahrzeugentwicklung rascher voran treiben zu können. Ich konnte mich zwischenzeitlich sehr konkret über die Fortschritte der einzelnen Teams informieren. Auch habe ich mich beim Motorenlieferanten Cosworth sehr genau über deren Fortschritte informiert. Obwohl alle der neuen F1-Teams sicher eine harte erste Saison erleben werden ist doch bei einigen Teams eine mittelfristig erfolgversprechende Perspektive vorhanden.

Verhandeln Sie überhaupt noch mit Peugeot, gibt es 2010 einen dritten Le Mans-Einsatz?

Die Entscheidung ob Peugeot und wenn ja mit wie vielen Autos 2010 in Le Mans fahren wird, ist noch nicht definitiv getroffen. Ich konzentriere mich im Moment ganz auf meine Möglichkeiten für die F1. Daher kann ich zum derzeitigen Moment keine Zusagen an Peugeot für einen Einsatz in Le Mans 2010 machen, da es am 13.Juni 2010 eine Terminkollision mit dem Kanada-Grand Prix gibt.

In der ersten Saisonhälfte haben Sie heuer für Peugeot noch drei Rennen bestritten (Fünfter in Sebring, Sieger in Spa, Sechster in Le Mans). Die zweite Jahreshälfte war für Sie rennenlos. Wie groß ist Ihre Sehnsucht nach Renneinsätzen?

Die Renneinsätze mit dem Peugeot Werksteam, parallel zu meinen Testeinsätzen beim BMW Sauber F1 Team, waren fantastisch. Obwohl wir in Le Mans durch eine unverschuldete Kollision meines Teamkollegen keine Chance auf den Gesamtsieg mehr hatten, konnten wir doch 2009 das 1000km Rennen von Spa gewinnen. Bei gesamt fünf Renneinsätzen, wo ich ca. 5.000 Rennkilometer zurücklegte, konnte ich 3 Podestplätze erringen: Rennsieg in Spa/BEL, Platz 2 beim Petit Le Mans/USA und Rang 3 bei den 24h Le von Mans 2008. Primär ist mein Ziel aber, beim Formel 1-Auftakt in Bahrain im Renncockpit auf der Startaufstellung zu stehen.
 
 
Quelle: groeblsport

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