Jenson Button hofft: McLaren-Honda wie Ferrari

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel in Abu Dhabi vor Jenson Button

Sebastian Vettel in Abu Dhabi vor Jenson Button

​Ferrari hat sich aus der sieglosen Saison 2014 zur Nummer 2 hinter Weltmeister Mercedes aufgerappelt. Kann McLaren-Honda eine vergleichbare Renaissance gelingen?

Nicht alle haben McLaren-Honda abgeschrieben. Auch wenn der neunte Schlussrang 2015 miserabel ist. Gemäss des früheren Ferrari- und McLaren-Piloten Stefan Johansson wird McLaren-Honda im kommenden Jahr «einen grossen Sprung nach vorne machen. Die Ressourcen von McLaren und Honda sollten es dem Team erlauben, einige Gegner zu überholen. Sie werden 2016 regelmässig punkten, aber die Luft nach oben wird zusehens dünner. Es wird also nicht einfach, wieder auf die Siegerstrasse zurückzukehren.»

McLaren und Honda hatten viel versprochen und haben wenig gehalten. Anfangs der Saison 2015 hatte es geheissen: Wir wissen, dass wir zu Beginn der Saison Probleme haben werden, messt uns an den Leistungen zum Saisonschluss. Aber die Darbietungen sind nicht in einer Art und Weise besser geworden, welche Anlass zu grossen Hoffnungen bieten. Wo ist das grosse McLaren-Honda Ende der 80er und anfangs der 90er Jahre hingekommen? Als die Marlboro-Renner von Ayrton Senna, Alain Prost und Gerhard Berger das Mass der Dinge waren?

Auch Jenson Button ist überzeugt davon, dass McLaren-Honda im Winter ein markanter Sprung gelingen kann. «Wenn wir uns das Kräfteverhältnis von heute angucken», sagt der Weltmeister von 2009, «dann ist es wohl fair zu behaupten – im kommenden Jahr dürften die besten Teams Mercedes, Ferrari und dann vielleicht Williams sein. Aber in einem Winter kann sich vieles ändern. Wir sind ein Rennstall, der massive Fortschritte machen wird. Und ich sage absichtlich nicht, ich hoffe, ich sage: wir werden. Es macht Freude, Teil dieser Aufbauarbeit zu sein.»

Grundlage für den Optimismus des 35-Jährigen sind seine Besuche im McLaren-Werk: «Ich habe viel Zeit damit verbracht, im Werk mit Aerodynamikern und Ingenieuren zu sprechen. Wir wissen, wo wir stehen. Wir wissen, wo wir hin wollen. Wir wissen auch, wie wir das erreichen können. Und genau das gibt mir Vertrauen. Hätte ich dieses Vertrauen in McLaren-Chef Ron Dennis nicht, hätte ich dieses Vertrauen nicht in die japanischen Honda-Fachkräfte, die in Sakura auf Hochdruck arbeiten, dann hätte ich auch nicht hier unterschrieben.»

Es ist nicht nur für McLaren und Honda elementar, dass im Winter ein grosser Fortschritt gelingt, es ist für den ganzen Sport wichtig: Niemand will ein weiteres Jahr ein McLaren-Honda sehen, das so peinlich hinterher fährt.

Jenson Button: «Ich bin zufrieden damit zu sehen, in welche Richtung das geht. Klar willst du immer, dass die Dinge schneller passieren. Klar willst du immer mehr als du bekommen kannst. Aber das ist die normale Denke in der Formel 1.»

Nun legt Jenson Button in Autosport nach. Der Engländer glaubt wirklich daran, dass McLaren-Honda ein ähnlicher Schritt nach vorne gelingen kann wie Ferrari.

Jenson sagt: «Ich fand es fabelhaft, wie Ferrari zugelegt hat. Ich habe gerüchteweise gehört, dass sie im Winter gut 100 PS zugelegt haben. Ich weiss aber nicht, ob das stimmt. Was immer sie an Leistung gefunden haben, es war massiv. Und sie konnten auf diese Weise Mercedes einige Male herausfordern. So einen Schritt wollen wir auch schaffen. Auch wenn uns natürlich klar ist, dass unser Fortschritt noch grösser sein muss.»

Honda hat für den enttäuschenden 1,6-Liter-V6-Turbo viel Prügel einstecken müssen, aber Jenson Button sagt weiter: «Es gab Probleme auf beiden Seiten, ich bin nicht der Meinung, dass Honda die ganze Schuld für unsere schlechten Ergebnisse gegeben werden sollte. Es gab sehr viele Schwierigkeiten. Wir sind daran, die zu lösen, aber das muss schnell gehen, denn die nächste Saison ist nicht weit entfernt. Wir stecken in einem langen, harten Winter, aber er ist auch aufregend, denn da kommt eine ganze Menge.»

Zur Erinnerung: Letzer McLaren-Sieg – Brasilien 2012 (Jenson Button). Letzte McLaren-Pole – Brasilien 2012 (Lewis Hamilton).

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