Pascal Wehrlein bei Manor: «Ich bin sehr dankbar»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein

Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein

​Deutschland hat wohl nach Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Nico Hülkenberg seinen vierten Formel-1-Piloten 2016: Mercedes-Zögling Pascal Wehrlein fährt für Manor.

Lange war es gemunkelt worden, nun scheint es perfekt zu sein: Der Sigmaringer Pascal Wehrlein, DTM-Champion 2015, fährt 2016 bei Manor wohl seine erste Formel-1-Saison. Der 21-Jährige wird von den Kollegen von Sportbild zitiert mit den Sätzen: «Die Gespräche führt alle Toto Wolff für mich. Er hilft mir sehr, wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Ein Traum hat sich jetzt erfüllt. Seit ich als Sechsjähriger meinen ersten Grand Prix besuchte, wollte ich Formel-1-Pilot werden.»

Der Manor-Rennstall hat das Engagement bislang noch nicht bestätigt. Aber es scheint, dass das britische Team und Mercedes zu einer Einigung gekommen sind. Mercedes-Renndirektor Toto Wolff hatte immer gesagt: «Das Paket von Manor wird dank Motoren von Mercedes und der Hilfe von Williams interessanter, das bedeutet auch, dass die Cockpits kostspieliger werden.» Der Wiener räumte vor dem Jahreswechsel ein, dass es ein Budget für die Fahrer als Steigbügel gebe, aber dass Mercedes nicht an einem Wettbieten bei Manor mitmachen würde. Bradley Lord, Sprecher des Mercedes-Formel-1-Rennstalls, will das Engagement weder bestätigen noch dementieren: «Kein Kommentar.»

Gleichzeitig war es immer im Interesse von Mercedes, dass DTM-Champion Pascal Wehrlein nach soliden Tests mit dem Silberpfeil und bei Force India ein Lehrjahr in der Formel 1 erhält. Mehr als den Titel gewinnen kann er in der DTM nicht. Das Formel-1-Handwerk im Detail lernt ein junger Fahrer im Renneinsatz, nicht bei spärlichen Tests.

Manor baut aus

Es hat schon eine gewisse Ironie: Ausgerechnet zum Zeitpunkt, als Manor von Ferrari- auf Mercedes-Power umrüstet, stösst ein weiterer früherer Spitzentechniker von Ferrari zum britischen Team: der erfahrene Ingenieur Pat Fry. Manor-Renndirektor Dave Ryan, der selber mit Fry jahrelang bei McLaren arbeitete: «Wir dürfen uns sehr glücklich schätzen, dass wir so einen erfahrenen Mann wie Pat bekommen konnten. Er wird uns dabei helfen, mit dem neuen Technikpaket so schnell als möglich zurecht zu kommen.»

Der 51jährige Fry war 2010 von McLaren zu Ferrari gekommen, bekleidete zunächst den Posten des stellvertretenden Technischen Direktors, 2012 leitete er die Chassis-Abteilung, 2013 wurde er Technikchef, bevor James Allison kam und Fry als Leiter der Ingenieursabteilung ins zweite Glied rückte. Von 1993 bis 2010 hatte Fry bei McLaren gearbeitet.

Pat Fry ist nach Nikolas Tombazis der zweite Spitzentechniker aus Maranello, der bei Manor andockt. Tombazis stieg im November 1992 als Aerodynamiker für Benetton in die Königsklasse des Motorsports ein. Bereits 1994 durfte er dort die Leitung der Aerodynamik-Abteilung übernehmen. Von 1997 bis 2004 arbeitete der Grieche zum ersten Mal für Ferrari, wobei er 1998 den Posten des Chef-Aerodynamikers übernehmen durfte. 2004 wechselte er zu McLaren, bevor er im März 2006 wieder nach Maranello zurückkehrte und bis Ende 2014 als Chefdesigner des ältesten Formel-1-Rennstalls der Welt wirkte.

Manor-Technikchef McQuilliam ist überzeugt: «Diese Verpflichtung wird unser überaus talentierten Design-Team, das in den vergangenen Jahren nicht die Möglichkeit hatte, sein ganzes Können und seine Erfahrung unter Beweis zu stellen, noch weiter vorantreiben. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Mercedes-Motor und Williams-Getriebe auf dem richtigen Weg sind, unsere langfristigen Ziele zu erreichen.»

Der neue Manor-Renner wird am 22. Februar vor dem Wintetestbeginn auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya erstmals zu sehen sein.

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
21. Februar: Roll-out und Filmtag Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out und Filmtag HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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