Manor mit Pascal Wehrlein: Wer wird zweiter Fahrer?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Manor-Besitzer Stephen Fitzpatrick mit Pascal Wehrlein und Manor-Renndirektor Dave Ryan

Manor-Besitzer Stephen Fitzpatrick mit Pascal Wehrlein und Manor-Renndirektor Dave Ryan

Die Verpflichtung von Pascal Wehrlein (21) bei Manor steht fest. Die Frage ist nun: Wer erhält den letzten freien Platz im Formel-1-Startfeld 2016?

Manor hat die Verpflichtung von Pascal Wehrlein bestätigt, der 21jährige DTM-Champion bestreitet 2016 seine erste Formel-1-Saison.

Stephen Fitzpatrick, Eigentümer von Manor Racing, sagt: «Pascal ist ein starker Fahrer mit einer vielversprechenden Zukunft. Manor Racing ist hocherfreut, ihn an Bord zu haben. Wir sind ein kleines Team, das in dieser Saison vor einer grossen Herausforderung steht. Aus diesem Grund haben wir uns für einen Fahrer entschieden, der das Talent und den Hunger besitzt, um die von uns gesetzten Ziele zu erreichen. Pascal hat bei seinen Testfahrten für Mercedes und Force India sowie mit seinen Leistungen in der DTM, die im vergangenen Jahr zum Meistertitel führten, beeindruckt.»

Wehrlein selber sagt: «Manor Racing ist der richtige Ort, um meine Formel-1-Karriere zu beginnen. Ich bin überglücklich, hier zu sein. Das Team ist klein und hochkonzentriert. Ich hoffe, dass ich rasch jeden im Team kennen lernen werde. Obwohl es meine erste F1-Saison ist, möchte ich Stephen und den Jungs dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. Das wird eine harte Aufgabe, aber ich denke, dass wir im Laufe der Zeit um Punkte kämpfen können sollten. Es wird sicher viel Spass machen. An dieser Stelle möchte ich auch meine Motorsport-Familie bei Mercedes-Benz und ganz besonders Toto erwähnen, der meine Karriere bislang geleitet und mir nun diese Gelegenheit ermöglicht hat. Herzlichen Dank für die unglaubliche Unterstützung und Hilfe, dank der ich meinen Traum verwirklichen konnte. Jetzt liegt es an mir, die Chance zu ergreifen und die Leistung auf der Strecke zu bringen.»

Die logische nächste Frage muss lauten: Wer erhält neben dem Sigmaringer den letzten freien Platz im GP-Feld?

Manor befindet sich dabei in einer Zwickmühle: Selbst wenn Mercedes für den jungen Wehrlein (Sohn eines Deutschen, seine Mutter stammt von Mauritius) Finanzhilfe spendiert, etwa in Form von vergünstigten Mercedes-Aggregaten, so ist das Engagement dennoch ein Zeichen dafür – Manor will Talente am Lenkrad, um 2016 sportlich vorwärts und vom Tabellenende weg zu kommen.

Unklar ist bisher, ob Manor-Besitzer Stephen Fitzpatrick beim zweiten Piloten Kompromisse eingehen muss. Wird hier vorwiegend auf die Karte Geld gesetzt, dann dürfte der Indonesier Rio Haryanto gute Chancen haben, ebenfalls zum GP-Debüt zu kommen. Der langjährige GP2-Fahrer Haryanto bringt mehr als fünf Millionen Dollar von der indonesischen Ölgesellschaft Pertamina mit, dazu mehr als sieben Millionen aus dem Ministerium für Jugend und Sport.

Noch immer halten sich Gerüchte, dass dass Thema Pastor Maldonado bei Manor nicht beendet sei. Doch wer solche Mutmassungen verbreitet, lässt ausser acht: Die innenpolitischen Probleme von Maldonado-Sponsor PDVSA (staatlich-venezolanische Erdölgesellschaft) sind nicht gelöst, wenn man Pastor mit weniger Geld als zuvor bei Lotus (jetzt Renault) in der Formel 1 hält.

Zudem hat Maldonados Manager Nicolas Todt festgehalten: «Ich sehe für 2016 keine konkrete Möglichkeit für Pastor, Formel 1 zu fahren. Wir versuchen, 2017 zurückzukommen. Manor ist keine Option. Bei allem Respekt für diesen Rennstall – nach fünf Jahren bei Williams und Lotus würde das wenig Sinn machen.»

Realistischer erscheint bei Manor die Frage: Rio Haryanto oder doch Alexander Rossi? Der US-Amerikaner hat 2015 bei seinen Einsätzen für Manor eine gute Figur gemacht, und niemand sollte bei der ganzen Frage den Einfluss von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone vergessen – ein US-Amerikaner im Startfeld wäre für die Formel 1 in Nordamerika wichtig.

Schon Formel-1-Legende Mario Andretti hatte festgehalten: «Der GP-Sport hat in Austin endlich ein Heim gefunden. Aber um in Sachen Fan-Basis weiter zuzulegen, bedarf es eines Amerikaners im Feld.»

Rossi weiss: «Es ist nicht einfach, in den USA das Produkt Formel 1 zu verkaufen. Weil wir bislang keinen Piloten mit einem Stammplatz hatten. Und weil dieser Amerikaner keine Siegchance hat. Aber wir haben bei Lance Armstrong gesehen, was die Präsenz eines US-Amerikaners für einen Sport bedeuten kann in unserem Land. Etwas Ähnliches ist mit dem Fussball passiert. Das Interesse ist stetig gewachsen, und heute interessieren sich so viele Kids für Fussball wie für American Football oder Basketball. Aber du musst einen Sport fördern, um dieses Interesse anzufachen. Am leichtesten geht das natürlich mit einem Sportler als Vorzeigefigur.»

Der letzte US-Amerikaner, der in der Formel 1 einen Stammplatz hatte, war Red-Bull-Zögling Scott Speed im Jahre 2007.

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
21. Februar: Roll-out und Filmtag Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out und Filmtag HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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