Barcelona: Vettel (Ferrari) vor Ricciardo (Red Bull)

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Erste Eindrücke vom zweiten Formel-1-Testtag in Spanien: Vettel und Ricciardo auf ultraweichen Reifen, Renault mit neuer Nase, Mercedes mit Kniff, irre Gerüchte um Fernando Alonso.

Bestes Testwetter heute auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Erste Trends vom Wintertestbeginn gestern Montag in Katalonien erhärten sich: Der Ferrari von Sebastian Vettel ist gewiss keine Fehlkonstruktion, der Heppenheimer fährt mit dem Silberpfeil von Nico Rosberg auf Augenhöhe. Kurz vor der Mittagspause gönnte sich Vettel die Bestzeit – 1:22,810 min auf der neuen, ultraweichen Mischung. Da auch Daniel Ricciardo auf sein Auto die weichste Reifenmischung von Pirelli aufziehen liess, ist ein Vergleich zwischen Ferrari und Red Bull Racing möglich: Sieben Zehntelsekunden Unterschied. Niemand weiss jedoch, wie viel Sprit im Tank war ...

Am meisten Runden hat bislang auch heute Weltmeister Mercedes gedreht. Mercedes-Benz verblüfft die Technikfans mit einem fächerförmigen Luftleitelement seitlich am Wagen, eine Lösung, die wir so noch nie gesehen haben.

Die Software-Probleme bei Renault sind behoben, der Engländer Jolyon Palmer ist überdies mit einer frisch geformten Fahrzeugnase unterwegs. Nach dem letzten Platz am Montag hat sich Palmer mit weichen Reifen ins Mittelfeld vorgearbeitet.

Der neue Red Bull Racing-Renault, pardon, Red Bull Racing-TAG Heuer marschiert gut, schon gestern hatte der Australier Daniel Ricciardo gesagt, das Fahrgefühl sei so positiv wie in der zweiten Saisonhälfte 2015. Der dreifache GP-Sieger ist am Morgen nur einen Hauch langsamer gewesen als sein früherer Stallgefährte Vettel. Der neue RBR-Renner läuft standfest, ein ermutigendes Zeichen. Schnell ist er auch – eine gute halbe Stunde vor der Mittagspause fuhr Ricciardo neue Bestzeit. Auf superweichen Reifen, okay, aber die Zeit muss man dennoch hinkriegen. Dann konterte Vettel. Ricciardo liess das nicht auf sich sitzen – ultraweiche Reifen drauf (die neue, violett markierte Mischung von Pirelli), erneute Bestzeit. Dann aber kam Vettel und stellte die alte Hausordnung wieder her. Um besagte sieben Zehntel.

Und Mercedes? Nico Rosberg war bislang erst mit mittelharten Reifen unterwegs.

Noch nicht in Schwung gekommen ist Fernando Alonso: Es gab viel aerodynamische Abgleiche zu fahren, wenn die Piloten mit konstanter Geschwindigkeit und allerlei Messrechen am Wagen auf der Bahn sind.

In England wird einmal mehr spekuliert: Sollte Alonso mit seinem neuen Dienstwagen unglücklich sein, könnte er die Formel 1 Knall auf Fall verlassen. Der Champion von 2005 und 2006 hat das wiederholt dementiert: «Ich habe einen Dreijahresvertrag unterzeichnet, ich habe mich im Wissen auf dieses neue Abenteuer eingelassen, dass wir eine gewisse Aufbauzeit brauchen. Diese Geduld habe ich.»

Alonso wird nicht unglücklich darüber sein, wie Honda sich intern neu aufstellt, um das Formel-1-Projekt anzutreiben. Zudem war Jenson Button gestern vom neuen McLaren-Honda und den Fortschritten von Honda sehr angetan. Schwer vorstellbar, dass Alonso vor diesem Hintergrund den Helm an den Nagel hängt.

Noch immer Probleme mit der Standfestigkeit bei Toro Rosso: Rote Flagge, als der Wagen von Max Verstappen ausrollte. Verblüffend: Das ist in eineinhalb Tagen erst die zweite Testunterbrechung (nach dem Frontflügelbruch am Haas-Renner von Romain Grosjean gestern Montag). Toro Rosso wird zum zweiten Barcelona-Test (1.–4. März) ein umfangreiches Evo-Paket ans Auto packen.

Pascal Wehrlein liess am neuen Manor kurz vor Mittag weiche Reifen aufziehen und fuhr sich ins Mittelfeld vor.

Barcelona-Test, 2. Tag – Morgenzeiten

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:22,810 (46)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:23,525 (58)
3. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:24,867 (81)
4. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:25,692 (48)
5. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:25,734 (49)
6. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:25,872 (54)
7. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:25,925 (36)
8. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:26,189 (41)
9. Esteban Gutiérrez (MEX), Haas VF-16-Ferrari, 1:26,931 (32)
10. Fernando Alonso (E), McLaren MP4-31-Honda, 1:27,198 (71)
11. Max Verstappen (NL), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,346 (59)

Barcelona-Testzeiten, 1. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:24,939 (69 Runden)
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:25,409 (155)
3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,044 (86)
4. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:26,091 (80)
5. Alfonso Celis (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:26,298 (57)
6. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,860 (83)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,180 (55)
8. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:27,555 (88)
9. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:28,292 (54)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:28,399 (31)
11. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:29,356 (36)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
29. Februar: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

1. Barcelona-Test: So wird gefahren
Mercedes
Dienstag 23. Nico Rosberg
Mittwoch 24. Lewis Hamilton
Donnerstag 25. Nico Rosberg
Ferrari
Dienstag Sebastian Vettel
Mittwoch und Donnerstag Kimi Räikkönen
Williams
Dienstag Valtteri Bottas
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa
Red Bull Racing
Dienstag Daniel Ricciardo
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat
Force India
Dienstag Sergio Pérez
Mittwoch Nico Hülkenberg
Donnerstag Alfonso Celis
Toro Rosso
Dienstag und Donnerstag: Max Verstappen
Mittwoch: Carlos Sainz
Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Dienstag Marcus Ericsson
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr
McLaren-Honda
Dienstag und Donnerstag Fernando Alonso
Mittwoch Jenson Button
Manor Racing
Dienstag Pascal Wehrlein
Mittwoch und Donnerstag Rio Haryanto
Renault
Dienstag Jolyon Palmer
Mittwoch und Donnerstag Kevin Magnussen
Haas F1
Dienstag und Donnerstag Esteban Gutiérrez
Mittwoch Romain Grosjean

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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