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Bauer mit Power: Ikone Ernst Gschwender feiert seinen 70. Geburtstag
Der Bayer Ernst Gschwender gewann in seiner Karriere drei Deutsche Meisterschaften und war auch in der Superbike-Weltmeisterschaft am Start. Am 11. Februar feiert er seinen 70. Geburtstag.
Superbike WM
Im Artikel erwähnt

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Ernst Gschwender wurde am 11. Februar 1956 in München geboren und wuchs in einer Landwirtfamilie in Neufahrn nördlich der bayerischen Landeshauptstadt auf. Daher auch sein oft bemühter Beiname «Bauer mit Power», wenngleich er mit der Landwirtschaft nicht viel am Hut hatte. Dafür umso mehr mit Rennmotorrädern und später auch mit Rennwagen.
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Sein erstes Rennen bestritt er 1977 beim Flugplatzrennen im niedersächsischen Wunstorf. Mit seiner Körpergröße zog es Gschwender schnell auf die großen Motorräder. So wurde er bereits 1982 auf einer Suzuki RG 500 Deutscher Vize-Meister in der 500-ccm-Klasse. Ein Jahr später folgte der letzte Schritt. Die Saison war vom Duell Ernst Gschwender gegen Gustav Reiner geprägt, wobei «Kamikaze-Gustl» vier Rennen gewann und Ernst Gschwender fünf Mal Zweiter wurde. Beim Finale in Hockenheim musste Reiner nach einem Sturz bei der Vorschlussrunde auf der Berliner Avus zunächst um seinen Start bangen. Schließlich wurde er zum Rennen zugelassen, doch nachdem er bei einem überhasteten Überrundungsversuch gestürzt war, reichte Ernst Gschwender der vierte Platz locker zum Titelgewinn, wenngleich ohne Laufsieg. Das sah bei seinen beiden Superbike-DM-Titeln 1987 und 1988 ganz anders aus. Gleich im Jahr nach seinem ersten DM-Titel, also 1984, wechselte er in die gerade aufkommende Superbike-Kategorie und führte sich mit dem vierten Endrang in dieser gleich gut ein. Im ersten offiziellen Superbike-DM-Jahr 1985 wurde er Vizemeister hinter dem Schweizer Andreas Hoffmann und ebenso 1986 hinter Michael Galinski.
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1987 und 1988 waren dann seine Jahre. Damals gab es unter OMK-Regie – Moto Motion übernahm das Zepter erst 1991 – noch lediglich ein Rennen pro Rennwochenende bzw. (bei Ein-Tages-Veranstaltungen) Renntag. Gleich beim Saisonauftakt 1987 in Speyer holte sich Gschwender mit seiner vom deutschen Suzuki-Importeur um den unvergessenen Robert Poensgen eingesetzten GSX-R 750 Racing den ersten Saisonsieg. Von den darauffolgenden sieben Rennen gewann er deren vier (Colmar-Berg, Salzburgring, Nürburgring und Augsburg), sodass ihm beim vorletzten Saisonrennen auf der Avus ein vierter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn genügte. Danach ließ er sich aber nicht lumpen und feierte beim Finale auf dem Nürburgring seinen sechsten von zehn möglichen Siegen.
1988 gewann Gschwender drei von den acht Saisonrennen. Dank weiterer Podestplätze konnte er seinen zweiten Meistertitel bei den Superbikes sowie seinen dritten insgesamt erneut ein Rennen vor Ultimo sicherstellen, diesmal bei Toni Mangs Abschiedsrennen auf dem Augsburger Flugplatzkurs. In jenem Jahr wurde mit dem US-Amerikaner Fred Merkel auf Honda auch erstmals ein Superbike-Weltmeister gekürt. Ernst Gschwender wurde von Suzuki Deutschland bei fünf der neun Veranstaltungen aufgeboten, sammelte 14,5 Punkte (für einen Laufsieg gab es damals 10 Zähler) und wurde als WM-26. bester Deutscher.
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So auch 1989, als er bei nun verdoppelter Punktzahl 28 Zähler einfuhr und die WM auf Rang 23 beendete. Ein Jahr später steigerte er sich zwar auf 34 Punkte und Endrang 18, war aber diesmal fünf Zähler hinter dem Gesamt-17. Udo Mark zweitbester Deutscher. Nachdem er in der Superbike-DM weiterhin auf Suzuki 1989 Gesamtsiebter und 1990 -vierter geworden war, wechselte er mit dem Beginn der Pro Superbike 1991 zu Kawasaki und landete am Jahresende wieder auf dem siebten Schlussrang. 992 und 1993 hatte er sich schon besser an die Kawasaki ZXR750R gewöhnt, was er mit den Pro-Superbike-Endrängen drei und Vierter belegte. 1993 war er für das Team Green Kawasaki auch wieder etwas öfter in der Superbike-WM am Start, wobei ihm auf dem damaligen Österreichring (heute Red Bull Ring) im ersten Lauf mit Platz 6 sein bestes WM-Resultat gelang. In der Endabrechnung landete er auf dem 25. Rang. Am Jahresende sagte er dem Motorrad-Rennsport Lebewohl und wechselte ins Vierradlager. Auch beruflich, denn mit «Ernie´s V8 Shop» eröffnete er eine Autowerkstatt mit dem Kernthema großvolumige amerikanische Sportwagen. So war der Schritt zu Autorennen kein sehr großer. Über den ADAC GT Cup ging es für ihn mit einem Porsche 911 GT2 R bis in die FIA GT (2) Meisterschaft sowie mit einer Chevrolet Corvette C5 in die US-amerikanischen Grand-Am-Sportwagen-Serie.
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2009 erkrankte er an Parkinson, was ihn nicht davon abhielt, zum Beispiel beim Pro-Superbike-Revival im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic 2014 noch einmal auf ein Superbike-Motorrad zu steigen.
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