Lewis Hamilton/Ferrari: Schock-Aussagen – F2-Tempo, Auto lächerlich komplex
Lewis Hamilton spricht sehr kontrovers über die neue Rennwagen-Generation: «Hinter dem Lenkrad brauchst du einen Doktortitel.» Und er hat noch immer keinen Renningenieur: «Das ist ein Nachteil.»
Lewis Hamilton federt zur Medienrunde, er wirkt nachdenklich. Und das zeigt sich auch in seinen Aussagen über die neue Rennwagen-Generation und das Modell SF-26 von Ferrari.
Der siebenfache Formel-1-Champion sagt: «Es ist einfach noch zu früh, um wirklich etwas Schlüssiges zu sagen. Das neue Auto hat offensichtlich viel weniger Abtrieb, und in Barcelona fühlte es sich nicht allzu schlecht an.»
«Hier in Bahrain ist es am ersten Tag sehr staubig und viel heisser, was es viel schwieriger macht, eine gute Fahrzeugbalance zu finden. Doch ich glaube nicht, dass alle damit zu kämpfen hatten.»
«Langsamer als die Formel-2-Autos»
«Diese Fahrzeug bauen weniger Haftung auf, an der Vorderachse, an der Hinterachse, sie sind kürzer und leichter, und es fällt mir leichter, ein ausbrechendes Auto abzufangen. Das macht schon Spass, ein wenig wie Rallye. Aber es fühlt sich an, als wären wir langsamer als die Formel-2-Autos.»
«Die 2026er Generation fühlt sich komplett anders an als die Rennwagen zuvor. Aber nochmals – wir stehen am Anfang, das ist ein Basisfahrzeug, wir testen ganz viele verschiedene Dinge, wir versuchen immer noch, das Fenster zu finden, in dem so ein Auto gut läuft.»
«Wir haben die Reifen noch nicht optimiert, das Aeropaket auch noch nicht, die Bodenfreiheit, das mechanische Gleichgewicht, all diese verschiedenen Dinge.»
«Ich will das noch nicht beurteilen, aber der Wagen hat sich heute bei dem Wind nicht gut angefühlt, es war sehr, sehr böig hier, so böig wie ich es in Bahrain noch nie erlebt habe. Das alles darf man noch nicht allzu ernst nehmen, aber so ist der erste Tag hier oft, und wenn es so windig ist, dann macht das auf schmutziger Bahn nie Spass. Dennoch bleibe ich bei der Aussage – dieses Auto fühlt sich besser an als die frühere Flügelwagen-Generation.»
«Das ist alles lächerlich kompliziert»
Dann spricht der 105-fache GP-Sieger über die ganzen neuen Werkzeuge wie aktive Aerodynamik und Boost-Knopf, der Fahrer hat mehr zu tun. Lewis bestätigt: «Die meisten Leute werden das nicht durchschauen. Es ist so komplex, wirklich, es ist geradezu lächerlich kompliziert.»
«Neulich sass ich in einem Meeting, und sie haben uns das alles erklärt, und es fühlt sich an, als bräuchte man einen Doktortitel, um das vollständig zu verstehen.»
«Das Energie-Management ist eigentlich unkompliziert. Vielleicht sieht das im Renneinsatz anders aus, aber es gibt auch ein System, das sozusagen lernt, wie du fährst. Aber nehmen wir an, du lässt ein Rad stehen und kommst von der Bahn ab, dann beeinträchtigt das quasi den Lernmodus. Wir versuchen, das alles in den Griff zu bekommen und es besser zu verstehen. Aber alle sitzen im selben Boot.»
«Also Rennsport ist das nicht»
«Du musst dich schon umstellen. Wir fahren viele Kurven in niedrigen Gängen, um so effizient wie möglich die Batterie zu laden. Wir drehen dafür ziemlich hoch, und in Barcelona war es selbst in einer Quali-Runde nötig, 600 Meter lang vom Gas zu gehen, um Batterie zu laden. Also Rennsport ist das nicht. Hier auf dem Bahrain International Circuit ist das nicht notwendig, weil wir hier viele Bremszonen haben.»
Noch immer hat Lewis keinen Renningenieur. Nachdem sein 2025er Ingenieur Riccardo Adami querversetzt wurde, wird Hamilton von Bryan Bozzi betreut, dem Ingenieur von Charles Leclerc.
Hamilton weiter: «Zunächst will ich sagen – bin wirklich sehr dankbar für all die Mühe, die sich Riccardo letztes Jahr mit mir gemacht hat, und für seine Geduld – es war einfach ein schwieriges Jahr für uns alle.»
«Das ist natürlich nachteilig»
«Das jetzt ist für mich eine ziemlich knifflige Phase, weil die derzeitige Lösung nicht langfristig ist. Sie wird nur für ein paar Rennen gelten. Und deshalb werde ich schon früh in der Saison wieder meinen Ansprechpartner wechseln und muss lernen, mit jemand Neuem zusammenzuarbeiten. Das ist natürlich nachteilig. Aber so ist nun mal die Situation, in der ich mich befinde, und ich werde versuchen, mein Bestes zu geben.»
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