Barcelona-Tag 3: Wer schläft ruhig? Wer hat Sorgen?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton (Mercedes) vor Sebastian Vettel (Ferrari)

Lewis Hamilton (Mercedes) vor Sebastian Vettel (Ferrari)

​Dritter Testtag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Einige Teams können dem Geschehen ruhig entgegen sehen, andere Rennställe stehen bereits mit dem Rücken zur Wand.

Mercedes ist bereits wieder Klassenbester – jedenfalls, wenn es nach Trainingsfleiss geht. An die 3900 Kilometer haben die Autos von Mercedes-Benz, Williams, Manor und Force India an den ersten beiden Barcelona-Testtagen schon zurückgelegt, da kann die Konkurrenz einpacken. Ferrari kommt auf knapp 3600 Kilometer (aufgeteilt auf die 2015er Motoren im letztjährigen Sauber und im neuen Toro Rosso sowie auf die neuen Turbo-V6 aus Maranello im Werks-Ferrari und im Haas), Renault auf gut 1300 Kilometer (mit Red Bull Racing und dem Werksteam, hochgerechnet auf vier Autos wären das 2600 Kilometer), Honda jedoch auf 950 (aber nur im einem Auto).

Interessant, wo die einzelnen Teams in Sachen Rundenzahl stehen:

Mercedes 327 Runden
Williams 214
McLaren-Honda 202
Red Bull Racing 198
(Sauber 196, aber mit 2015er Auto)
Ferrari 194
Toro Rosso 176
Force India 158
Manor 125
Haas 109
Renault 79

Nico Rosberg legte am Dienstag mehr als 800 Kilometer zurück, also fast eine dreifache GP-Distanz. Die Standfestigkeit des neuen Silberpfeils ist einer der kraftvollsten Eindrücke der ersten beiden Testtage. Technikchef Paddy Lowe: «Wir sind bislang mehr zum Fahren gekommen als man bei einem ersten Wintertest erwarten darf. Es gibt mit dem Auto bislang keine Schwierigkeiten. So darf es weitergehen.»

Generell aber zeigen die Teams eine eindrucksvolle Standfestigkeit der neuen Autos. Es gab bislang kaum Testunterbrechungen mit der roten Flagge – nur drei Mal, um genau zu sein (Frontflügelbruch am Haas von Romain Grosjean, Elektrikdefekt am Toro Rosso von Max Verstappen, Verdacht auf Turboschaden am Renault von Jolyon Palmer).

Die Frage, die sich im Fahrerlager des Circuit de Barcelona-Catalunya alle stellen: Was passiert, wenn am Silberpfeil mal weichere Reifen aufgeschnallt werden?

Vielleicht erhalten wir heute eine erste Antwort, wenn Lewis Hamilton den letzten seiner beiden Tage im Rahmen des ersten Barcelona-Tests fährt. Hier die Liste der eingeplanten Piloten

Mercedes: Nico Rosberg
Die Weltmeister wollen weiter Kilometer bolzen. Heute soll eine neue Fahrzeugnase an den Silberpfeil kommen. Mercedes hat den ursprünglichen Testplan umgestellt. Die Fahrer teilen sich jeweils die Arbeit, mit Rosberg heute im Einsatz, am Nachmittag dann Hamilton; am Donnerstag ist es genau umgekehrt, am Morgen Hamilton, am Nachmittag Rosberg.

Ferrari: Kimi Räikkönen (erster Einsatz im neuen Auto)
Ferrari war bislang zwei Mal Tagesbester mit Sebastian Vettel. An diese gute Grundlage will Kimi Räikkönen anknüpfen.

Williams: Felipe Massa (erster Einsatz im neuen Auto)
Massa lernt sein neues Auto kennen. So wie zuvor bei Bottas verzichtet Williams auf Vorstandszeiten, es geht rein um Standfestigkeit.

Red Bull Racing: Daniil Kvyat (erster Einsatz im neuen Auto)
RBR hat mit Ricciardo einen sehr guten Eindruck gemacht. Im Gegensatz zum Werksteam läuft der Renault (umbenannt in TAG-Heuer) klaglos.

Force India: Nico Hülkenberg (erster Einsatz im neuen Auto)
In der Form von gestern Dienstag wäre Force India hinter Mercedes und Ferrari dritte Kraft. Unfassbar, dass Hülkenberg von den ersten vier Testtagen nur einen fahren darf.

Toro Rosso: Carlos Sainz
Einige kleine Probleme, aber nichts Gravierendes. Das Team ist mit dem 2015er Ferrari-V6 sehr zufrieden. Ein grosses Evo-Paket kommt zum zweiten Test.

Sauber: Felipe Nasr (erster Einsatz 2016, aber im alten Auto)
Die Fahrer lernen die neuen Reifen kennen. Die meisten anderen Erkenntnisse sind schwer umzusetzen, wenn mit einem alten Auto gefahren wird.

McLaren-Honda: Jenson Button
Positive Überraschung dieser Tests. Mit der Stottertruppe von 2015 ist das nicht mehr zu vergleichen. Button will heute erstmals mit weicheren Reifen fahren.

Manor: Rio Haryanto (erster Einsatz im neuen Auto)
Debüt des ersten Formel-1-Indoniesiers. Manor hat dank der tollen Rundenzeiten von Pascal Wehrlein einige Augenbrauen hochgehen lassen.

Haas: Romain Grosjean
Die Frontflügellösung (nach Highspeed-Schaden am ersten Tag) ist nur provisorisch, für den zweiten Barcelona-Test kommt ein anderer Flügel. Die Neulinge aus den USA wirken ruhig und professionell.

Renault: Kevin Magnussen (erster Einsatz im neuen Auto)
Renault ist bislang das grosse Sorgenkind des Tests mit Motorproblemen. Das Team ist bereits im Rückstand.

Die Piloten erwartet bestes Testwetter: Abgesehen von einigen harmlosen Schleierwolken ist es sehr freundlich, es werden Höchsttemperaturen von 18 Grad erwartet, es weht so gut wie kein Wind.

Barcelona-Test, 2. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:22,810 (125)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:23,525 (112)
3. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:23,650 (101)
4. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:24,867 (172)
5. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:25,237 (108)
6. Esteban Gutiérrez (MEX), Haas VF-16-Ferrari, 1:25,524 (78)
7. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:25,648 (134)
8. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:25,925 (71)
9. Fernando Alonso (E), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,082 (119)
10. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:26,189 (42)
11. Max Verstappen (NL), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:26,539 (121)

Barcelona-Testzeiten, 1. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:24,939 (69 Runden)
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:25,409 (155)
3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,044 (86)
4. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:26,091 (80)
5. Alfonso Celis (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:26,298 (57)
6. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,860 (83)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,180 (55)
8. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:27,555 (88)
9. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:28,292 (54)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:28,399 (31)
11. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:29,356 (37)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

1. Barcelona-Test: So wird gefahren
Mercedes
Mittwoch 24. Nico Rosberg (Morgen), Lewis Hamilton (Nachmittag)
Donnerstag 25. Lewis Hamilton (Morgen), Nico Rosberg (Nachmittag)

Ferrari
Mittwoch und Donnerstag Kimi Räikkönen
Williams
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa
Red Bull Racing
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat
Force India
Mittwoch Nico Hülkenberg
Donnerstag Alfonso Celis
Toro Rosso
Mittwoch: Carlos Sainz
Donnerstag: Max Verstappen
Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr
McLaren-Honda
Mittwoch Jenson Button
Donnerstag Fernando Alonso
Manor Racing
Mittwoch und Donnerstag Rio Haryanto
Renault
Mittwoch und Donnerstag Kevin Magnussen
Haas F1
Mittwoch Romain Grosjean
Donnerstag Esteban Gutiérrez

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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