Haas-Renner: Wieso erneut ein Defekt am Frontflügel?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Romain Grosjean: Im Rennen keine Probleme mit dem Frontflügel

Romain Grosjean: Im Rennen keine Probleme mit dem Frontflügel

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Im Training zum Grossen Preis von Bahrain gab es am Haas-Renner schon wieder ein Problem mit dem Frontflügel. Wieso?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Mario Gerber aus Lörrach wissen: «Hut ab vor dem tollen Rennen von Romain Grosjean in Bahrain! Aber im Training gab es an seinem Haas-Renner erneut einen Defekt am Frontflügel. Da war doch schon bei den Wintertests etwas. Haben die Amerikaner das Problem noch immer nicht im Griff?»

Nein, gemäss Haas-Teamchef Günther Steiner haben die Probleme von Barcelona und Bahrain nichts miteinander zu tun. Grosjean war auf dem Bahrain International Circuit unterwegs zu Kurve 13, als auf einem Randstein zuerst links ein Teil des Frontflügels abbrach, bevor der Flügel nach unten klappte und über den Asphalt schrammte. Immerhin fuhr der Genfer dieses Mal nicht über seinen eigenen Flügel, wie im Februar bei den Wintertests.

Günther Steiner sagt: «Wir sprechen hier nicht von einem strukturellen Problem wie beim Test. Vielmehr führten die Vibrationen auf diesem Randstein hier in Bahrain zu einer grösseren Verwindung des Flügels, der Flügel berührte deswegen den Kerb, daraufhin brach ein Teil ab. Wir wissen, wie wir darauf reagieren mussten. Aber generell sind wir noch immer am Lernen, und Vibrationen wie auf diesem bestimmten Randstein haben wir noch nie angetroffen. Wir sind nicht beunruhigt, es handelt sich nicht um ein gravierendes Problem. Das hat absolut nichts mit dem Defekt in Spanien zu tun.»

Wieso aber ist bei Grosjean der Flügel gebrochen, am Wagen von Esteban Gutiérrez hingegen nicht? Aus Kreisen des Teams heisst es: Am Flügel von Grosjean habe es ein Problem mit der Befestigung gegeben, daher hat er sich über Erwarten verwunden. Das würde eine alte Faustregel aus dem Motorsport unterstreichen: Jedes technische Problem ist zunächst einmal ein menschliches Problem.

Beim ersten Wintertest des neuen Haas-Renners in Barcelona war ein Frontflügel gebrochen, aber dieser Defekt hatte eine andere Ursache. Teambesitzer Gene Haas erklärte damals: «Der Abtrieb des Flügels war so hoch, dass die Flügelbefestigung herausgerissen wurde. Das wiederum wurde möglich, weil es beim Verarbeiten von Verbundstoff und Aluminium einen Fehler gegeben hat. Alu und Kohlefaser verhalten sich unterschiedlich, was Belastung und Erwärmung des Materials angeht. Die Teile waren nicht ideal miteinander verbunden, so dass sich unter Volllast und bei den Vibrationen eine Schwachstelle eröffnete und der Flügel dort brach. Er wurde dann unters Auto geklappt, Romain Grosjean fuhr drüber und zerbrach ihn in tausend Teile. Wir haben die senkrecht nach unten führenden Aluröhren mit Bändern verstärkt und darüber hinaus horizontal verschraubt. Das war die Lösung auf die Schnelle.»

Schon beim WM-Auftakt in Australien gab es dann einen verstärkten Flügel, hier in Bahrain gab es eine optimierte Version.

Im Wüsten-GP gab es dann kein Problem mehr – Romain Grosjean fuhr zu einem umjubelten fünften Platz.

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