Ferrari: Entlassung von Fred Vasseur gemäss Juan Pablo Montoya keine Lösung
Ferrari hat bei den Wintertests einen guten Eindruck gemacht. Aber die Lage bleibt ernst: Der WM-Titel muss her, sonst ist der Platz von Teamchef Vasseur in Gefahr. Juan Pablo Montoya über die Lage.
2026 wird für Ferrari-Teamchef ein ganz wichtiges Jahr: Die Italiener müssen endlich wieder titelfähig werden, und wenn dies auch nach der Einführung des neuen Reglements nicht gelingen sollte, steht die Zukunft von Teamchef Fred Vasseur auf wackligen Füssen.
Auch der Kolumbianer Juan Pablo Montoya hat sich Gedanken gemacht über Ferrari. Der siebenfache GP-Sieger sagt beim Portal Vision4Sport: «Wenn das bei Ferrari wieder nichts wird, dann muss die Frage sein – ist das dann die Schuld von Vasseur?»
Montoya: «Das ist das grösste Problem von Ferrari»
«Ich schätze, das ist das grösste Problem, das Ferrari hat; jedes Mal, wenn etwas nicht klappt, wird der oberste Mann entlassen. Man muss ein Team über die Jahre aufbauen können, und man muss bei Ferrari diese Angst abschütteln und jeden loswerden, der diese Mentalität hat.»
«Sie müssen aufbauen statt zerstören. Entweder man hat Leute, die gut genug sind, um das beste Auto zu bauen, oder man hat sie eben nicht. Wenn nicht, muss man herausfinden, wie man die besten Leute einstellt, was es braucht, um die besten Leute zu holen, und eine gute Basis aufbauen.»
Der WM-Dritt von 2002 und 2003 weiter: «Man kann nicht einfach sagen: 'Oh, das Auto ist Scheisse, du bist raus, wir holen jemand anderen.' Denn der Nächste kommt rein, und wenn die Leute ihn nicht mögen, gehen sie. Ferrari muss aufhören, Leute zu feuern und zu versetzen, Ferrari muss die Politik zu Hause lassen.»
«Ich meine, wir sprechen hier von einem Rennstall. Schaut euch an, wo McLaren und Mercedes. Die sind absolut solide. Sie gewinnen zusammen und verlieren zusammen, und alles, was passiert, geschieht gemeinsam. Da gibt es keine Schuldzuweisungen. Aber die Italiener sind so hitzig und so mediengetrieben, dass es immer heisst: 'Wir brauchen einen Kopf auf dem Tablett!'»
Christian Horner zu Ferrari?
Über Monate wurde darüber spekuliert, ob Ferrari nicht vielleicht Christian Horner nach Maranello holt. Montoya findet: «Ferrari würde von Christian Horner profitieren. Aber Ferrari müsste verstehen, dass es zwei Jahre lang nicht gut laufen würde und dass dies mindestens ein Vierjahresprogramm ist, bei dem sie Geduld haben müssten. Sie müssten unterstützend sein, während das Team sich neu aufstellt, und alle müssten akzeptieren, dass sie gemeinsam auf etwas Starkes hinarbeiten.»
«Man kann nicht zulassen, dass die Leute unkontrolliert den Mund aufreissen und schlecht reden. Die Medien lieben es, wenn die Chefs anfangen, unüberlegt zu reden. Sie müssen geschlossen auftreten. Hier machen Mercedes und McLaren einen mega Job, indem sie geschlossen bleiben, die Klappe halten und ihre Fahrer unterstützen.»
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