Der letzte Comeback-Superstar: Niki Lauda

Von Guido Quirmbach
Formel 1
P4 im ersten Rennen nach der Pause: Niki Lauda in Kyalami 1982

P4 im ersten Rennen nach der Pause: Niki Lauda in Kyalami 1982

Auch wenn es schwierig ist, da in unterschiedlichen Epochen: Schumachers Comeback ist nur mit Lauda vergleichbar.

Es ist nicht neu, dass Fahrer eine oder mehrere Saisons aussetzen. Aber dennoch unnatürlich. Von den Voraussetzungen ist das Schumacher-Comeback am ehesten mit jenem von Niki Lauda vergleichbar.

Der Österreicher hatte 1979 beim freien Training in Montreal beim vorletzten WM-Lauf die Schnauze voll. Er kam zur Box, stieg aus seinem Brabham und danach nicht mehr ein. Zwei Jahre lang pausierte der zu dem Zeitpunkt zweifache Weltmeister und kümmerte sich in erster Linie um seine damals noch in den Kinderschuhen steckende Fluggesellschaft.

Im Spätsommer 1981 erwischte ihn Ron Dennis im richtigen Moment und bot ihm eine Testfahrt an. In Donington setzte sich Lauda erstmals wieder in einen Formel 1-Renner und drehte mit einem McLaren viele Runden.

Das auf kleiner Flamme lodernde Feuer wurde neu entfacht, er entschloss sich zum Rücktritt. Lauda schätzte die Situation bei den Vertragsverhandlungen richtig ein. Gemäss seinem Buch «Meine Story» verlangte er zwei Millionen Dollar pro Jahr. Einen Dollar davon als Fahrergage, den Rest als Gegenleistung für seinen ungeheuren PR-Wert.

Doch bereits bei seinem ersten Grand Prix 1982 zeigte er, dass zumindest die Fahrergage zu wenig war, nach mehr als zwei Jahren Abstinenz belegte Lauda bei seinem Comeback den vierten Rang. Zwei GP`s später stand er in Long Beach erstmals wieder ganz oben auf dem Treppchen.

Lauda wurde zur treibenden Kraft hinter dem Turbo-Projekt von McLaren und dem bei Porsche gebauten TAG-Motor. 1984 bekam er mit Alain Prost einen knallharten Teamkollegen, dem Lauda im Training nicht mehr gewachsen war. Doch damals waren die Autos in Training und Rennen grundverschieden, es gab noch Qualifikationsreifen und bei den Turbos Ladedrücke, die 84 bereits 200 PS mehr aus dem Wagen kitzelten, als später im Rennen möglich war. Dort war Lauda seinem Rivalen Prost dann mindestens ebenbürtig, oft besser. Am Ende konnte sich Laude in dem denkwürdigen Finale von Estoril mit einem halben Punkt Vorsprung seinen dritten WM-Titel sichern. Weltmeister nach Comeback! In den vier Jahren nach seiner Pause gewann Lauda insgesamt acht Grand Prix.

Sein damaliger Konkurrent Prost wurde ebenfalls nochmals Weltmeister nach einer Pause. Prost setzte 1992 aus, übernahm dann den Williams vom neuen Weltmeister Nigel Mansell und wurde damit Weltmeister 1993. Ein Vergleich ist aber etwas schwierig, weil Prost bis kurz vor Saisonbeginn 1992 regelmässig noch für Ligier getestet hat und bereits ein halbes Jahr später erstmals im Williams sass.

Ebenso setzte auch Mansell mehr als ein Jahr in der Formel 1 aus. Doch auch dieser Vergleich ist unpassend, da er 93 und 94 in der amerikanischen CART-Serie regelmässig und auch erfolgreich Rennen fuhr. Als Mansell gelegentlich den Williams des tödlich verunglückten Ayrton Senna fuhr, gelang ihm immerhin noch ein Sieg in Adelaide 1994.

Wenn man also das Schumacher-Comeback mit einem anderen in der Formel 1 vergleichen kann, dann ist es das von Niki Lauda. Und dessen Erfolge nach seiner Pause sind auch die, an denen der Deutsche sich im Rahmen seines Comebacks messen lassen muss.

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