Formel 1

Mythos Monaco: Diamant für 250.000 Dollar weg

Von - 24.05.2016 11:09

SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Stimmt es, dass in Monte Carlo einst ein 250.000 Dollar teurer Diamant an einen Rennwagen angebracht wurde und prompt verloren ging?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Peter-Paul Tobler aus Thun wissen: «Bald wird wieder der Grosse Preis von Monaco ausgetragen. Ich habe mal gehört, dass fürs Fürstentum-Rennen mal ein Formel-1-Auto mit einem Diamanten besetzt wurde und der angeblich 250.000 Dollar teure Stein prompt verloren ging. Ist das einfach ein Teil des Mythos Monaco oder tatsächlich passiert?»

Der Glamour-Faktor der Formel 1 ist in Monaco ganz besonders gross, da lag 2004 eine Kooperation zwischen dem Diamanten-Spezialisten Steinmetz und der Edelmarke Jaguar auf der Hand – die ganze Aktion im Rahmen des Werbegetrommels für den damals neuen Kino-Streifen «Ocean’s Twelve», eine Gauner-Komödie. Was dann folgte, war auch eine Komödie, ob mit oder ohne Gauner, das ist bis heute nicht geklärt.

Jedenfalls fand es Steinmetz eine Klasseidee, auf die Fahrzeugnase des Jaguar R5 einen angeblich echten Diamanten zu setzen. Präsentiert wurde das Projekt im Beisein der Rennfahrer und dem damaligen Supermodel Bridget Hall.

Was dann passierte, ist nicht ganz klar. Der Österreicher Christian Klien setzte den Wagen in der ersten Runde in die Leitschienen, in der engen Loews-Kehre. Der Viertelmillionen-Stein löste sich in Luft auf.

Natürlich verbat sich der Automobilklub von Monaco jede Unterstellung, einer der Streckenposten habe für seine Frau ein hübsches Weihnachts-Geschenk gefunden.

Der damalige Jaguar-Sprecher Nav Sidhu meinte nur achselzuckend: «Ich weiss nicht, wo der Stein abgeblieben ist. Ich weiss nur, dass irgend jemand ein verflixt ungewöhnliches Souvenir aus dem Monaco-GP nach Hause genommen hat.»

Bis heute rätseln die Fans, ob Steinmetz wirklich echte Diamanten an den Rennern hatte. Die Diamantenhändler haben auf entsprechende Anfragen nie Stellung genommen. Vielleicht sollten wir uns da an eine Weisheit aus dem italienischen Journalismus halten: Wenn es nicht wahr ist, dann ist es wenigstens gut erfunden.

Wahr hingegen ist – der verschwundene Stein hat Steinmetz nicht abgeschreckt. In den folgenden Jahren begann eine Kooperation mit McLaren. Die Steine sassen dann aber nicht mehr auf dem Auto, sondern auf den Helmen der Fahrer. Da kann man sie auch besser zusammensuchen, wenn mal einer runterfällt.

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