Schafft IDM-EuroMoto-Pilot Twan Smits bald den Sprung in die Superbike-WM?
Mit dem Team Apreco ist der Niederländer Twan Smits in der Superbike-Klasse der IDM-EuroMoto unterwegs. Schon im November tauchte er bei den Test der WM auf. Was hat der Yamaha-Pilot vor?
Während sich im Vorjahr bei den Rennen der IDM Superbike, jetzt EuroMoto, oftmals alle Augen auf den Meisterschaftskampf zwischen Lukas Tulovic und Florian Alt richteten, entwickelte sich der Niederländer Twan Smits zu einem der fleißigsten Punktesammler für Yamaha. Ende letzten Jahres und Anfang 2026 tauchte Smits regelmäßig bei den Tests der Superbike-WM-Piloten auf und mischte auch da fröhlich mit.
Inzwischen verdichten sich Gerüchte, dass Smits bald auch bei den Rennen der WorldSBK am Start stehen wird. Vielleicht sogar schon in Portimao, wenn die Europa-Saison der WM beginnt. Beim Team Apreco oder Twan Smits steht man in Sachen Informationen vor verschlossenen Türen. Auskunftsfreudiger war dagegen Wim Vermeulen von Yamaha Deutschland, auch verantwortlich für das BLU CRU-Programm in Deutschland.
«Twans Zukunft liegt in der EuroMoto (vormals IDM)», stellt Vermeulen klar. «Das erfordert die absolute Konzentration von Twan und seinem Team. Gleichzeitig hat Twan uns jedoch mit den Fortschritten überrascht, die er in der IDM Saison 2025 gemacht hat. Dazu haben seine guten Leistungen mit dem EWC-Team MotoBox Kremer in Japan zusätzlich für Aufmerksamkeit gesorgt.»
Smits im direkten Vergleich mit Vierge
«Um besser zu verstehen, wo Twan jetzt in seiner Entwicklung steht, wurden er und sein Team im November zum Test in Jerez eingeladen, wo wir ihn auf dem 2025 IDM R1-Motorrad und Vierge auf dem 2025 R1 WSBK-Motorrad vergleichen konnten», erläutert Vermeulen die WM-Geschehnisse. «Twan hat uns mit zwei Dingen beeindruckt:
Die Art und Weise, wie er Feedback zum Verhalten des Motorrads und zur Reaktion auf vorgenommene Änderungen geben konnte. Dazu die Art und Weise, wie Twan in die Kurve bremst und die Linie hält. Das habe ich bisher nur einmal bei einem anderen Fahrer gesehen, was mehrere Leute in unserer Rennsportfamilie überrascht hat.»
«Neben den beiden Dingen», so der Yamaha-Mann, «die uns beeindruckt haben, gibt es auch eine Liste von Verbesserungen, die Twan vornehmen muss, um den nächsten Schritt zu machen, beispielsweise seine Fahrposition, aber auch das Verständnis für die Elektronik muss noch verbessert werden. Um diese Entwicklung zu unterstützen, diskutieren wir derzeit, ob wir Twan ab Portimao an mehreren WSBK-Rennwochenenden teilnehmen lassen können. Wenn wir dies tun, wird Twan das 2026 EuroMoto R1-Motorrad fahren und nicht das WSBK-Testmotorrad, das wir ihm zur Verfügung stellen können, da er sich auf seinem eigenen Motorrad und mit seiner eigenen Crew wohler fühlt.»
Und vielleicht, ganz, ganz vielleicht, mit etwas Glück in Assen kann Twan einen Punkt holen
Wim Vermeulen
«Ich kann auch bestätigen, dass die Dorna die Teilnahme von Twan an einem Event bestätigt hat, aber wir brauchen noch etwas Zeit, um die endgültige Entscheidung zu treffen», meint Vermeulen beim Blick auf die Planung. «Da der WSBK-Test in Portimao sehr nass war, konnten wir keine Referenzzeiten fahren, was bedeutet, dass wir ann diesem Wochenende blind ins Rennen gehen werden. Außerdem gibt es zwei kleine Unstimmigkeiten in den Vorschriften zwischen WSBK und EuroMoto, die wir lösen müssen, da wir für die WSBK mit einem anderen Kraftstofftank und daher einem anderen Hilfsrahmen fahren müssen. Dies ist derzeit in der EuroMoto nicht erlaubt, sodass wir hierfür eine Sondergenehmigung beantragen müssen. Außerdem müssen wir einen Kraftstoffdurchflussmesser am Motorrad anbringen, was für die EuroMoto nicht vorgeschrieben ist.»
«Wenn wir diese Probleme lösen können, bin ich zuversichtlich, dass wir Twan dieses Jahr an mehreren WSBK-Wochenenden auf seinem EuroMoto R1-Motorrad sehen werden», verspricht er. «Um die Erwartungen zu steuern, gehen wir jedoch nicht davon aus, dass er in diesen Rennen um die Top Ten kämpfen wird. Sein Hauptziel ist es, den Anschluss an die 15 bis 20 besten Fahrer zu halten, was bereits eine enorme Leistung wäre, wenn man bedenkt, dass das EuroMoto R1-Motorrad etwa 20 PS weniger Leistung, eine weniger hochwertige Federung und kleinere Vorderradbremsen hat. Twans Talent und sein derzeit guter Flow können dies nur teilweise kompensieren, aber nicht vollständig. Aber wenn wir das alle schaffen würden, wie cool wäre das für die EuroMoto, für Yamaha, das Team Apreco und Twan. Und vielleicht, ganz, ganz vielleicht, mit etwas Glück in Assen kann Twan einen Punkt holen.»
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