Lewis Hamilton (Mercedes): Rosberg hatte genug Platz

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sieger Lewis Hamilton

Sieger Lewis Hamilton

​Die Kollision zwischen den Mercedes-Fahrern Nico Rosberg und Lewis Hamilton erzeugt heisse Köpfe. Weltmeister Hamilton beteuert, nichts falsch gemacht zu haben.

Die beiden Mercedes-Heisssporne gingen sich nach der Kollision kurz vor Schluss des Österreich-GP auf dem Red Bull Ring aus dem Weg: Sie mussten bei der Rennpolizei antraben. «Ich weiss auch nicht, was es zu diskutieren gäbe», meint der Engländer. Der Champion von 2008, 2014 und 2015 ist überzeugt, dass er nichts falsch gemacht hat. «Ich war schneller als Nico, ich lag vorne, ich liess ihm genügend Raum. Mehr kann ich nicht machen.»

Auf die Frage, ob Lewis eine Absicht von Rosberg vermutete, sagt der Brite: «Auf so eine Diskussion lasse ich mich nicht ein. Ich will nicht das Negative betonen. Ich freue mich einfach, dass ich ein Rennen gewonnen habe. Alles andere würde mich nur runterziehen, und darauf habe ich keine Lust. Ihr habt alles gesehen, was passiert ist. Und ihr könnt selber eine Meinung dazu bilden. Ich für meinen Teil behalte diese Meinung lieber für mich.»

«Dies ist ein harter Kurs, um einen Gegner zu überholen. Mir ist es endlich gelungen, auf dieser Bahn zu gewinnen. Ich bin glücklich. Auf den Rest will ich nicht eingehen.»

«Ich selber hatte keine Probleme mit den Bremsen. Manchmal werden sie ein wenig heiss, aber das war hier wohl nicht der Fall. Jedenfalls hat das zum Schluss des Rennens keine Rolle gespielt, in meinem Auto, meine ich.»

Die Rivalität zwischen Hamilton und Rosberg macht Teamchef Toto Wolff Kopfweh. Lewis meint: «Für mich an Bord war die letzte Runde aufregend, und ich schätze, für die Fans war es das auch. Die Rennsportfreunde wollen doch Action sehen, dafür kommen sie zu den Rennstrecken. Damit kann ich gut leben.»

Auslöser für die Attacke von Lewis waren nicht nur die Bremsprobleme am Silberpfeil von Rosberg (Ausfall der elektronisch gesteuerten Hinterradbremse). Lewis sagt: «Er hat einen Tick zu früh eingelenkt für Kurve 1. Er geriet dann ganz leicht auf den inneren Randstein, was du normalerweise zu vermeiden versuchst. Denn dann kannst du nicht früh genug aufs Gas, zudem katapultiert dich der Randstein weg von der idealen Linie. Die Gefahr für mich dahinter: Wenn ein Fahrer die Linie verhagelt, dann ist es leicht, sich nicht nur ablenken zu lassen, sondern auch noch den gleichen Fehler zu begehen !»

«Ich habe es aber geschafft, die Kurve sauber zu fahren, ich hatte guten Schwung zur Kurve 2 hoch. So viel Schwung, dass ich aussen vorbeigehen konnte, die Innenseite hatte er klug geschützt.»

Zur Kritik von Toto Wolff («ich habe die Nase voll, nach den Rennen Kollisionen zu analysieren») meint Lewis: «Ich will mich da nicht zu sehr einbringen. Jeder konnte sehen, wie viel Raum ich liess. Da hätten drei Autos Platz gehabt innen! Mein Job ist, Rennen zu gewinnen. Totos Job ist es, uns zu managen. Ich kämpfe hier um den WM-Titel, und ich werde auch weiterkämpfen. Hoffentlich ohne Kontroversen.»

«Auch ich will keine Stallorder. Ich will Rad an Rad mit anderen Piloten kämpfen. Als ich früher die Rennen von Schumacher und Barrichello bei Ferrari sah, da war ich als Fan enttäuscht. Das wollte ich nicht sehen. Ich will Duelle sehen. Ich bin da wie jeder Motorsportfreund. Klar können dabei auch mal Späne fliegen, aber für mich ist das Teil des Sports.»

Eine Weile kursierte, der Sieg von Hamilton hänge am Seidenfaden, weil er Rosberg unter gelber Flagger (Unfall von Sergio Pérez) überholt habe. Aber Lewis sagt: «Die Flagge war da, das stimmt, aber sie war weiter vorne. Zudem verlangsamte Nico markant, weil sein Auto beschädigt war. Von daher wusste ich, dass ich nicht in Schwierigkeiten war.»

Die Rennpolizei ging darauf nicht ein, es gab keine Untersuchung gegen Hamilton. Lewis musste nur wegen der Kollision mit Nico bei

der Rennleitung antraben.
Hand aufs Herz: War Lewis nicht baff, dass er auf dem Siegerpodest ausgebuht wurde? Hamilton: «Das macht mir wirklich nichts aus. Es gab auch viele Fans, die meine Kappen trugen und den Union Jack zeigten. Die haben nicht gebuht. An ihrer Unterstützung baue ich mich auf. Wenn jemand anders mich nicht mag, dann ist das eher ihr Problem als meines.»

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Mathias Brunner
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