Maurizio Arrivabene: Wieso Ferrari Räikkönen behält

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene spricht über die Hintergründe, wieso der Finne Kimi Räikkönen trotz seiner 36 Jahre nochmals einen neuen Vertrag erhalten hat.

Millionen von Kimi-Räikkönen-Fans atmen auf: «Iceman» wird auch in der kommenden Saison Formel 1 fahren, der finnische Weltmeister von 2007 hat bei Ferrari einen neuen Einjahresvertrag unterzeichnet.

Zuvor war wochenlang über mögliche Kimi-Nachfolger spekuliert worden: Sergio Pérez und Carlos Sainz, Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton, Romain Grosjean und Esteban Gutiérrez.

In Silverstone sagt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene zum neuen Abkommen für den 20fachen GP-Sieger: «Zunächst einmal hat er neuen frischen Vertrag erhalten, weil er das verdient hat. Bei der Fahrerfrage musst du immer auch darauf schauen, was für dein Team das Beste ist. Wir fanden es für den Rennstall nicht zielführend, einen anderen Piloten zu holen, sondern uns auf die Entwicklung des Wagens zu konzentrieren.»

«Wir haben mit Vettel und Kimi zwei hervorragende Fahrer. Wir sahen uns nicht im Zwang, jemanden auszuwechseln. Vielmehr wollten wir endlich den Druck von den Schultern Kimis nehmen. Der entscheidende Anruf von Präsident Sergio Marchionne kam gestern, nachher war es nur noch eine Frage von Stunden, bis alles geregelt war.»

«Generell haben wir andere Probleme als die Fahrer. Wir wissen, dass wir auf jeder Ebene noch besser werden müssen, wenn wir Mercedes einholen wollen. Wir sind mit der Arbeit von Kimi sehr zufrieden, wir haben gesehen, wie er sich reinhängt. Wir fanden, das muss belohnt werden. Wir wollten aber auch Stabilität und eine gute Atmosphäre im Team behalten. Daher war es naheliegend und logisch, Kimi zu behalten.»

«Üblicherweise gibt Ferrari die Fahrer in Monza bekannt. Wir wollten nicht so lange warten. Denn fast bei jeder Konferenz wurde Räikkönen nach seiner Zukunft gefragt. Einige Artikel, die geschrieben wurden, fand ich Kimi gegenüber respektlos. Am Lenkrad dieser tollen Autos sitzen noch immer Menschen, und auch wenn Kimi der «Iceman» genannt wird, ist er doch ein Mensch. Ich fand, diese ganzen Spekulationen brachten zu viele Unruhe ins Team. Der neue Vertrag soll zeigen, dass uns Stabilität wichtig ist.»

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