Pirelli-Reifen 2017: Teams haben wenig zu sagen

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Aus Logistikgründen wird Formel-1-Reifenlieferant Pirelli die Mischungen für die ersten Rennen der Saison 2017 wohl selber festlegen – ohne Wahlrecht für die Rennställe.

Pirelli hat am Silverstone-GP-Wochenende festgelegt, in welcher Weise in den kommenden Wochen mit den neuen 2017er Reifen getestet wird. Problematisch war die Terminfindung vor allem durch den vollen GP-Kalender mit 21 Rennen. So geht Ferrari unmittelbar nach dem Deutschland-GP (31. Juli) in Fiorano auf die Strecke, um auf dem künstlich bewässerten Firmenkurs die verschiedenen Regenreifen-Spezifikationen zu testen.

Am 3. und 4. August ist dann Red Bull Racing an der Reihe, in Mugello werden die neuen Slicks aufgezogen. Die weiteren Teststrecken neben Fiorano und Mugello sind Barcelona, Paul Ricard sowie Abu Dhabi. Alle gesammelten Daten werden von Pirelli sämtlichen Teams zur Verfügung gestellt.

Und so sieht der Testplan aus:

1. und 2. August: Fiorano, Ferrari, Regenreifen (2 Testtage)
3. und 4. August: Mugello, Red Bull Racing, Slicks (2 Testtage)
6. und 7. September: Barcelona, Ferrari, Slicks (2 Testtage)
6. bis 8. September: Paul Ricard, Mercedes, Slicks (3 Testtage)
21. und 22. September: Paul Ricard, Mercedes, Regenreifen (2 Testtage)
12. und 13. Oktober: Barcelona, Mercedes, Slicks (2 Testtage)
14. bis 16. Oktober: Abu Dhabi, Red Bull Racing, Slicks (3 Testtage)
2. und 3. November: Abu Dhabi, Red Bull Racing, Regenreifen (2 Testtage)
14. bis 16. November: Abu Dhabi, Ferrari, Slicks (3 Testtage)
29. November: Abu Dhabi, Ferrari, Mercedes und Red Bull Racing (1 Tag)

Damit sehen sich die Mailänder im Plan für die kommende Saison mit den breiteren Reifen. Die Walzen vorne sind sechs Zentimeter breiter (30,5 cm, derzeit 24,5 cm), die Reifen hinten werden acht Zentimeter breiter (40,5 cm 2017, derzeit 32,5 cm).

Aber die Logistik zum kommenden Jahr ist so komplex, dass die Italiener die Reifenmischungen für die ersten Übersee-GP wohl selber zusammenstellen werden. Denn es bleibt beim Vorlauf von vierzehn Wochen, um Walzen in genügender Anzahl herstellen zu können (was übrigens in Werken in der Türkei und in Rumänien passiert).

Entwicklungsleiter Mario Isola sagt im Rahmen einer Medienrunde in Silverstone: «Wir wollen das Reglement an sich behalten, also auch künftig pro GP-Wochenende drei verschiedene Mischungen im Angebot haben. Aber wir diskutieren derzeit mit den Teams, wie wir das zu den ersten Grands Prix des Jahres 2017 hin umsetzen sollen. Denn wir brauchen einfach Zeit, um Walzen in genügender Anzahl herzustellen und sie dann auch zum Rennort zu bringen.»

Schon vor der Saison 2016 mussten die Teams ihre Wahl für die ersten Rennen des Jahres treffen, noch bevor sie also bei den Wintertests Erfahrungen mit den jüngsten Produkten der Italiener sammeln konnten! Denn die Wintertests 2016 endeten erst zwei Wochen vor dem Saisonauftakt in Australien.

Mario Isola weiter: «Wir könnten die Vorlaufzeit von vierzehn Wochen verringern, aber viel geht da nicht. Zudem kennen wir den WM-Kalender 2017 noch gar nicht. Wenn die Zeit so knapp sein sollte wie 2016, dann wird uns nichts anderes übrig bleiben, als ähnlich vorzugehen. Klar könnten wir Reifen schon früher produzieren und allen Teams die gleichen Mischungen geben, aber das war nicht der Wunsch der FIA. Und auch einige Teams wollen sich die Freiheit nicht nehmen lassen, durch eine ungewöhnliche Reifenwahl vielleicht einen strategischen Vorteil zu gewinnen.»

Isola bestätigt, dass derzeit mit den Teams und den Vertretern der FIA eine einvernehmliche Lösung gesucht wird.

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