Silverstone: Sieg für Mercedes-Star Lewis Hamilton

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton ist der erste GP-Pilot, der auf dem Silverstone Circuit drei GP-Siege in Folge erzielt hat

Lewis Hamilton ist der erste GP-Pilot, der auf dem Silverstone Circuit drei GP-Siege in Folge erzielt hat

Formel-1-Champion Lewis Hamilton fuhr auf dem Silverstone Circuit seinen vierten Heimsieg ein. WM-Leader und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg muss eine Strafe fürchten.

Ein Regenschauer, der sich knapp 20 Minuten vor dem Start zum Grossbritannien-GP über dem Silverstone Circuit ergoss, sorgte für einen geregelten Auftakt ins zehnte Rennen der Saison. Denn als die Formel-1-Stars zum Rennen starteten, waren noch viele nasse Stellen auf der Piste zu sehen. Deshalb wurde das Rennen hinter dem Safety-Car aufgenommen.

So kam es, dass Pole-Setter Lewis Hamilton das Feld vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg, Red Bull Racing-Talent Max Verstappen, Daniel Ricciardo im zweiten RB12 und Kimi Räikkönen anführte. Hinter dem Finnen, der an diesem Wochenende seine Vertragsverlängerung mit Ferrari um ein weiteres Jahr verkündet hat, belegten Valtteri Bottas, Carlos Sainz, Nico Hülkenberg, Fernando Alonso und Sergio Pérez die restlichen Top-Ten-Positionen.

Sebastian Vettel, Felipe Massa, Romain Grosjean, Esteban Gutiérrez, Daniil Kvyat, Kevin Magnussen, die beiden Lokalmatadoren Jenson Button und Jolyon Palmer sowie Rio Haryanto, Pascal Wehrlein, Felipe Nasr und Marcus Ericsson folgten den schnellsten Zehn des Qualifyings.

Schon zum Ende der zweiten Runde erklärte Leader Hamilton, dass bald der Zeitpunkt für einen Reifenwechsel auf die Intermediates-Mischung gekommen sei, kurz darauf beschwerte er sich ungeduldig über das Tempo des Safety-Cars, bevor er sich direkt an FIA-Rennleiter Charlie Whiting wandte und über Funk forderte, ihn frei fahren zu lassen.

Frühes Aus von Mercedes-Junior Pascal Wehrlein
In der fünften Kurve wurde der WM-Leader erlöst und er blieb wie Rosberg, Verstappen und Ricciardo hinter ihm auf der Strecke, während eine ganze Reihe von Piloten gleich zur Box abbog, um Intermediates zu holen. Für Pascal Wehrlein war das die falsche Wahl. Der Deutsche rutschte in der siebten Runde in der ersten Kurve von der Piste.

«Ja, ich bin draussen. Aquaplaning in der ersten Kurve, ich hatte keine Chance», funkte Wehrlein hörbar enttäuscht, während das Feld durch das virtuelle Safety-Car eingebremst wurde. Hamilton nutzte wie Rosberg und Verstappen in der achten Runde die Chance, um die grün markierten Reifen für Mischverhältnisse aufziehen zu lassen. Ricciardo war schon eine Runde zuvor an die Box abgebogen, und beim losfahren fast mit Jenson Buttons McLaren kollidiert.

Während Leader Hamilton seinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen Rosberg in der zehnten Runde auf 5,2 sec ausbaute, arbeitete sich Hülkenberg an Alonso vorbei auf die zehnte Position. Der Deutsche gab daraufhin Gas und setzte Bottas vor sich unter Druck. Der Finne hielt der Belastung nicht stand – er legte in der Vale-Kurve einen Dreher hin und fiel auf den 13. Platz zurück. Dort sass ihm in der Folge Jenson Button im Nacken.

Marcus Ericsson: Aus in der 14. Runde

Sauber-Pilot Marcus Ericsson war der Zweite, der das Rennen aufgeben musste. Der Schwede, der am Vortag im dritten freien Training einen harten Abflug hingelegt hatte und mit einem neuen Chassis aus der Boxengasse angreifen musste, versuchte nach einem längeren Besuch an der Box noch einmal, auf der Strecke auszurücken. Er gab aber in der 14. Runde schliesslich auf.

Während Vettel in der 16. Runde als Erster im Feld den Wechsel auf Slick-Reifen der mittelharten Mischung wagte und Massa gemeinsam mit Hülkenberg und Alonso mit einem Dreikampf für Unterhaltung sorgte, erstaunte Red Bull Racing-Wunderkind Max Versteppe mit einem schönen Überholmanöver an Rosberg, der ihm die zweite Position einbrachte.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Erst fuhr Palmer ohne rechtes Hinterrad-Los und musste zurückgeschoben werden. Die Regelhüter brummten ihm eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe auf, die der Brite nicht im Rahmen eines Boxenstopps absolvieren durfte. Für noch mehr Aufregung sorgte kurz darauf ein Dreher von Ferrari-Star Sebastian Vettel ausgangs der Abbey-Kurve in der 18. Runde.

Fernando Alonso mit viel Glück

Noch schlechter erging es Grosjean, der seinen Haas-Renner eine Runde später am Streckenrand abstellen musste. Der GP ging spannend weiter, denn mehrere Formel-1-Stars sorgten mit Rutschern und Verbremsern für Action. Viel Glück hatte Alonso, der in der ersten Kurve der 24. Runde von der Strecke ins Kiesbett rutschte, dank einer Service-Bahn aber wieder aus eigener Kraft weiterfahren konnte.

Eine Runde später legte auch Sainz einen Dreher in der Abbey-Kurve hin, während Haryanto kurz darauf an gleicher Stelle seinen Manor-Renner seitlich in die Streckenbegrenzung setzte. Für den Indonesier war das Rennen damit gelaufen. Fehler erlaubten sich aber auch die Spitzenreiter, so fand sich auch Leader Hamilton in der ersten Kurve neben der Strecke wieder.

In der 29. Runde arbeitete sich Vettel am Toro Rosso-Renner von Kvyat vorbei auf die zehnte Position und war damit auf Punkte-Kurs unterwegs. In Runde 33 erwischte es Pérez in der Abbey-Kurve. Doch der 26-Jährige aus Guadalajara hatte Glück: Er konnte weiterfahren, handelte sich bei der Rutschpartie jedoch einen Bremsplatten ein.

Nico Rosberg ärgert sich über Max Verstappen

Wunderschöne Duelle bekamen die zahlreich erschienenen Fans auf den Zuschauerrängen am Silverstone Circuit zuhauf zu sehen. So lieferten sich etwa Massa und Alonso einen beachtlichen Zweikampf und Verstappen verteidigte sich mit dem Messer zwischen den Zähnen gegen die Angriffe von Rosberg, der im Heck des Teenagers lauerte und sich in der 25. Kurve beschwerte: «Er hat zweimal die Linie gewechselt, das waren zwei Bewegungen.»

In Runde 38 Arbeitete sich Rosberg schliesslich an Verstappen vorbei. Hamilton hatte seine Führung unterdessen auf 7,9 sec ausgebaut. Spannend blieb es trotzdem, denn während sich Verstappen über seine Hinterreifen beschwerte und Palmer das Rennen an der Box beenden musste, lieferte sich Vettel ein hartes Duell mit Felipe Massa.

Die Rennkommissare kündigten umgehend an, das Fahrverhalten des vierfachen Champions zu untersuchen, denn Massa beschwerte sich: «Er hat mich von der Strecke gedrückt.» Die Regelhüter sahen das genauso und brummten dem Heppenheimer, der auf der neunten Position unterwegs war, deshalb eine 5-Sekunden-Zeitstrafe auf. Vor lauter Schreck rutschte der Ferrari-Star daraufhin auch noch in der Abbey von der Strecke.

47. GP-Sieg von Lewis Hamilton

Zehn Runden vor Schluss wurde es ein bisschen ruhiger. Räikkönen jagte Pérez, der auf der fünften Position unterwegs war, und Rosberg gab noch einmal richtig Gas, um die Lücke zu seinem Teamkollegen an der Spitze zu schliessen. Mit Erfolg, sieben Runden vor dem Fallen der Zielflagge konnte der Silberpfeil-Pilot seinen ärgsten Widersacher im WM-Kampf wieder vor sich sehen.

Auch Räikkönen liess nichts unversucht, um an Pérez vorbeizukommen, doch der Finne biss sich am Mexikaner im Force India-Renner aber vorerst die Zähne aus. Erst in Runde 47 schaffte es Räikkönen in der Stowe-Kurve schliesslich dank DRS vorbei, während Rosberg die Hiobsbotschaft erhielt, nicht in den siebten Gang schalten zu können, da ein Getriebeproblem vorlag.

In Runde 50 wurde Verstappen über Boxenfunk mitgeteilt, dass Rosberg von den Stewards nach dem Rennen unter die Lupe genommen werde, weil vermutet wird, dass die strengen Boxenfunk-Regeln gebrochen wurden. «Die Sorge mit dem Getriebe ist ja auch kein Sicherheitsproblem an sich, sondern eines der Standfestigkeit», erklärte der ehemalige GP-Pilot und heutige Sky Sports F1-Experte Martin Brundle trocken.

Am Ende durfte sich Hamilton über seinen vierten Saisonsieg freuen. Hinter ihm kamen Rosberg, Verstappen, Ricciardo, Räikkönen, Pérez, Hülkenberg, Sainz, Vettel und Kvyat über die Ziellinie. Dahinter reihten sich Massa, Button, Alonso, Bottas, Nasr, Gutiérrez und Magnussen ein.

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Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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