Bernie Ecclestone: Ferrari ist wieder typisch Italien

Von Andreas Reiners
Formel 1
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone

Bei Ferrari wird es langsam aber sicher ungemütlich. Die Scuderia fährt den eigenen Ansprüchen derzeit hinterher. Ecclestone hat eine eigene Theorie, warum es nicht läuft.

In zehn Rennen gab es bislang noch nicht einen einzigen Sieg, Sebastian Vettel liegt schlappe 70 Punkte hinter dem Führenden Nico Rosberg. Und Besserung ist nicht wirklich in Sicht.

Der direkte Gegner ist Red Bull Racing, Mercedes ist weit weg. Zu weit, um mit Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton auf Augenhöhe fahren zu können. Was man ja vor der Saison als Ziel ausgegeben hatte. Die Schwächen sollen nun schnellstens ausgemerzt werden. «Will heißen – Aerodynamik und Standfestigkeit. Es wird auch ein Tag kommen, an dem wir kein Pech haben. Es wird der Tag kommen, an dem wir unsere Schwierigkeiten gelöst haben. Aufgeben liegt uns nicht», hatte Teamchef Maurizio Arrivabene in Silverstone erklärt.

Doch warum bekommt es Ferrari im zweiten Jahr nach dem großen Umbruch nicht hin, den Branchenführer anzugreifen? Chefpromoter Bernie Ecclestone hat da eine Theorie: «Ferrari ist wieder typisch Italien geworden», sagte der Brite der Bild am Sonntag.

Soll heißen: «Der große Chef Sergio Marchionne macht einen Superjob. Er möchte bei denen wieder alles zusammenbringen. Aber er hat zu viel mit anderen Dingen zu tun. Wenn du Ferrari wieder ganz nach vorn bringen willst, ist das ein Sieben-Tage-24-Stunden-Job.»

Ecclestone weiter: «Nichts gegen den Teamchef Arrivabene, aber er ist ein anderer Charakter als Marchionne. Du musst bei Ferrari von früh bis abends arbeiten, sieben Tage die Woche, auch am Wochenende. Dann kann es wieder etwas werden.»

Deshalb glaubt der 85-Jährige auch nicht, dass Ferrari 2017 die Silberpfeile angreifen kann. Er hat ein anderes Team auf der Rechnung. «Ich sehe Red Bull als größeren Herausforderer. Ich glaube, Red Bull wird der schärfste Mercedes-Verfolger 2017. Für die Formel 1 wäre Ferrari besser», meinte er.

Er selbst wird auch immer wieder auf seine Nachfolge angesprochen, als 85-Jähriger kein Wunder. Doch Ecclestone ist immer noch auf der Suche, seit Jahren schon. «Ich habe keinen gefunden, der die Dinge in meinem Sinne tun und mir gleichzeitig schon jetzt zur Seite stehen würde. Ich wäre höchst erfreut, wenn ich ihn gefunden hätte», sagte Ecclestone.

Das Problem: «Die Leute, die ich im Visier hatte, wollten gern reisen, auf ihr Bankkonto schauen und im Scheinwerferlicht stehen - aber nicht die Arbeit machen wie ich. Ich kann mich nur wiederholen: Wir brauchen einen neuen Gebrauchtwagenhändler. Fakt ist aber, dass ich früher oder später ersetzt werden muss.» Und das wird wohl erst dann sein, wenn er sterben wird. «Vermutlich wird mein Rücktritt mein Todestag sein», so Ecclestone.

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