Ferrari: Wilde Spekulationen um Arrivabene und Brawn

Von Mathias Brunner
Formel 1
Das Dream-Team von Ferrari: Teamchef Jean Todt (mit Kappe), Ferrari-Präsident Luca Montezemolo (Anzug), Michael Schumacher, Ross Brawn (mit Pokal), unten Motorenchef Martinelli und Sportchef Domenicali

Das Dream-Team von Ferrari: Teamchef Jean Todt (mit Kappe), Ferrari-Präsident Luca Montezemolo (Anzug), Michael Schumacher, Ross Brawn (mit Pokal), unten Motorenchef Martinelli und Sportchef Domenicali

​Es läuft nicht für Ferrari: Vom erklärten Ziel WM-Titel sind die Italiener weit entfernt. Logisch, dass da in den italienischen Gazetten die wildesten Spekulationen ausgebrütet werden.

Ferrari-Chef Sergio Marchionne hatt für die Grand-Prix-Saison 2016 das glasklare Ziel WM-Titel ausgegeben. Davon ist der älteste Formel-1-Rennstall weit entfernt: Kimi Räikkönen liegt als WM-Dritter 62 Punkte hinter WM-Leader Nico Rosberg, Sebastian Vettel ist nur WM-Fünfter. In der Markenwertung ist Mercedes den Italiener auf 335:204 Zähler enteilt.

Die meisten italienischen Zeitungen haben nicht nur den WM-Titel von Ferrari abgehakt, sie spekulieren auch wild darüber, ob die anhaltende Sieglosigkeit nicht Teamchef Maurizio Arrivabene den Kopf kosten werde. Was Marchionne bei früheren Gelegenheiten vehement dementiert hat – der Fiat-Sanierer hat wiederholt Arrivabene sein Vertrauen ausgesprochen. Dennoch: Ferrari ist seit September 2015 und dem Sieg von Vettel in der Nacht von Singapur ohne GP-Erfolg.

Ferrari nimmt zu Mutmassungen in Personalfragen, in den italienischen Zeitungen an der Tagesordnung, nur in den dringendsten Situationen Stellung.

Fakt ist aber, dass Ferrari-Präsident und Fiat-CEO Marchionne in Maranello gewesen ist. Der Spitzenmanager wollte von seinen Angestellten wissen, was Ferrari braucht, um diese Saison noch zu retten.

Denn die drei grossen Probleme von Ferrari scheinen noch immer nicht gelöst zu sein: Aerodynamisches Manko gemessen an Mercedes-Benz und Red Bull Racing, zu wenig effiziente Nutzung der Pirelli-Reifen, mangelnde Standfestigkeit (Stichwort Getriebeschäden).

Es wird davon geschrieben, dass der langjährige Technik-Chef Ross Brawn erneut kontaktiert worden sei, um wieder in Maranello zu wirken. Die Idee ist grundsätzlich die richtige: Der Erfolgsausweis von Brawn spricht für sich – sieben WM-Titel mit Michael Schumacher, zwei bei Benetton, zwei bei Ferrari, dann Weltmeister mit dem eigenen Team 2009 (BrawnGP), schliesslich Fundamentleger bei Mercedes zu den Erfolgen, die nun eingefahren werden.

Aber noch Ende Juni hat der 61jährige Brawn beteuert, dass eine Rückkehr in den GP-Sport für ihn nicht in Frage komme.
Im Rahmen des Goodwood Festival of Speed sagte der Engländer der britischen Sky: «Ich bin der Meinung, man sollte in solchen Dingen niemals nie sagen. Aber ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist. Nichts, was bislang aufgetaucht ist, würde mich interessieren und motivieren, daran etwas zu ändern. Es liegt in meiner Natur: Wenn ich etwas mache, dann hänge ich mich voll rein, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ich bin nicht sicher, ob ich mich nochmals so in eine Arbeit hineinknien möchte.»

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