Nico Rosberg und Lewis Hamilton: Freundschaft ist weg

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg und Lewis Hamilton in Silverstone

Nico Rosberg und Lewis Hamilton in Silverstone

​Verdammt lang her, seit Nico Rosberg und Lewis Hamilton die Kartbahnen unsicher machten und davon träumten, in der Formel 1 anzutreten. Das tun sie jetzt. Aber Freunde sind sie keine mehr.

Wo der Kampf um das gleiche Stück Asphalt beginnt, hört die Kameradschaft zwischen Rennfahrer auf. Und wenn aus dem Zweikampf ein Titelduell wird, dann hält keine Freundschaft dieser Belastungsprobe stand. Das beste Beispiel dafür sind Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Zu Kartzeiten tingelten sie durch Europa und träumten an langen Abenden davon, eines Tages Formel 1 zu fahren. Da sind sie nun. Leider sind sie auch im gleichen Rennstall. Und sie haben das identische Ziel: Formel-1-Weltmeister werden. Das zersetzt jede noch so stark scheinende Freundschaft wie Säure.

Die Formel-1-Saison 2016 nimmt einen seltsamen Verlauf. Nico Rosberg hat die ersten vier Grands Prix gewonnen – aber von den jüngsten sechs Rennen nur noch eines. Lewis Hamilton musste bis zum sechsten Saisonrennen in Monaco warten, um den ersten Sieg an Land zu ziehen, und der wurde ihm von Red Bull Racing noch geschenkt. Aber er hat aus den letzten fünf Grands Prix vier Siege geholt.

Ergebnis: WM-Leader Nico Rosberg steht bei 168 Punkten, Verfolger Hamilton kommt auf 167, wir sind wieder ganz am Anfang. Dabei hatte Rosberg einmal 43 Punkte Vorsprung.

Dem Guardian gegenüber sagt Nico Rosberg: «Lewis zu bezwingen, das finde ich besonders befriedigend – einfach weil er der Weltmeister ist. Ich habe wirklich enormen Respekt für ihn, aber wir sind, nun, derzeit nicht eben die besten Freunde. Da ist diese Erschwernis, die zwischen uns steht. Wir sind beide eben extrem wettbewerbsorientiert, da ist es schwierig, Freunde zu bleiben. Der Konkurrenzgedanke ist einfach zu extrem.»

«So ganz anders war es früher auch nicht: Wie viel Pizzas kannst du essen? Wer rennt schneller vom Lift ins Hotelzimmer? Wir standen ständig im Zweikampf, aber damals gab es halt keinen Einfluss des Teams, es gab die Medien nicht und nicht das ganze Geld. Das alles macht es so schwierig heute.»

Hamilton bezeichnet sich nach dem jüngsten Erfolg in England und vor dem nächsten Rennen in Ungarn als «frisch, kraftstrotzend und zuversichtlich».

Nico Rosberg meint: «Wenn ich nur auf die Punkte gucken würde, dann wäre ich ich nun massiv enttäuscht. Denn ich lag mal mehr als vierzig Zähler vor Lewis, und dieser Vorsprung ist nun weg. Aber darauf achte ich nicht.»

Nico hat vielmehr wiederholt betont, er nehme ein Rennen ums andere, abgerechnet werde im Herbst.

Rosberg weiter: «Ich sehe 2016 als eine grosse Chance, doch nicht als meine grösste. Aber es spornt mich natürlich an, wenn ich weiss, dass ich jedes Rennen gewinnen kann. Wenn wir um die Ränge 12 und 13 kämpfen würden, wäre das anders. Der Titelkampf ist von einer unglaublichen Intensität. Das Fahren selber ist nicht anders als früher. Was die Situation so erschwert – wir fahren gleichzeitig mit-, aber auch gegeneinander. Es ist da ganz schwierig, die richtige Linie zu finden. Ich habe dem Team gegenüber Verpflichtungen, immerhin wollen wir den Markentitel erfolgreich verteidigen. Aber entspricht das auch dem, was ich als Einzelkämpfer will? Mein Traum besteht darin, Weltmeister zu werden. Und dafür gebe ich alles.»

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Mathias Brunner
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