Sauber endlich gerettet: Neue Schweizer Besitzer!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Darauf haben nicht nur Schweizer Fans lange gewartet: Der GP-Rennstall aus dem Zürcher Oberland ist gerettet. Peter Sauber und Monisha Kaltenborn verkaufen ihre Anteile. Kaltenborn bleibt Teamchef.

Sauber bleibt der Formel 1 erhalten, endlich gute Nachrichten vom viertältesten GP-Rennstall (nach Ferrari, McLaren und Williams). Noch vor der offiziellen Bestätigung des Rennstalls hat das Online-Portal der Schweizer Tageszeitung Blick vermeldet, dass Sauber gerettet sei. So geht die Sauber-Holding (mit dem Rennstall Sauber Motorsport AG) zu hundert Prozent in den Besitz der Schweizer Investmentfirma Longbow (Langbogen) über.

Während Firmengründer Peter Sauber (72) keine Rolle mehr im Rennstall spielen und in Hinwil auch kein Büro mehr haben wird, bleibt Monisha Kaltenborn (45) an Bord – nicht mehr als Teilhaberin, sondern als Teamchefin. Das Team gehörte zuletzt zu zwei Dritteln Peter Sauber und zu einem Drittel der gelernten Juristin Kaltenborn.

Blick zitiert die Österreicherin mit indischen Wurzeln: «Mir fällt ein Stein vom Herzen. Die Zukunft von Sauber ist mit diesem neuen starken Inhaber gesichert.»

Peter Sauber sagt: «Ich bin sehr glücklich, dass sich meine mutige Investition, die vor sechs Jahren mit dem Rückkauf der Firma das Ziel hatte, den Standort Hinwil und den Formel-1-Startplatz zu erhalten, schlussendlich als richtig erwiesen hat.» 

Sauber: Nach Rückkauf von BMW in Schräglage

Einen Formel-1-Rennstall in der Schweiz zu betreiben, das war von Anfang an «ein vernünftiger Schritt in die Unvernunft», wie Peter Sauber den Schritt vom Mercedes-Partner in der Sportwagen-WM in den Grand-Prix-Sport bezeichnete. Aber nach dem Einstieg 1993 wurde Sauber zu einem vorbildlichen Privatteam, 2001 wurde der vierte WM-Rang erobert.

Ende 2005 übernahm der Autohersteller BMW die Mehrheit an Sauber, Peter Sauber sah seine Mitarbeiter in besten Händen und den Standort Hinwil als gerettet. Doch dann der Schock: BMW stieg auf Ende 2009 aus der Formel 1 wieder aus – obschon der Rennstall 2007 WM-Zweiter und 2008 WM-Dritter wurde. Der Vorstand glaubte nicht mehr an die Nachhaltigkeit der Formel 1.

Peter Sauber wollte sein Lebenswerk nicht zugrunde gehen sehen. Das zeugt von menschlicher Grösse, auch dafür geniesst der Zürcher in der Schweiz grösste Verehrung. Rennstallgründer Sauber wusste 2009 genau: Es geht nicht nur um mehrere hundert Arbeitsplätze im Hinwiler Rennwagen-Werk, sondern auch um Dutzende kleiner und mittelgrosser Unternehmen im Zürcher Oberland, die am Tropf von Sauber hängen. Wirtschafts-Experten sprechen von mehr als 1000 Arbeitsplätzen, die betroffen sind.

Kühle Rechner warnten jedoch schon 2009: Betriebswirtschaftlich war das (vor dem Hintergrund einer weltweiten Finanzkrise) ein kühner Schritt hinaus auf sehr brüchtiges Eis. Sauber musste von 388 Mitarbeitern auf 260 abbauen. Die finanziellen Hintergründe des Rück-Schrittes BMW zu Sauber sind nie kommuniziert worden.

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