Liberty-Zukunft: Francesco Bagnaia warnt vor Verlust der MotoGP-DNA
Mit Liberty Media als neuem Mehrheitseigner steht die MotoGP vor Veränderungen. Ex-Champion Francesco Bagnaia hofft auf Wachstum – mahnt aber, die DNA der Serie zu bewahren.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Seit dem Sommer 2025 ist klar: Der US-Medienkonzern Liberty Media übernimmt die Mehrheit an der Dorna Sports (mittlerweile in MotoGP Sports Sports Entertainment Group umbenannt) und damit die kommerzielle Kontrolle über die MotoGP. Der Schritt erinnert stark an den Einstieg des Unternehmens in die Formel 1 im Jahr 2017 – eine Ära, die den Grand-Prix-Zirkus wirtschaftlich und medial auf ein neues Level gehoben hat.
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Viele Beobachter erwarten deshalb auch für die MotoGP einen ähnlichen Wachstumsschub. Gleichzeitig nimmt unter Traditionalisten die Sorge zu, dass sich die Königsklasse des Motorradrennsports zu stark verändern könnte. Bagnaia mahnt: MotoGP ist nicht Formel 1 Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Im Podcast von Gianluca Gazzoli erklärte der Italiener, dass Liberty durchaus das Potenzial habe, die Serie größer zu machen – gleichzeitig dürfe der Kern des Sports nicht verloren gehen.
«Sie haben es geschafft, die Formel 1 zu revolutionieren, und ich hoffe, dass sie auch hier großartige Arbeit leisten werden. Die MotoGP ist authentischer, bewegt sich auf absolutem Spitzenniveau und ist ein adrenalingeladener Sport. Sie ist für alle zugänglich – und genau diese DNA sollte man meiner Meinung nach nicht verändern.»
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Tatsächlich hat Liberty in der Formel 1 gezeigt, wie sich eine Rennserie stärker als Entertainment-Produkt inszenieren lässt. Große Events, Shows rund um das Rennen und ein stärkerer Fokus auf das Erlebnis für Fans haben das Bild vieler Grand-Prix-Wochenenden verändert.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Bagnaia sieht darin zwar einen Erfolgsfaktor – betont aber auch den Unterschied zwischen beiden Serien. «Ein Formel-1-Wochenende ist ein Festival – das Rennen selbst ist fast nur die Kirsche auf der Torte. Sie haben es geschafft, rund um das Rennen eine große Party zu kreieren. Bei uns hingegen geht es vor allem um die Rennen. Aber die sind besser und spektakulärer.»
Phillip-Island-Aus nur der Anfang? Wie stark Liberty künftig an der Präsentation der MotoGP schrauben wird, zeigt sich bereits an einzelnen Entscheidungen im Kalender. Für Diskussionen sorgte zuletzt die Ankündigung, den Grand Prix von Australien von der Traditionsstrecke Phillip Island Grand Prix Circuit nach Adelaide zu verlegen. Im Herbst 2026 gastiert die MotoGP damit vorerst zum letzten Mal auf der malerischen Anlage auf Phillip Island. Die Strecke gilt unter vielen Fahrern als eine der besten im gesamten Kalender – gleichzeitig blieb das Zuschauerinteresse hinter den Erwartungen zurück, der Promoter folgte den Wünschen der Dorna nur sehr träge und riskierte damit das Aus.
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Liberty verspricht sich vom Wechsel in die Millionenstadt Adelaide ein deutlich größeres Event mit mehr Fans, mehr Rahmenprogramm und größerer internationaler Aufmerksamkeit. Genau hier liegt der Balanceakt, den auch Bagnaia anspricht: Wachstum und neue Märkte auf der einen Seite – der unverfälschte Rennsport, der die MotoGP seit Jahrzehnten prägt, auf der anderen. Ob Liberty beides miteinander verbinden kann, dürfte eine der zentralen Fragen der kommenden Jahre sein.
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