Lewis Hamilton: «Rote Flaggen sind nicht nötig»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton: «Wir müssen uns doch nur daran halten, sehr viel langsamer zu fahren, wenn Doppelgelb angezeigt wird»

Lewis Hamilton: «Wir müssen uns doch nur daran halten, sehr viel langsamer zu fahren, wenn Doppelgelb angezeigt wird»

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist überrascht, dass der Automobilweltverband FIA künftig die rote Flagge einsetzen will, wenn sich eine ähnliche Situation wie im Qualifying von Ungarn ergeben sollte.

Um künftig Diskussionen über die richtige Verhaltensweise von Formel-1-Piloten bei Doppelgelb zu vermeiden, will FIA-Rennleiter Charlie Whiting künftig bei ähnlichen Situationen gleich zur roten Flagge greifen und die Session unterbrechen. Das Thema kam vergangene Woche im Qualifying zum Ungarn-GP auf, weil Nico Rosberg seine Pole-Runde drehte, als wegen Fernando Alonsos Dreher die doppelte gelbe Flagge geschwenkt wurde.

Der Mercedes-Pilot konnte beweisen, dass er vom Gas ging – und dabei 0,12 sec verlor. Für viele GP-Piloten war das zu wenig, sie verwiesen auf die Formulierung im Reglement, dass man bei Doppelgelb bereit sein muss, das Auto anzuhalten. Rosbergs Konkurrenten brachen ihre schnellen Versuche denn auch ab. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch noch der McLaren-Renner von Alonso auf der Piste. Als Rosberg den gestrandeten Woking-Renner passierte, war dieser schon von der Bahn geschoben worden.

Obwohl Rosbergs Teamkollege Lewis Hamilton zu jener Gruppe von Fahrern gehörte, die sich am lautesten über die laxe Auslegung der Regel beschwerten, zeigte er sich von Whitings Entscheidung überrascht: «Man muss die Session in einem solchen Fall nicht abbrechen», winkte er lachend ab.

«Heisst das wirklich, dass wir die Session abbrechen, wenn Fernando wieder einen Dreher hinlegt? Wir müssen uns doch nur daran halten, sehr viel langsamer zu fahren, wenn Doppelgelb angezeigt wird. Wir müssen vorsichtig sein, und das ist ja der Sinn der Sache», erklärte der Weltmeister und WM-Leader, der die Regel deshalb als «nicht ideal» einstuft.

Auch, weil die gleiche Diskussion während einer einfachen Gelbphase auftauchen könnte. Hamilton betont: «Man sollte sich in diesem Fall nicht verbessern und um ein gewisses Mass langsamer unterwegs sein als auf der vorherigen schnellen Runde. Wenn man die Session unterbricht, dann ist das garantiert. Doch es bleibt unklar, was man nach der gelben Flagge machen darf.»

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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