Nico Rosberg: «Kupplung hatte zu viel Biss»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg nach dem überlangen Stopp

Nico Rosberg nach dem überlangen Stopp

​Mercedes-Fahrer Nico Rosberg liegt nach einer weiteren Niederlage schon 19 Punkte hinter Lewis Hamilton. Der Deutsche sagt, was schief gelaufen ist und wie er das Ruder herumzureissen gedenkt.
Nico, kannst du bitte den Zwischenfall mit Max nochmals aus deiner Sicht schildern und Stellung zur Strafe nehmen?

Das war Racing. Im Moment, als ich an Max vorbei ging, war ich wirklich begeistert, weil ich den Angriff von weit hinten begonnen hatte und mir das dennoch gelungen war. Zudem war ich davon überzeugt, dass ich mir damit mindestens den zweiten Platz geholt hatte. Das wäre so etwas wie Schadensbegrenzung gewesen. Dann aber kam die Strafe.

Was sagst du Leuten, die fragen würden: Muss das verwundern? War das keine ähnliche Situation wie in Österreich?

Nein, das ist nicht vergleichbar. Die Autos waren ganz anders auf der Bahn positioniert. Und ich war klar vorne. Es gab keine Kollision.

Findest du, die Rennpolizei ist mit dir überhart verfahren?

Nein, ich wurde nur überrascht, dass so etwas eine Strafe wert ist.

Einmal hinter den Red Bull hast du keinen Weg vorbei gefunden.  Es sieht so aus, als habe Max beim Bremsen die Linie geändert. Hat dich das dazu gezwungen, so tief in die Kurve zu stechen?

Das hat es sicher nicht einfacher gemacht. Und wir haben am Freitag darüber diskutiert, dass so etwas bitteschön zu vermeiden sei.

Sollten sich das die Rennkommissare nicht ein wenig genauer anschauen?

Es liegt nicht an mir, das zu entscheiden. Sie werden schon wissen, was sie tun.

Wie sollen wir Konstanz bei solchen Entscheidungen erhalten?

Das ist fast unmöglich, weil keine Situation wie die nächste ist. Und das wird sich auch nicht ändern, bis wir die gleichen Kommissare haben, die mit uns rund um die Welt ziehen. Das ist eine Situation, die gewiss verbessert werden kann, und das sage ich nicht, weil es mich heute getroffen hat. Das sage ich, weil es schon viele Vorfälle gegeben hat.

Kannst du über den schlechten Start reden?

Die Kupplung hatte zu viel Biss. Das hätte ich nie erwartet, denn während der Formationsrunde hatte sich alles prima angefühlt.

Wie schnell hast du gemerkt, dass da etwas nicht stimmt?

Direkt. Aber wenn die Reifen dann zu stark durchdrehen, dann bist zu machtlos, dann ist es vorbei.

Wie frustrierend ist es, weiter Zeit bei einer Strafe zu verlieren?

Im Moment war mir gar nicht klar, dass wir zu viel Zeit herschenkten. Es fühlte sich einfach wie eine Ewigkeit an, dort zu stehen. Rückblickend gingen so viele Dinge schief, da spielte das mit der Stoppuhr auch keine Rolle. Ich hätte die Red Bull eh nicht gepackt. Sie waren mit weicheren Reifen schneller.

Ist der Mercedes ein schwierig zu fahrendes Auto, wenn man einmal hinten liegt?

Nein, wir haben ein tolles Auto. Leider waren die anderen heute sehr schnell.

Lewis scheint in den letzten Rennen sehr stark zu sein. Was kannst du tun, um das Ruder herumzureissen?

Lewis ist nicht nur in den letzten Rennen sehr stark gewesen, er ist immer sehr stark. Heute bin ich einfach so enttäuscht, weil ich wirklich eine tolle Quali hatte und mich wunderbar gefühlt hatte. Im Renntrimm war es am Freitag auch sehr gut gelaufen. Ich dachte, ich kann das nach Hause schaukeln, das ist mir nicht gelungen, alles ging schief.

Dein Teamchef Toto Wolff sprach von Problemen mit der Abstimmung.

Ich hatte kein gutes Gefühl für die Hinterreifen. Wir müssen analysieren, wieso die überhitzt haben.

Ist es an solchen Tagen hart …

(Sofort) Ja.

… den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu behalten?

Nein. Weil ich genügend Beweise habe – ich rapple mich aus schwierigen Situationen auf. Und das werde ich auch jetzt tun.

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Mathias Brunner
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