Rätsel Racing-Raritäten: Fette Reifen, fette Bilanz

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Das Rätsel «Racing-Raritäten» ist ein Blick zurück auf ein Rennauto, wie es in dieser Form nicht oft zu sehen war. Und es ist ein Knicks vor einer langen Tradition von Formel-1-Rennen.

Aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Name, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Beim letzten Rätsel gab es zwei Hinweise: Wir haben verraten, dass es sich um eine typische Formel-1-Eintagsfliege handelt. Allerdings hatte das Bild auch einen aktuellen Bezug, denn in den Tagen um den Monza-GP herum wurden einige Hoffnungen zerstört, welche direkt mit diesem Bild zu tun haben.

Auflösung: Die Eintagsfliege, oder besser der Eintagsflieger, ist der Argentinier Miguel Ángel Guerra, zu sehen mit seinem Osella FA 1B-Ford im Training zum Grossen Preis von San Marino in Imola 1981.

Die zerstörten Hoffnungen bezogen sich auf Imola: Vor kurzem hat Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone mit den Betreibern der Monza-Rennstrecke ein neues Dreijahresabkommen ausgehandelt, damit ist klar – es wird keinen Grand Prix von Italien in Imola 2018 geben. Die Imoleser pochen auf einen Vertrag mit Ecclestone, Ende Oktober befasst sich ein Gericht in Rom mit dem Fall.

Guerra trat mit Osella 1981 vier Mal zu einem GP-Wochenende an, aber in Long Beach, Brasilien sowie Argentinien konnte er sich nicht fürs Rennen qualifizieren. In Imola klappte das endlich, aber dann kam der junge Südamerikaner kaum einen halben Kilometer weit: Kollision mit dem March des Chilenen Eliseo Salazar, der Osella von Guerra prallte in eine Mauer und wurde an der Vorderachse so eingedrückt, dass sich Miguel Ángel einen doppelten Knöchelbruch zuzog.

«Leider habe ich nie wieder eine Chance in der Formel 1 erhalten», sagte der Argentinier später. «In meinem Land brach eine Finanzkrise aus, und es war nicht mehr möglich, frische Sponsoren für den GP-Sport zu finden.»

Zusammen mit dem Italiener Marco Apicella (GP Italien in Monza 1993, Kollision in der ersten Kurve) hält Guerra den wenig rühmlichen Rekord der kürzesten GP-Karriere.

Guerra kehrte nach Südamerika zurück und bestritt vier Jahre lang die Formel-2-Meisterschaft Codasur. 1987 debütierte er in der argentinischen Tourenwagenmeisterschaft, 1989 wurde er Meister. Guerra blieb dem Tourenwagensport bis ins Jahr 2001 verbunden, dann hängte er den Helm an den Nagel.

Von 2004 bis 2014 arbeitete er als Vizepräsident der Top-Race-Serie, heute kümmert er sich um die Karriere seines Sohnes Lucas Ariel Guerra, der in der Top-Race-Serie 2014 mit Fiat den Titel holte.

Dieses Mal zeigen wir einen Rennwagen, der durchaus bekannt ist, allerdings nicht in dieser Form und auch nicht mit diesem Piloten. Die herrlich fetten Reifen schlagen eine schöne Brücke zu den Erfolgen, denn der betreffende Pilot war in seiner Heimat fett im Geschäft. Wir haben das Bild ausserdem gewählt, weil es aus einem Rennen stammt, das eine schöne Tradition in der Formel 1 begründete.

Wer war es? Wann und wo ist das Bild entstanden?

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Rätseln!

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