Lucas di Grassi: «Die Strategie war verdammt gut»

Von Otto Zuber
Formel E

Lucas di Grassi hat mit seinem ersten Saisonsieg beim vierten Formel-E-Lauf in Mexiko-Stadt seinen Rückstand auf Leader Sébastien Buemi auf fünf Punkte verkürzt. Teamkollege Daniel Abt holte mit Rang 7 erneut Punkte.

Der vierte Formel-E-Saisonlauf – der einzige auf einer permanenten Rennstrecke – war beste Werbung für die rein elektrisch betriebene Formel-Rennserie. Hauptdarsteller auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt war Audi-Pilot Lucas di Grassi.

Der Brasilianer startete von Platz 15, wurde in der ersten Runde unverschuldet in einen Unfall verwickelt und musste bereits nach zwei Runden zu einem Wechsel des Heckflügels in der ersten Safety-Car-Phase an die Box. Das warf ihn auf den letzten Platz zurück.

Mit einem frühen Boxenstopp während der zweiten Safety-Car-Phase in der 18. von 45 Runden ging das Team ein hohes Risiko ein. Di Grassi musste zum einen nicht nur reichlich elektrische Energie sparen, um mit seinem zweiten Rennfahrzeug mehr als die normal vorgesehene halbe Renndistanz zu absolvieren. Er musste auch darauf hoffen, dass die Verfolger hinter ihm in zahlreichen engen Duellen Zeit verlieren.

Die Strategie ging auf, nach 45 Runden hatte di Grassi im Ziel einen Vorsprung von 1,966 Sekunden und eine Batterie-Restenergie von nur zwei Prozent. Diese reichte gerade noch für einige Jubel-Donuts vor der Haupttribüne.

Für Teamkollege Daniel Abt begann der Renntag sensationell, der Deutsche holte seine zweite Pole-Position in der Formel E. Diese verlor er aber wieder, nachdem bei der Nachkontrolle ein zu niedriger Reifen-Luftdruck an seinem Rennfahrzeug festgestellt wurde.

Strafversetzt auf Startplatz 18 lieferte Abt ein starkes Rennen, das mit sechs Punkten für Rang 7 belohnt wurde. In der Teamwertung belegt ABT Schaeffler Audi Sport nach vier von zwölf Rennen den zweiten Rang. Weiter geht es in der Formel E am 13. Mai in Monaco.

Lucas di Grassi, wir sind ja einiges gewöhnt in Sachen Aufholjagd von dir, aber war das die bisher spektakulärste? Startplatz 15, Letzter nach zwei Runden, und am Ende Erster?

Bevor wir über meine Leistung reden, muss ich mal ein ganz grosses Danke an mein Team sagen für diese Strategie – die war verdammt gut. Als jedoch das Safety-Car zum dritten Mal herauskam und ich meinen Vorsprung einbüsste, war ich kurz frustriert. Unter normalen Umständen hätten wir da das Rennen verloren. Aber wie schon in Hongkong: Wir geben niemals auf, wir sind in jeder Runde bis ans Limit gegangen. Und am Ende hat es sich ausgezahlt. Ein wirklich fantastischer Sieg, der jetzt gefeiert wird.

Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Was mir sicher geholfen hat, waren die Kämpfe hinter mir. Und dass Jérôme D'Ambrosio die Verfolger beschäftigt hat. Am Ende hat das den Ausschlag gegeben, aber ohne die dritte Safety-Car-Phase hätten wir diese Unterstützung nicht gebraucht.

Wie hast du es geschafft, mit der zur Verfügung stehenden Energie fünf oder sechs Runden mehr zu fahren als deine Gegner?

Durch viel Arbeit und eine Menge Erfahrung. Ich fahre ja schon ein paar Jahre Rennen. Ausserdem steckt natürlich auch viel Arbeit mit dem Team dahinter, zum Beispiel auch Simulationen von solchen Situationen. Wir sind sehr gut darin, uns an neue Umstände anzupassen. In der Formel E muss man das beherrschen, denn es ist ein Ein-Tages-Event. Wir schauen, was passiert, reagieren – und am Ende wird genau das gefeiert.

Die Formel E kommt jetzt nach Europa. Der nächste Lauf in Monaco ist dein Heimrennen...

Ja, die Ziellinie ist 100 Meter von meiner Haustür entfernt. Wir werden wieder kämpfen und schauen, was wir tun können. In Sachen reiner Speed ist uns Renault vielleicht einen Schritt voraus, aber wir sind wieder in einer besseren Situation. Wir werden noch härter arbeiten und versuchen, wenig oder keine Fehler zu machen.

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