Damian Cudlin: Plädoyer für das Überleben der IDM

Von Esther Babel
IDM
Der Australier war selber Meister in der IDM Supersport 600, bevor er Erfolge in der Langstrecken-WM feierte und sogar den Sprung in die MotoGP schaffte. In seiner Heimat engagiert er sich beim Nachwuchs.

Beim IDM-Finale auf dem Hockenheimring 2016 war Damian Cudlin zuletzt persönlich bei einem IDM-Lauf dabei. Nach seinem Einsatz in der Langstrecken-WM in Frankreich nutzte er die Zeit vor seiner Heimreise nach Australien für den Hockenheim-Ausflug. Er übernahm an jenem Wochenende die Honda Fireblade des verletzten Tschechen Jan Halbich, der nach seinem Bizeps Anriss von Assen noch immer ausser Gefecht war. «Wieder in der IDM unterwegs zu sein, ist voll lustig», berichtete Cudlin damals. «Es fühlt sich an wie bei einem Klassentreffen, wo man sich lange nicht gesehen hat. Als ich am Donnerstag auf die Toilette gegangen bin, war ich eine Stunde unterwegs. An jeder Ecke trifft man einen alten Bekannten.»

Doch für Cudlin war die IDM in der Vergangenheit nicht nur ein Platz für lustige Plaudereien, sondern genau wie für seine australischen Kollegen Gareth Jones oder MotoGP-Pilot Jack Miller die erste Station in Europa auf dem Weg zu einer internationalen Laufbahn. Cudlin hatte es im Jahr 2010 zum Meister in der IDM Supersport gebracht und war in den anschließenden Jahren unter anderem in der Moto2-WM und sogar der MotoGP unterwegs.

Daher war auch Cudlin von der Nachricht schockiert, dass es im kommenden Jahr eventuell keine IDM mehr geben soll, und folgte wie zahlreiche seiner Kollegen dem Aufruf von IDM-Moderator Eddie Mielke und schickte eine Video-Botschaft. Verbunden mit der Hoffnung, dass auch die Entscheider in Sachen IDM an ihre Verantwortung gegenüber Nachwuchs und Motorsport erinnert werden.

«Die IDM ist eine sehr wichtige Meisterschaft», versichert Cudlin. «Nicht nur für Deutschland, auch international. Ich kam aus Australien und habe dort einen großen Schritt gemacht. Ich tu alles, um die Serie zu unterstützen. Wir brauchen diese Meisterschaft. Ich hoffe sehr, dass die Meisterschaft am Leben bleibt.»

Cudlin ist bis auf Abstecher bei der Langstrecken-WM nicht mehr selber als Fahrer aktiv. Umso aktiver ist er in seiner Heimat. Im Rahmen des australischen WM-Laufes auf Philip Island stellten Cudlin und Jack Miller 2016 ihre neue Organisation MotoStars vor, bei der es um Rennsport, Coaching und Training geht. Auf Kurz- und Kartstrecken gibt es Zwei-Tages-Veranstaltungen, ausgetragen in den Kategorien Junior Racing, Senior Racing und Supermoto. Sollte eines der dort ausgebildeten Talente eines Tage nach höheren Aufgaben streben, ist der Schritt in Richtung Europa unausweichlich. Die IDM wäre auch da eine gute Möglichkeit, erneut das Sprungbrett für einen Australier zu werden. Wenn es sie dann noch geben sollte.

Das komplette Video: Damian Cudlin

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