Yamaha MT-09 SP: Fahrwerksaufwertung zum Sonderpreis

Von Rolf Lüthi
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Yamaha stellt der allseits beliebten MT-09 eine SP-Version mit hochwertigeren Federelementen zur Seite. Angesichts eines Aufpreises von nur 1200 Euro/1000 Franken muss man eigentlich die SP nehmen.

Es ist immer eine Frage des Preises: Bei 8995 Euro / 9990 Franken für einen Dreizylinder-Roadster mit 850 ccm kann man nicht an den Details rummäkeln. Sicher sind die Federelemente der MT-09, besonders das Federbein, bei zorniger Gangart auf ruppigem Strassenbelag an die Grenze zu bringen. Angesichts des Preises verständlich, aber doch ein wenig ärgerlich, zumal der Motor mit seinem knurrigen Drehmoment auf der Landstrasse voll begeistert.

Yamaha hat reagiert in Form der MT-09 SP: Diese ist bis auf die Federelemente (und das schwarz hinterlegte Display) identisch mit der Standard-Version, und dennoch fällt sofort auf, dass es nicht das gleiche Motorrad ist: Gabel und Federbein leuchten in Gold. Im Gegensatz zur MT-10 SP (dem 1000er Vierzylinder der MT-Baureihe) ist die Gabel aber nicht von Öhlins, sondern eine KYB (früher Kayaba). Ein schönes Bauteil in Closed Cartridge Bauweise ohne semiaktiv regelnde Elektronik.

Auch das hintere Federbein der MT-09 SP arbeitet rein mechanisch und kommt von Öhlins. An Gabel und Federbein sind Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar, die Vorspannung des hinteren Federbeins praxisgerecht per Handrad. An der MT-09 (ohne SP) muss man sich mit einer einstellbaren USD-Gabel gleichen Durchmessers zufrieden geben, deren Innenleben mit offener Dämpferkartusche mechanisch einfacher aufgebaut ist. Dafür ist dann aber auch der Gabelservice weniger aufwändig und darum preisgünstiger. Am Federbei der MT-09 lässt sich mit einem Hakenschlüssel einzig die Federvorspannung einstellen, während sich am Öhlins-Bauteil der SP (mit auffällig montiertem Ausgleichsbehälter) auch die Zug- und Druckstufendämpfung anpassen lässt.

In Fahrt begeistert der Dreizylinder wie schon so oft mit entschlossenem Spurtverhalten und reichlich Leistung (115 PS bei 10.000/min) für die Land- und Bergstrasse. Es gibt drei anwählbare Motorcharakteristiken - welche man wählt, ist Geschmacksache - und eine zweistufige, ausschaltbare Traktionskontrolle. Man sitzt aufrecht und nahe am Lenker, fast wie auf einem Supermoto-Flitzer. Der Bremshebel ist einstellbar, der Lenker ein schönes Alu-Bauteil. Das gilt für beide Versionen, und auch beide haben eine Slipperkupplung und einen Quickshifter für das Hochschalten serienmässig dran.

Bei eher ungemütlichen Temperaturen auf der teilweise noch feuchten Rundstrecke von Anneau du Rhin kann man keinen markannten Unterschied herausfahren bzw. das Öhlins-Fahrwerk lässt sich nicht voll fordern, das Standard-Fahrwerk genügt bei dieser Gangart. Doch Tester-Phantastereien sind bei diesem Angebot eher weniger gefragt, der Rechner auf dem Smartphone schon eher: Allein das Federbein ist den Aufpreis der SP wert. Doch es gibt noch viel mehr obendrauf: Ein feiner anzeigendes TFT-Display, eine aufwändigere Farbgebung und hübsche blaue Ziernähte an der Sitzbank - und natüröoch die technisch aufwändiger gefertigte Gabel.

Unsere Empfehlung: Nicht zu lange trödeln und die SP bestellen. Auch wenn die MT-09 für sich genommen auch ein sehr reelles Angebot ist.

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