Kröger: «Jeder bestimmt selbst, ob er gewinnt»

Von Jan Sievers
Langbahn-WM
«Der Bergring ist Hardcore», meint Matten Kröger

«Der Bergring ist Hardcore», meint Matten Kröger

Nicht nur auf der Bahn hat Matthias Kröger ein glückliches Händchen. Auch im Tuning-Bereich beweist er sein Können.

Du bist gut in die Saison gestartet. In Herxheim und Bad Zwischenahn warst du jeweils Zweiter. Warum machst du dir das Leben selber schwer und gibst als Tuner deinem Kunden Stephan Katt einen Motor, mit dem er auf dem Treppchen jeweils vor dir landet? Auch Enrico Janoschka war in Schwarme mit deinem Motor auf dem ersten Platz und du nur Dritter. Kannst du dich dieses Problems nicht selbst entledigen?
Ich mache meine Arbeit immer so gut wie ich kann und da ist es egal, ob das meiner oder ein Kundenmotor ist. Jeder bestimmt selbst, ob er gewinnt. Ich freue mich, wenn mein eigener Motor mich schlägt. Ich habe den 40. Geburtstag hinter mir gelassen und da muss man auch mal ein wenig weiter denken. Stephan Katt ist im Moment gut drauf, besonders am Start kann er jeden schlagen.

Seit wann machst du deine Motoren selber?
Früher in den Neunzigern habe ich damit angefangen. Als ich Ende der Neunziger mein Häuschen zu bauen anfing, hatte ich wenig Zeit dafür. Zum Glück lernte ich damals meinen Sponsor P.Collection kennen, der es mir finanziell möglich machte, die Motoren woanders machen zu lassen. Nach ein paar Jahren bin ich wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt, habe wieder alles selber gemacht und es läuft sehr gut.

Wer gehört zu deinen Kunden?
Tobias Kroner, Enrico Janoschka, Stephan Katt, Toni Kröger und ein paar Junioren-Fahrer, um nur einige zu nennen.

Leidet die eigene Vorbereitung darunter, wenn man neben seinem Material auch noch das seiner Kunden vorbereiten muss?
Es ist ein bisschen schwierig ab und zu. Aber in diesem Jahr hatten wir noch keine Probleme mit irgendwelchen Schäden. Daher kam bis jetzt noch kein Zeitdruck auf.

Wenn ich Tuner werden möchte, bei wem kann ich das lernen?
Früher waren einige bei Otto Lantenhammer oder Hans Zierk beschäftigt und haben es da gelernt, heute gibt es aber keine klassischen Tuningstationen mehr, dafür aber viel mehr Leute, die sich um Motoren kümmern. Eigentlich muss man sich das alles selbst aneignen.

Ist es wichtig, dass man als Tuner selber mal Rennen gefahren ist?
Ich glaube schon, dass man dann alles besser verstehen kann, wie ein Fahrer den Motor braucht.

Die Saison hat für dich gut begonnen, mit einem MK-Tuning-Doppelsieg auf der Hochgeschwindigkeitspiste in Herxheim. Ist das ein Zeichen, dass ihr in Pfarrkirchen beim WM-Auftakt am Ende des Monats auch ins A-Finale kommt?
Es ist immer gut, einen guten Auftakt auf einer Weltklasse-Bahn wie Herxheim gehabt zu haben, die man mit Pfarrkirchen vergleichen kann. Bei der WM herrscht jedoch eine ganz andere Anspannung und ausserdem kommt es darauf an, wie jeder sich und das Motorrad an diesem Tag einstellt. Auch die mentale Einstellung ist bei der WM entscheidend.

Welche Ziele hast du dir für die WM gesetzt?
Ich will natürlich aufs Treppchen kommen und hoffe, dass ich es schaffe. Mir liegen eigentlich alle Bahnen des diesjährigen Kalenders. Bis auf eine, die nicht oval ist und in Frankreich liegt.

Wer sind die härtesten Gegner bei der WM?
Ich denke mal, Stephan Katt und Gerd Riss sind gut drauf. Es sind einige, die vorne mitmischen können. Wer das alles ist, sieht man wahrscheinlich erst nach Pfarrkirchen.

Was hältst du von Martin Smolinskis Einstieg auf die Langbahn?
Es ist immer eine Bereicherung, wenn neue Leute in den Langbahn-Sport einsteigen und dann gleich eine solide Leistung bringen. Leider konnte der Russe Gafurov bei seinem Langbahn-Debüt in Herxheim nicht so gut einschlagen wie Martin. Ich hoffe aber, dass er es noch mal probiert, bei trockeneren Bedingungen.

Am Wochenende fährst du auf dem Teterower Bergring. Langbahnfahrer gelten in der Regel als angstfrei. Aber wie irre muss man sein, um sich auf diesem Kurs mit 12 anderen mit Vollgas ohne Bremsen bergauf und bergab zu bewegen?
Es ist was absolut Besonderes. Du hast Recht, dass es eine Hardcore-Nummer ist, aber auch eine grosse Herausforderung. Was einem da konditionell abverlangt wird, ist nicht mit dem, was man in Herxheim körperlich leisten muss, vergleichbar. Es macht Spass, mit einem Sandbahn-Motorrad die Links- und Rechtskurven, Sprünge und Steigungen zu meistern. Mittlerweile habe ich mit dem Rechtsdrift keine Probleme mehr, wenn ich aber an meine Anfangszeit zurückdenke, hatte auch ich Probleme. Mich ruft der Berg in jedem Jahr.

Seit dem 14. Mai sind die neuen Schalldämpfer auch in Deutschland Pflicht. Nur der Teterower Bergring bildet noch eine Ausnahme.

Ja und das ist auch gut. Man weiss nicht genau, wie sich das alles auf der sehr speziellen Bahn verhält. Ich gehe da aber gelassen ran. Stephan hat den neuen Auspuff in Plattling gefahren und ist gut damit zurechtgekommen. Wir haben uns für den DEP entschieden.

Ich hoffe nur, dass die Zuschauer mit dem fehlenden Sound klarkommen und nicht enttäuscht sind. Viele gehen zum Rennen, um den Sound zu hören und mit den neuen Schalldämpfern ist es einfach anders. Beim Fahren selbst hört man mehr die Motorengeräusche und nicht nur vordergründig den Abgaslärm.
 

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