Der GP braucht Speedway-Stars und Fernsehen

Von Robert Barth
Langbahn-WM
Rzeszow freut sich auf die Langbahn-Fans

Rzeszow freut sich auf die Langbahn-Fans

Dass der Langbahn-GP neue Wege geht, finde ich gut. Auf Speedwaybahnen zu fahren, halte ich aber für den falschen Weg.

Wir haben eine Speedway-Weltmeisterschaft, die fährt man auf Speedwaybahnen, und wir haben eine Langbahn-Weltmeisterschaft, die fährt man auf Langbahnen. Dass man jetzt einen Langbahn-Grand-Prix auf einer Speedwaybahn fährt, darüber kann man geteilter Meinung sein. Es gibt Stimmen, die sagen, dass wir unbedingt nach Polen müssen, weil der Sport dort sehr gross ist. Weil es keine 1000-Meter-Bahnen gibt, fährt man halt auf einer grossen Speedwaybahn.

Prinzipiell ist das ja okay. Trotz allem geht es aber um eine Langbahn-Weltmeisterschaft, um Geschwindigkeit, um Adrenalin, um Tuner, die gutes Material machen und um Motorräder, die sehr gut abgestimmt sind. Martin Smolinski hat das in seiner Kolumne auf SPEEDWEEK.DE schön geschrieben. Es geht um Fahrer, die richtig Mut haben, das gehört zu einer Langbahn-WM.

Vechta ist auch keine richtige Langbahn, aber eine schnelle Bahn. Jetzt ging man auf 350 Meter Mindestlänge herunter; bald fahren wir in Landshut auf der Speedwaybahn einen Langbahn-GP. Was soll das?

Dass Race-Director Thierry Bouin neue Ideen hat, ist okay. Der Langbahn-Sport gehört reformiert. Er sollte sich aber nicht zu weit von seinen Wurzeln entfernen.

Wenn in Rzeszow der Langbahn-Grand-Prix gefahren wird, wird der sportliche Unterschied für einen normalen Zuschauer zu einem Speedwayrennen gar nicht so gross sein. Man kann mit einem Langbahn-Motorrad genau so schnell, wenn nicht sogar schneller, auf einer Speedwaybahn fahren, wie mit einem Speedwaybike. Das Niveau im Langbahn-GP ist in den letzten Jahren enger zusammengerückt, die Rennen sind wirklich spannend – egal, ob auf den kurzen Bahnen in Vechta oder Morizes oder auf langen wie in Forssa und Forus.

Der Sport braucht bekannte Namen

Nur: Wenn ein polnischer Fan eine Woche vorher in Thorn beim Grand Prix war und dort Fahrer wie Gollob, Hampel, Hancock und Holder sah, und er kommt dann nach Rzeszow und sieht Tebbe, Kröger, Di Palma und wie sie alle heissen – die kennt in Polen kein Mensch. Lediglich Kylmäkorpi, Smolinski und Dryml haben einen internationalen Status.

Die Fans in Polen sind fanatisch: Sie kennen ihre Helden, jeden Fahrer. Es geht nicht um die sportliche Leistung der Langbahn-Piloten. Aber wenn ich mit einem Grand Prix nach Polen gehe, dann muss ich mit der ersten Garnitur antreten. Um vom Langbahn-GP-Feld sind in Polen eben nur eine Handvoll Fahrer bekannt.

Was mir auch sauer aufstösst: Es wird nur noch mit fünf Fahrern gestartet. Wenn auf einer grossen Sandbahn wie in Forssa einer ausfällt und einer am Start stehen bleibt, dann fahren noch drei im Kreis. Da denkt der Zuschauer schnell, dass man ihn verarschen will.

In meinen Augen wäre das Wichtigste für den Langbahn-Sport, dass Top-Speedwayfahrer im Grand Prix starten. Um mehr Geld in den Sport zu bekommen, braucht es Sponsoren. Spinnen wir mal ein bisschen: Würde einer wie Gollob oder Hancock da fahren, würde er eventuell auch grosse Sponsoren mitbringen. Solche Fahrer sind bekannt. Würde sie sich auf einem anderen Geläuf bewegen, stelle ich mir vorher, dass man auch das Fernsehen leichter dazu bringen würde.

Wen hat früher das «Race of Champions» interessiert? Da kamen im aktuellen Sportstudio drei Minuten und die Sache war erledigt. Jetzt sind Vettel und Schumacher dabei und es kommt auf Sat1 zur besten Sendezeit live.

Was der Langbahn-GP braucht, ist Fernsehen. Wie kommt man dazu? Über Geld oder prominente Fahrer.

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