Mattia Pasini (Italtrans): Ein vergessener Top-Pilot

Von Frank Aday
Moto2
Mattia Pasini

Mattia Pasini

Der 32-jährige Mattia Pasini überraschte 2017 in der Moto2-Klasse mit drei Pole-Positions, einem Sieg in Mugello und nun mit Platz 2 in Silverstone. Nun erklärte er, was ihn zurück auf die Erfolgsspur brachte.

Mattia Pasini ist nach zwölf Saisonrennen 2017 WM-Sechster – eine Überraschung. In Mugello feierte der Italiener mit zu diesem Zeitpunkt bereits 31 Jahren seinen ersten Moto2-Sieg. Danach folgte Platz 2 in Barcelona, doch Pasini wurde disqualifiziert – im Öl seiner Maschine wurden Spuren von unerlaubten Additiven gefunden. Nun schaffte er es in Silverstone mit der Kalex des Italtrans-Teams erneut auf das Podest.

2015 schien Pasinis Karriere bereits beendet, als er keinen fixen Startplatz in der Motorrad-WM fand. Doch der Italiener kam im letzten Jahr als Stammfahrer für das Italtrans-Team zurück und ist 2017 stärker als je zuvor.

Zur Erinnerung: Bei einem Motocross-Unfall mit 14 Jahren erlitt Pasini eine schwerwiegende Verletzung am rechten Arm, den er seither nur eingeschränkt nutzen kann. Bremsen und kuppeln gehen beim Haudegen daher auf der linken Lenkerseite vonstatten.

Läuft die Saison besser als erwartet? «Nicht besser. Wirklich, ich habe das erwartet»,versicherte Pasini gegenüber «Crash.net». «Als ich nach meiner Pause 2015 im Jahr darauf in dieses Team kam, erkannte ich vom ersten Tag an das große Potenzial. Das Team wurde nämlich um mich herum aufgebaut. Ich bin von den perfekten Jungs umgeben: der Chefmechaniker und der Teambesitzer. Wenn du in schlechter Verfassung bist, kennst du trotzdem dein Potenzial und weißt, an welchem Punkt du dich verbessern musst. Das ist ein Unterschied zu einer schlechten Situation, wenn du dir deines Potenzials nicht mehr bewusst bist und nicht weißt, wo du mit der Arbeit ansetzen sollst. Darum habe ich damit gerechnet, in diesem Jahr stark zu sein.»

«Seit den Wintertests war ich immer vorne dabei. Die ersten drei Rennen waren mein Fehler, weil es vielleicht zu früh war, wir waren mit dem Set-up noch nicht bei hundert Prozent. Ich wollte um das Podest kämpfen und machte drei Fehler. Danach zeigten wir großartige Rennen in Jerez und Le Mans. Dann folgte ein sehr wichtiger Test in Misano, wo wir das Bike stark verbessern konnten. Ab diesem Moment war ich immer vorne dabei. Wir sind schnell und stark. Ich genieße es sehr, meine Maschine zu fahren. Nun müssen wir die Konzentration halten, denn wir müssen unsere Situation jeden Tag verbessern. Ich fühle, dass wir zurückkommen. Das ist wichtig», betont Pasini.

Der Italiener feierte in seiner GP-Karriere elf Siege, stand insgesamt 28 Mal auf dem Podest und 14 Mal auf der Pole-Position. «Viele, viele Faktoren spielen eine Rolle für den Erfolg. Die Menschen glauben, das ist ein Ein-Mann-Sport. Vielleicht trifft das für manche Fahrer mit einem anderen Charakter zu, das ist möglich. Aber für mich ist das ein Teamsport, denn das Level ist sehr hoch. Du brauchst zu jeder Zeit Gelassenheit – in guten und schlechten Momenten. Dafür musst du an die Menschen in deinem Umkreis glauben. Das ist entscheidend. Wenn ich in die Box komme, spreche ich mit meinem Crew-Chief, den Mechanikern und meinen Jungs. Ich sage aber nur zwei Worte, das war’s. Sie kennen mich. Das ist unglaublich wichtig, um auf der Strecke hundert Prozent geben zu können. Für mich gehört das alles zusammen. Das Bike und die ernsthafte Arbeit. Du brauchst ein solides Team. Wir haben alles, was wir brauchen. Im Paddock ist aber nicht jedes Team so», weiß Pasini.

Hast du mit manchen aus dem Team schon zusammengearbeitet, bevor du zu Italtrans kamst? «Ja. Ich habe zwei Techniker, mit denen ich alle meine bisherigen Siege und Podestplätze einfuhr. Das sind mein Crew-Chief und mein Daten-Mann: Giovanni Sandi und Mario Martini. Wenn ich siegte, war immer einer von ihnen in meiner Box. Bei Italtrans habe ich nun beide. Das ist ein großer Vorteil, denn sie kennen mich. Sie wissen, was ich brauche. Sie kennen meinem Fahrstil, meinen Charakter, was ich auf der Strecke will und was ich brauche. Das ist unglaublich wichtig.»

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