MV Agusta bestätigt: Moto2-Einstieg 2019 mit Forward

Von Otto Zuber
Moto2

MV Agusta und das Forward Racing Team bestätigen, was schon seit dem Valencia-GP 2017 klar ist: Der italienische Hersteller steigt 2019 in die Moto2-WM ein. Die Chassis werden von Suter Industries in der Schweiz gebaut.

Für Forward-Teambesitzer Giovanni Cuzari geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Seine Mannschaft wird 2019 mit MV Agusta in der Moto2-WM antreten. «Diesen Traum hatte ich schon zusammen mit Claudio Castiglioni, mit dem mich eine tiefe Freundschaft verband, und nun kann ich diesen Traum mit seinem Sohn Giovanni erfüllen», freut sich der Italiener, und schwärmt: «Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für mich bedeutet.»

Auch MV-Agusta-Präsident Giovanni Castiglioni freut sich: «Für mich ist die Rückkehr in den GP-Sport eine grosse Ehre.» Und er mahnt auch gleich: «Die Moto2-Weltmeisterschaft ist hart umkämpft. Um in diesem harten Umfeld erfolgreich unterwegs zu sein, müssen wir unser ganzes Können einsetzen.»

Eigentlich wollte Cuzari den italienischen Hersteller bereits für 2018 als Partner gewinnen. Doch Rennchef Andrea Quadranti stellte bereits im vergangenen Herbst klar: Ein Einstieg im letzten Jahr mit Honda-Einheitsmotoren macht keinen Sinn, weil ab 2019 die neuen Triumph-675-ccm-Dreizylinder zum Einsatz kommen. Ausserdem musste zuerst ein namhafter Chassis-Partner gefunden werden.

Das gelang Forward auch, nachdem man zunächst bei den Kalex-Chefs Alex Baumgärtel und Klaus Hirsekorn abgeblitzt war, testete man im November Suter-Maschinen, die in der Saison 2017 von den Teams Kiefer Racing und Dynavolt Intact GP eingesetzt worden waren. Nun steht fest: Die Rolling-Chassis für die Triumph-Einheitsmotoren werden bei Suter Industries in Turbenthal/CH gebaut.

Dass Suter trotz des Gewinns von drei Moto2-Konstrukteurs-WM-Titel (2010 bis 2012) einen Fremdauftrag übernimmt, ist in der Moto2-WM schon einmal vorgekommen. 2014 existierte ein Moto2-Fabrikat namens Caterham-Suter – das Bike hatte technisch mit dem malaysischen Hersteller Caterham nichts zu tun. Und MotoBi hat zum Beispiel für drei Jahre beim JiR-Team die Namensrechte gekauft, als die Mannschaft von Luca Montiron mit japanischen TSR-Fahrwerken antrat.

Forward hat bereits 2017 in Misano ein Moto2-Motorrad im MV-Agusta-Design vorgestellt. Und Cuzari hatte schon beim Sepang-GP 2015 angekündigt, er werde 2016 Teamchef bei MV Agusta für den Supersport und die Superbike-WM. Spätestens 2018 sollte dann der MotoGP-Einstieg von MV erfolgen, ein Jahr später dann die Einheitsmotoren-Ausrüstung der Moto2-WM.

Daraus wurde bekanntermassen nichts. Auch, weil MV Agusta damals rund 70 Millionen Euro Schulden angehäuft und 2015 nur 9000 Motorräder verkauft hatte. Dank der englisch-russischen Investorengruppe Black Ocean konnte eine Insolvenz abgewendet werden.

Mit dem glorreichen MV Agusta-Zeitalter unter dem Grafen Corrado Agusta mit Stars wie Agostini, Read & Co. hat die neue Ära also nicht viel mehr als den Namen gemeinsam. Mit 275 GP-Siegen und 75 Weltmeistertiteln war MV Agusta im GP-Sport die erfolgreichste Motorradmarke der ersten 30 Jahre.

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