Stefan Pierer: «Geld ist nicht der Engpass-Faktor»

Von Günther Wiesinger
Moto2

KTM-Firmenchef Stefan Pierer versichert, nicht die Kosten seien die Ursache für den Rückzug aus der Moto2-WM, sondern der Mangel an guten Technikern.

Das Moto2-Projekt von KTM ist nach zwei Jahren und 14 Siegen (acht durch Binder, sechs durch Oliveira) nach der Saison 2019 beendet worden, obwohl Brad Binder den Titelgewinn gegen Alex Márquez durch ein starkes Saisonfinish nur um drei Punkte verpasst hat.

KTM-Firmenchef Stefan betonte im Exkusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com, dass für den Rückzug der KTM RC12 nicht die Kosten der ausschlaggebende und massgebliche Grund waren.

Pierer: «Das Geld ist gar nicht der Engpass-Faktor. Aber wenn du versuchst, in drei GP-Klassen zu gewinnen – uns sind die guten Techniker ausgegangen. Wir haben für die Moto2 nicht genug gute Techniker gehabt. Deshalb haben wir entschieden, mit der Moto2 aufzuhören und die vorhandenen Techniker aufzuteilen – für Moto3 und MotoGP. Wir planen ja 2021 und 2022, mit unseren vorhandenen jungen vier MotoGP-Fahrern weiterzumachen. Dazu haben wir Jorge Martin in der Moto2 als Personalreserve. Wir stecken das Geld lieber in mein Motorrad.»

Mit den Moto3-WM-Ergebnissen in der Saison 2019 ist der KTM-Vorstandsvorsitzende Stefan Pierer nicht zufrieden. Es wurden nur fünf Siege in 19 Rennen errungen, Honda hat 14 GP-Saisonsiege erobert und nach 2014 vier von fünf Weltmeistertitel gewonnen. Nur 2016 funkte Brad Binder auf der Red Bull KTM dazwischen.

«Ich will nicht sagen, wir haben in der Moto3 den Anschluss verloren. Aber wir sind nicht mehr so stark, wie wir einmal waren. Da gibt es nichts zu beschönigen», sagt Pierer. «Das heißt, wir müssen in der Moto3-WM wieder stärker werden, denn das ist die Klasse, aus der wir herkommen. Außerdem müssen wir in der MotoGP, in der wir uns von 2022 bis 2026 für fünf weitere Jahre verpflichtet haben,  den nächsten Schritt machen. Wir möchten 2020 mit Fahrern wie Pol Espargaró und Miguel Oliveira Top-5-Plätze anstreben.»

Red Bull KTM wird übrigens in der Saison 2020 in der Moto2-Weltmeisterschaft sichtbar bleiben. «Teambesitzer Aki Ajo bedient ja mit den Moto2-Piloten Jorge Martin und Tetsuta Nagashima auch 2020 unsere MotoGP Academy», hält Pierer fest.

Die Ajo-Fahrer werden statt mit KTM und WP mit Kalex und Öhlins fahren.

«Das Design der Moto2-Motorräder schaut gleich aus wie in diesem Jahr», verriet Pierer. «Und ich erinnere mich an die Moto3-Zeiten, als Jonas Folger mit einer Kalex-KTM in Brünn gewonnen hat. Jetzt haben wir halt keinen KTM-Motor mehr im Spiel, dafür wird eine KTM-Verkleidung drauf sein», schmunzelte Pierer. «Wir haben ja mit Kalex eine langjährige Geschäftsbeziehung.»

Um die Slogans «Ready to Race» und «Road to MotoGP» nicht Lügen zu strafen, werden auf den Red Bull-Ajo-Moto2-Motorrädern auch 2020 KTM-Logos zu sehen sein.

Pierer: «Dieses Projekt ist Bestandteil unserer MotoGP Academy, unser Hauptsponsor Red Bull macht mit.»

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