Tom Lüthi: «Ich habe Umstrukturierungen verlangt»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Tom Lüthi geht auf die 30 zu. In seiner siebten Moto2-WM-Saison will er endlich um den Titel fighten. Aber dazu muss er sich nicht nur selbst verbessern, er pocht auch auf eine veränderte Teamstruktur.

Tom Lüthi bestreitet die Mittelgewichts-WM (250er-Klasse von 2007 bis 2009, seither Moto2) so lange wie kein anderer. 2016 geht der 125-ccm-Weltmeister von 2005 in seine zehnte Saison in der mittleren WM-Kategorie.

Der Berner hat weder mit der 250-ccm- noch mit der 600-ccm-Maschine jemals Titelchancen vorgefunden. Er ist jetzt 29 Jahre alt, hat 216 Grands Prix absolviert und in sechs Jahren nur fünf Moto2-Siege errungen – vier auf Suter, einen 2015 in Le Mans auf Kalex.

Im Derendinger Racing Interwetten Team sicherte sich Tom Lüthi im Vorjahr den fünften WM-Rang.

Tom Lüthi will 2016 endlich um den Moto2-Weltmeistertitel fighten. Er hat sogar seinen langjährigen Crew-Chief Alfred Willeke geopfert und gegen den Franzosen Gilles Bigot getauscht, der in den letzten sechs Jahren für Domi Aegerter verantwortlich war. Willeke hingegen arbeitet jetzt für Axel Pons.

Lüthi weiss, dass auch Johann Zarco 2015 nach ein paar nicht besonders überragenden Jahren plötzlich zum WM-Favoriten heranwuchs. Das traut er sich nach dem starken Saisonfinish (Platz 3 in Malaysia, Platz 2 in Valencia) in der kommenden Saison auch zu.

Der Kalex-Pilot hat sich auch bei Weltmeister Zarco erkundigt, warum er sich 2015 so beträchtlich gesteigert hat, nachdem er in der zweiten Saisonhälfte 2014 auf der Suter bereits mit vier dritten Plätzen aufhorchen liess.

«Ich habe mit Johann geredet. Er hat mir gesagt, er habe sich im Ajo-Team sehr wohl gefühlt», berichtet der Schweizer. «Das hat er als grössten Vorteil bezeichnet.»

Diesen Zustand des Wohlfühlens will Tom Lüthi 2016 auch im Derendinger-Team herstellen. Dazu trainiert er mehr als je zuvor, auch das Motorrad-Training wurde intensiviert – weil es Zarco und Rabat und Co. vormachen.

Tom, Randy Mamola sagt immer, ein Rennfahrer brauche einen Crew-Chief und ein Technik-Team, das bedingungslos an ihn glaubt. Wenn er weisse Reifen fordert, müssten sie ihm weisse Reifen montieren. Die echten Stars wie Lorenzo, Márquez und Rossi haben solche Mannschaften. Aber dieses Vertrauen kommt natürlich mit den Erfolgen?

Ja, Erfolge sind vertrauensbildend.

Aber wenn der Fahrer in einer Saison immer wieder eine «Up and Down» hat, dann beginnen die Zweifel. Das ist ein Teufelskreis?

Ja, sicher, ja. Das ist der Rennsport. Das kenne ich seit Jahren. Aber das Vertrauen und der volle Suppport der Crew, das ist etwas vom Wichtigsten. Das ist so.

Aber das Technomag-Team ist einst für deinen Schweizer Rivalen Domi Aegerter aufgebaut worden. Teamchef Fred Corminboeuf war früher Konditionstrainer von Aegerter. Er steht Aegerter näher als dir?

Oh, keine Ahnung. Das kann man so nicht sagen. Er will Erfolg haben, das ist ganz klar, das spürt man auch, das ist wichtig.
Aber es müssen personelle Umstrukturierungen passieren, nicht nur beim Austausch des Cheftechnikers.
Ich hatte nie das Gefühl, dass der Alfred kein guter Crew-Chief war. Im Gegenteil: Ich halte ihn für ein Genie. Das betone ich, und das ist mir wichtig.
Intern besteht die Crew aus der Mannschaft von Fred Corminbeouf. Da muss es Umstrukturierungen geben. Ich habe das konkret verlangt. Ich weiss nicht, ob er es umsetzen kann oder nicht.

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