MX-Rückblick 2017-10: Frankreich gewinnt das MXoN

Von Thoralf Abgarjan
Motocross

Trotz des Ausfalls von drei gesetzten Top-Piloten und einer weiteren Ersatz-Nominierung gewinnt Frankreich zum vierten Mal in Folge das Motocross der Nationen und Max Nagl verletzt sich im letzten Rennen der Saison.

Das Highlight des Oktobers ist das Motocross der Nationen in Matterley Basin. Team Frankreich muss auf die verletzten Marvin Musquin, Dylan Ferrandis und Benoit Paturel verzichten und nominiert Christophe Charlier, der in dieser Saison in den Endurobereich gewechselt ist. Trotzdem ist Frankreich in der Besetzung Febrve, Paulin, Charlier in der Favoritenrolle und wird dieser auch gerecht. Frankreich geht vom ersten Rennen an in Führung und gewinnt am Ende klar vor Holland und Großbritannien.

Max Anstie wächst über sich hinaus
Die Bedingungen sind schwierig: Der nasskalte Regen verwandelt die Strecke in eine eisglatte Rutschbahn. Lokalmatador Max Anstie schafft das Kunststück und gewinnt beide Läufe. Der Brite wächst an diesem Tag über sich hinaus und fährt das Rennen seines Lebens: Stets hart am Limit geht er volles Risiko, stürzt sogar und wehrt am Ende die Angriffe des heranstürmenden Jeffrey Herlings ab.

Die Briten feiern Rang 3 wie einen Sieg, denn seit 1997 standen sie nicht mehr auf einem Nations-Podium. Der schottische US-Legionär Dean Wilson fährt auf den Rängen 7 und 8 beständig und MX2-Fahrer Tommy Searle kann im zweiten Lauf mit Platz 15 seinen Beitrag zum Teamergebnis abliefern, nachdem er im ersten Rennen mit Kupplungsschaden ausfiel. Um einen Punkt schrammen die Briten sogar an Platz 2 vorbei. Diesen hat Team Holland inne. Das Team um Jeffrey Herlings hatte letztes Jahr den Sieg knapp verpasst. Herlings ist auf dem Podium nicht zum Lachen zumute. Er trat an, um zu siegen. Dieses Ziel wurde verfehlt, obwohl Herlings die Open-Einzelwertung klar gewinnt.

Team USA scheitert erneut
US-Champion Zach Osborne müht sich redlich, aber Rang 3 und 10 sind für einen Sieg beim Nationencross klar zu wenig. Thomas Covington (P17 und P22) muss auf der für ihn ungewohnten 450er-Maschine antreten. Cole Seely fällt in beiden Rennen mit kollabiertem Stoßdämpfer an seiner Honda aus!
Platz 9 geht aus sportlicher Sicht für Team USA in Ordnung. Die US-Amerikaner müssen sich nun etwas einfallen lassen, wenn sie wieder konkurrenzfähig sein wollen.

Drama für Max Nagl
Das DMSB-Team tritt mit Max Nagl, Dennis Ullrich und Henry Jacobi an. Im Qualifikationsrennen gewinnt Nagl den 'holeshot', doch der Weilheimer stürzt in Runde 4 und bricht sich das Kahnbein. Jacobi und Ullrich qualifizieren sich trotzdem auf Rang 14 für die Finalläufe, doch dort stehen sie ohne Nagl auf verlorenem Posten. Deutschland kommt über Platz 20 nicht hinaus.

Open-Starter Dennis Ullrich legt zwar ausgezeichnete Starts hin, fällt dann aber in beiden Rennen zurück und kann kein Rennen beenden.

Der mit viel Einsatz erkämpfte 19. Platz von Henry Jacobi im ersten Lauf ist am Ende des Tages das beste Ergebnis der deutschen Mannschaft. Ohne Ken Roczen und Max Nagl sind die deutschen Motocrosser auch 2017 weit von der Weltspitze entfernt.

Marvin Musquin holt die Monster-Million
Marvin Musquin holt mit 3 Siegen die Millionenprämie beim Monster Energy Cup in Las Vegas. Eli Tomac (Kawasaki) und Tim Gajser (Honda) stürzen.

Marvin Musquin gewinnt 'Red Bull Straight Rhythm'
Ende Oktober findet in Pomona/USA die vierte Ausgabe des 'Red Bull Straight Rhythm' statt, das der wiedergenesene Vorjahressieger Marvin Musquin für sich entscheidet. In der neu etablierten Zweitaktklasse treten Stars wie Ryan Villopoto und Chad Reed an. Reed muss wegen einer Fußgelenkverletzung passen. Ein Privatier, Gared Steinke, alias 'stank dog', bezwingt die Supercross-Ikone Villopoto in beiden Sprints. Dann verliert Villopoto auch noch das Stechen gegen Ryan Sipes (Husqvarna) um Platz 3 und verfehlt das Podium.

Im Finale tritt Steinke gegen den Internet-Starkomiker 'Ronnie Mac' an. Wer dieser sagenumwobene Spaßvogel, der sein Gesicht nie unverhüllt zeigt, in Wirklichkeit ist, weiß bis heute niemand. Tatsache ist: 'Ronnie Mac' hat weder ein regionales Motocross-Rennen noch ein anderes Supercross-Event gewonnen. Er hat noch nicht einmal daran teilgenommen. Er tritt grundsätzlich in Mechaniker-Latzhose, Retro-Jethelm und Gesichtsmaske auf. In Pomona pilotiert er eine Honda CR250 Baujahr 1998, also ein knapp 20 Jahre altes Motorrad und schafft es damit auf Rang 2.


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