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Marc Márquez: Sind die Titelchancen schon vorbei?

Seit dem Beginn der MotoGP-Ära 2002 hat kein Fahrer nach so einem verpatzten Saisonstart noch die WM gewonnen. Wenn es nach der Statistik geht, sind die WM-Chancen Marc Márquez bereits geschwunden.

MotoGP

Im Artikel erwähnt


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Der Sturz in Turn 2 in der vierten Runde beim Grand Prix auf dem Autódromo Termas de Rio Hondo bildeten den bisher übelsten Saisonstart in der MotoGP-WM für Weltmeister Marc Márquez.

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Der Repsol-Honda-Werkspilot stürzte beim Argentinien-GP, und als er sich wieder aufrappelte, gingen dem Spanier wohl viele frustrierende Gedanken durch den Kopf.

Denn für die Titeljagd 2017 war dieser Crash ein böser Rückschlag – angesichts der Stärke und Konstanz von Viñales und Rossi.

Seit Beginn der MotoGP-Ära 2002 hat es kein Fahrer geschafft, Weltmeister zu werden, wenn er nach zwei Rennen WM-Achter war und nur 13. Punkte (Platz 4 in Katar) auf dem Konto hatte.

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Jorge Lorenzo ist es immerhin gelungen, nach zwei vierten Plätzen in den ersten zwei WM-Läufen 2015 die WM noch für sich zu entscheiden. Er hatte aber immerhin 26 statt 13 Punkte in der Tasche, als es zum dritten Rennen ging.

Man sagte Jorge damals nach, es habe nur dank der Schützenhilfe von Márquez in Valencia zum Titelgewinn gereicht. Und weil Rossi in Valencia nach dem "Sepang Clash" vom letzten Startplatz wegfahren musste.

Es war kein wirklich makelloser Titelgewinn.

Die Kollegen von crash.net haben einen Blick auf die letzten Jahre geworfen und geschaut, wie sich die MotoGP-WM für die Favoriten nach schlechten Saisonstarts entwickelt haben.

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Wenn Sie ein Repsol-Honda-Freund sind, atmen Sie bitte tief durch.

2006: Rossi 14. in Jerez, 1. in Katar, WM-Zweiter

Rossi leistete sich 2016 in Jerez den schlechtest möglichen Saisonstart, als ihn Toni Elias in der ersten Kurve abschoss und der Yamaha-Star nach der Weiterfahrt nur Platz 14 schaffte. Der Italiener siegte dann in Katar und drehte einen 51-Punkte-Rückstand auf Nicky Hayden um, als es zum Finale ging. Rossi stürzte dort auf Platz 5, Hayden eroberte den MotoGP-Titel – ein kleiner Schock für die Motorsportwelt.

2007: Hayden 8. in Katar, 7. in Jerez – WM-Achter, Stoner WM-1.

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Mit dem Gewicht des Weltmeistertitels auf seinen Schultern hatte Nicky Hayden das ganze Jahr 2007 über Mühe, seinen Erfolg zu bestätigen. Bei den ersten zwei Rennen schaffte er nur einen achten und einen siebten Platz, in diesem Ton ging es weiter. Die Nummer 69 erkämpfte insgesamt nur drei Podestplätze in diesem Jahr.

2008: Stoner 1. in Katar, 11. in Jerez, dann WM-Zweiter

Casey Stoner begann seine Titelverteidigung in erstklassigem Stil mit dem Sieg in Katar, aber der Jerez-GP verlief so gar nicht nach seinem Geschmack. Diese kurvenreiche Piste passte gar nicht zur Ducati – Platz 11. Stoner gewann nachher drei Rennen in Serie, blieb aber in Brünn, Misano und Le Mans ohne Punkte. Der Australier lag am Saisonende als WM-Zweiter unfassbare 93 Punkte hinter Rossi.

2015: Márquez 5. in Katar, 1. in Texas, WM-Dritter

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Nach einem bescheidenen Saisonstart auf dem Losail Circuit mit Platz 5 wuchs Marc Márquez 2015 in Austin über sich hinaus. Dort glänzte er im Qualifying, wo er nach einem Motorschaden in letzter Minute in einer spektakulären Runde mit der Ersatz-Honda RC213V auf die Pole-Position brauste. Mit dem Sieg in Texas verbesserte sich Marc auf den dritten WM-Rang, Lorenzo war nur WM-Fünfter.

Was dann folgte, was eine extrem abwechslungsreiche Saison, das Pendel schwang hin und her, nach dem Zwischenfall mit Márquez in Sepang wurde Rossi bestraft, Lorenzo ließ sich als Weltmeister feiern.

2016: Lorenzo 1. in Katar, Sturz in Argentinien, dann WM-Dritter

Jorge Lorenzo erlaubte sich auch 2016 einen mittelmäßigen Saisonstart, er beschädigte den Katar-Sieg durch einen Rennsturz in Termas de Río Hondo. Der Yamaha-Star brillierte aber mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen bei den ersten sechs Rennen, er sah wie der klare Titelfavorit aus. Doch Márquez zeigte ungewohnte Konstanz, machte nur in Le Mans einen Fehler. Und als die Yamaha ab Barcelona ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren und weitere Siege ausblieben, ging es mit Lorenzos Erfolgen bergab. Er hatte längst seinen Wechsel zu Ducati bekanntgegeben und rutschte in der WM auf Platz 3 hinter Márquez und Rossi zurück.

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Was heißt das für die WM-Kampagne von Marc Márquez 2017?

Die Antwort ist ganz einfach: Marc Márquez muss einer der größten Weltmeisterschafts-Turnarounds in der modernen MotoGP-Ära gelingen.

Was die Aufgabe doppelt schwer macht: Maverick Viñales und sein Raketenstart bei Movistar-Yamaha. Der 22-jährige Spanier hat alle vier Wintertests dominiert und die ersten zwei Rennen recht unbehelligt gewonnen. Es sah wie ein Kinderspiel aus.

Dadurch liegt der Weltmeister und Honda-Star nach zwei Rennen schon unglaubliche 37 Punkte hinter WM-Leader Viñales. Und Marc hat es nicht nur mit Viñales zu tun, sondern auch mit Rossi, Ducati und bei einzelnen Rennen auch mit Suzuki. Es werden also im Laufe der Saison große Herausforderungen auf ihn warten.

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Aber wenn wir einen Fahrer kennen, der eine Situation so umdrehen kann, wie es jetzt erforderlich ist, dann ist es Marc Márquez.

Seine zehn Siege bei den ersten zehn Rennen 2014 haben alle Gegner sprachlos gemacht.

Der 24-jährige Spanier gewann 2014 nicht weniger als 13 von 18 Rennen. So dominant war in den letzten zehn Jahren kein anderer Fahrer.

Mit so einer Topform wie vor drei Jahren könnte Marc Márquez den WM-Titel 2017 noch sicherstellen.

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Aber ist so eine Siegesserie heute mit der Einheits-Elektronik und den Unsicherheiten bei den Michelin-Reifen noch möglich? Wir bezweifeln es.

Ausserdem ist die Honda RC213V momentan nicht das beste Paket, der neue Big-Bang-Motor ist nicht ausgereift, auf vielen Pisten hat Honda keine Daten dafür.

Marc Márquez ist seit sechs Monaten auf keinem GP-Podest gestanden – seit seinem Titelgewinn in Motegi/Japan im Oktober 2016.

Aber es gibt keinen hoffnungsvolleren Schauplatz für einen GP-Triumph für ihn wie Austin/Texas. Dort ist er in den letzten vier MotoGP-Jahren ungeschlagen geblieben, im Quali und im Rennen.

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Aber der Druck ist riesig.

Marc will den aufstrebenden jungen spanischen Rivalen unbedingt in die Schranken weisen.

Wenn es Marc in Texas nicht gelingt, die Erfolgsserie von Viñales zu stoppen, dann könnten die Titelambitionen für 2017 schon so gut wie abgeschrieben werden.

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