Alex Marquez nach Nullrunde: Ducatis Konkurrenz «deutlich stärker geworden»
Alex Marquez erlebt beim MotoGP-Auftakt 2026 in Thailand ein bitteres Wochenende ohne Punkte. Der Gresini-Ducati-Pilot haderte in Buriram mit der hitzeresistenten Reifenkarkasse von Michelin.
Der Saisonauftakt der MotoGP 2026 in Buriram verlief für Alex Marquez alles andere als nach Wunsch. Beim Grand Prix von Thailand stürzte der Ducati-Pilot in Runde 22 – nur eine Runde, nachdem sein Bruder Marc Marquez bereits ausgeschieden war. Damit ging der Vizechampion beim ersten Rennwochenende komplett leer aus.
Marquez war von Startplatz 7 ins Rennen gegangen und behauptete seine Position zunächst bis zur dritten Runde. Danach fiel er hinter Honda-Pilot Joan Mir auf Rang 8 zurück. In einer schwierigen Schlussphase suchte er den Anschluss, ehe ein Fehler das vorzeitige Aus bedeutete.
Bereits im Sprint hatte er als Elfter die Punkteränge verpasst. Noch im Vorjahr hatte Marquez in Buriram zweimal Rang 2 hinter seinem Bruder Marc belegt – diesmal stand am Ende die Nullnummer.
Alex Marquez blieb im Rennen blass
Entsprechend ernüchtert analysierte Marquez seinen Rennverlauf: «Nun, ich denke, das ganze Rennen bestand im Grunde nur darin zu versuchen zu überleben, würde ich sagen, und keine Fehler zu machen. Ich wollte einfach einen konstanten Rhythmus fahren. Aber am Ende sagte ich mir, wir müssen ein bisschen mehr pushen, sonst werden uns viele Fahrer überholen. Das Gefühl für die Front war nie wirklich gut, es war schwierig, das Motorrad an manchen Stellen zu stoppen. In genau diesem Moment machte ich einen kleinen, dummen Fehler – ich kam etwas von der Linie ab und rutschte über die Front weg.»
«Es ist nicht der Start, den wir uns gewünscht haben, aber wir müssen weitermachen und positiv bleiben. Die Reifenkarkasse hat uns hier viele Probleme bereitet», kommentierte der Gresini-Pilot, der trotz der Nullnummer beim Auftakt entspannt wirkte: «Es liegen noch 21 Rennen vor uns – also ruhig bleiben, keine Panik und arbeiten.»
Bis zu seinem Sturz sei die Situation zwar nicht ideal, aber kontrollierbar gewesen. Auf die Frage nach einem möglichen Leistungsabfall der Reifen erklärte er: «Ja, ich denke wie bei allen anderen auch. Aber unser Problem war, dass ich nicht richtig einlenken konnte und das Motorrad nicht im richtigen Moment verzögern konnte. Das hat die Probleme noch vergrößert, als der Reifen nachließ. Es tut mir leid für das Team, denn Platz 8 wäre unter diesen Umständen keine schlechte Platzierung gewesen. Aber es ist, wie es ist – wir müssen weitermachen.»
Ungewöhnliche Bedingungen als Schlüsselfaktor
Auffällig: Erstmals seit 2021 stand keine Ducati auf dem Podium. Marquez sieht die Ursache vor allem in den speziellen Bedingungen in Thailand. In Buriram kam eine hitzeresistente Hinterreifen-Version mit steifer Karkasse zum Einsatz, die nur bei wenigen Grands Prix verwendet wird.
«Wir werden sehen, was in den nächsten Rennen passiert. Ich hoffe und erwarte, dass es eine spezielle Situation war. In Indonesien hatten wir ein ähnliches Gefühl – dort war es die gleiche oder eine ähnliche Karkasse. Wir dürfen nicht in Panik geraten. Wir müssen arbeiten, aber ich denke, wir haben noch viel Potenzial.»
Im Vergleich zum Vorjahr sieht er zudem eine gestiegene Leistungsdichte: «Die Konkurrenz ist deutlich stärker geworden. Die anderen haben sich verbessert. Deshalb fahren wir mehr am Limit und kreieren mehr Probleme. Aber grundsätzlich liegt es daran, dass ich das Motorrad nicht so einlenken kann, wie ich möchte. Genau dort entstehen viele Schwierigkeiten. Wir hatten das gleiche Gefühl schon in Indonesien. Wir müssen etwas ändern, zu unseren normalen Karkassen zurückkehren und ab Goiânia ein stabileres Wochenende haben.»
Technische Faktoren im Fokus
Warum die Ducati Desmosedici mit der steifen Karkasse nicht harmoniert? Marquez nennt mehrere Aspekte: «Ich habe immer Probleme, wenn die 355-mm-Bremsscheiben montiert sind. Das ist der erste Punkt. Und der zweite ist, dass dieser Reifen beim Einlenken viel Schub vom Heck erzeugt. Alles zusammen bereitet mir persönlich viele Probleme. Wir müssen alles analysieren. Es sind nicht nur zwei Faktoren, das größte Problem müssen wir noch genau identifizieren – aber geholfen hat es mir definitiv nicht.»
Auch mit Blick auf das Reifenmanagement in der extremen Hitze probierte das Team Anpassungen aus, etwa beim Ride-Height-Device. Marquez verzichtete wie einige andere Fahrer auch auf die Aktivierung in kritischen Momenten, um den Reifen zu schonen: «Ja, wir haben ein wenig damit gespielt, um den Hinterreifen nicht zu überhitzen», bestätigte die Startnummer 73.
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