Luca Marini (10.): Hitze vereitelte beim MotoGP-Auftakt Hondas große Stärke
Honda-Werkspilot Luca Marini wird beim MotoGP-Auftakt in Thailand Zehnter. Reifenmanagement und die Hitze waren die großen Themen – das Qualifying bleibt für Marini der Schlüssel.
Beim Saisonauftakt der MotoGP in Thailand zeigte Luca Marini eine solide Vorstellung. Der Honda-Werkspilot startete von Platz 14, kam als Zwölfter aus der ersten Runde und behauptete diese Position bis zur 20. Runde. Nach den Ausfällen von Marc Marquez, Alex Marquez und HRC-Teamkollege Joan Mir rückte Marini weiter nach vorne. In der letzten Runde musste er jedoch noch Franco Morbidelli ziehen lassen und wurde Zehnter – damit bester Honda-Pilot. Sein Rückstand auf den Sieger betrug 19,1 Sekunden. Bereits im Sprint am Samstag hatte Marini die Ziellinie als Zehnter überquert.
Nach dem Rennen sprach der Italiener offen über die Schwierigkeiten auf dem Chang International Circuit. «Ein ziemlich hartes Rennen für alle, würde ich sagen. Nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern wegen des Reifenmanagements. Mit dem Vorderreifen war es sehr schwierig. Schon nach vier Runden gingen Temperatur und Druck durch die Decke. Ich konnte nicht mehr tief in die Kurven hineinbremsen und nicht schnell genug einlenken. Das ist im Moment eigentlich unsere stärkste Seite, weil sich das Motorrad in diesem Bereich stark verbessert hat. Aber im Rennen konnten wir das wegen der Reifentemperatur und des Drucks nicht nutzen.»
Schlechte Startposition warf Marini zurück
Grundsätzlich habe die Performance dem aktuellen Niveau entsprochen. «Das entspricht mehr oder weniger unserer tatsächlichen Leistung. Alls hängt aber sehr stark von der Startposition ab. Von Platz 14 loszufahren ist nicht einfach. Ich bin gut gestartet, habe aber auf der Geraden drei Positionen verloren. Danach konnte ich meine Position nur verwalten, weil das Renntempo bei allen sehr ähnlich ist», so Marini.
«Zwischen Platz 5 und 14 fahren wir nahezu die gleichen Rundenzeiten, das Potenzial ist sehr ähnlich. Von vorne zu starten und freie Fahrt zu haben, ist der Schlüssel, damit die Reifen besser arbeiten. Wir wissen, dass wir an der Zeitenjagd arbeiten müssen. Wir müssen weiter vorne starten und das Qualifying besser vorbereiten – nicht das Bike auf eine schnelle Runde schneller machen. Dann werden auch die Resultate besser», ist der Italiener überzeugt.
35°C für Marini kein Problem, für die Reifen aber schon
Die extremen Bedingungen in Thailand seien weniger für die Fahrer als vielmehr für das Material grenzwertig gewesen: «Nein, körperlich war es überhaupt kein Problem. Das Problem betrifft eher die Reifen, ihre Haltbarkeit und ihre Performance. Es ist einfach zu heiß. Mit all den aerodynamischen Anbauteilen bremsen wir mittlerweile ungefähr so spät wie die Moto2-Bikes. Wir belasten die Reifen enorm. Wenn es dann so heiß ist, wird es schwierig. Wir müssen darauf achten, die Reifen möglichst schonend zu behandeln und das Rennen bestmöglich zu beenden. Physisch und mental war es dagegen ziemlich einfach. Es ist aber keine besonders schwierige Strecke.»
Auch der Hinterreifen verlangte Aufmerksamkeit, wenn auch mit einem Augenzwinkern: «Ja, wir mussten managen – aber es war lustig. Wir haben es gemanagt. Ich habe es gemanagt.»
Auf die Frage nach dem Einsatz der Ride-Height-Devices erklärte Marini, dass man die Aktivierung teilweise aussetzte, um den Reifen zu schonen: «Wir spielen während des Rennens viel mit dem hinteren Device, weil wir alles genau analysieren. Schon vor dem Wochenende wird in jeder Kurve untersucht, wie sich die Reifentemperatur entwickelt, um zu verstehen, wo wir pushen können und wo nicht. Wir bereiten alles gut vor und kommen zwar nicht im besten Zustand ins Ziel, aber zumindest so, dass wir die Zielflagge sehen.»
Im Vergleich zum Vorjahr sei der Hinterreifen nicht grundsätzlich problematischer gewesen. «Vielleicht war die Reifentemperatur höher, weil den ganzen Tag die Sonne schien und keine Wolken da waren. Dadurch wurde alles noch heißer. Außerdem haben sich die Bikes und auch die Fahrer stark weiterentwickelt. Wir pushen jedes Jahr mehr, unser Niveau steigt stetig. Es ist kein Reifenproblem. Wir müssen einfach mit diesen Bedingungen umgehen. Die Entwicklung treibt alles ans Limit – und bei solcher Hitze müssen wir besonders auf die Reifen achten», so Marini.
Unterm Strich steht für Marini ein solider zehnter Rang – doch klar ist auch: Der nächste Schritt muss im Qualifying erfolgen. Nur mit einer besseren Startposition kann Honda das vorhandene Potenzial im Rennen konsequenter ausschöpfen.
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