MotoGP

Cal Crutchlow (Honda/4.): «Hätte das Rennen gewonnen»

Von - 25.06.2017 19:25

Cal Crutchlow ist davon überzeugt, dass er Valentino Rossi in Assen im Kampf um den Sieg geschlägen hätte. Nur eine Komponente hielt den Briten nach eigener Aussage davon ab.

«Ich bin happy. Mir war klar, dass ich im Trockenen eine gute Pace habe, denn das zeigte ich am Freitag. Doch wir fanden kein fantastisches Set-up, darum fuhr ich mit einer Abstimmung, die wir vorher nie ausprobiert haben. Wir hätten die Maschine besser anpassen müssen, aber dafür war am Freitag keine Zeit. Um ehrlich zu sein, hätte ich nur Platz 6 erreicht, wenn der Regen nicht gewesen wäre. Nach dem Start konnte ich nicht ausreichend pushen – vor allem aber zur Rennmitte. Trotzdem hielt ich meine Pace sehr konstant. Mein Start war schlecht, ich wurde von meiner Startposition eingebremst, denn du musst mit ihnen vorne starten, wenn du mithalten willst. So einfach ist das. Wenn ich vorne losgefahren wäre, dann hätte ich das Rennen gewonnen. Als der Regen kam, war ich nämlich schneller als sie alle», versicherte LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow, nachdem er in Assen die Ziellinie nach einem harten Kampf gegen Marc Márquez als Vierter überquert hatte.

Crutchlow unterlag Weltmeister Márquez am Ende um 0,042 sec. «Wenn du mit der Honda viele Gegner vor dir hast, dann wird der Reifen zu heiß. Der beste Teil des Rennens war, als Dovi eine Sekunde vor mir lag und ich frische Luft auf den Vorderreifen bekam. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Rennen, aber ich machte einen großen Fehler, denn ich legte meine Karten eine Runde zu früh auf den Tisch. Ich dachte wirklich, dass ich mich von Marc absetzen kann. Doch dann schnappte er mich in Kurve 5 wieder. Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich den Podestplatz sichern können. Das einzige Problem war, dass ich ihm zeigte, dass die Strecke viel trockener war, als er dachte. Dann ritt er dieses fantastische Manöver. Ich dachte, ich wäre dort schneller als er. Deshalb fuhr ich die Kurve etwas langsamer, um richtig herausbeschleunigen zu können, damit er mich vor der letzten Kurve nicht mehr schnappen kann. Denn dort war ich in der Bremsphase besser. Doch ich hörte sein Bike. Er schloss das Gas, bremste und zog das Gas dann neben mir nochmal auf. Ich hörte ein ‹waah!› und dachte, es sei jemand gestürzt oder schnappt mich jetzt. Er ging vorbei. Doch das machte Spaß. Ich genieße solche Rennen. Sie sind schwer, aber ich hege nie Feindseligkeiten gegenüber anderen Fahrern. Ich gebe immer alles, es war ein spaßiger Kampf.»

Wie waren die Streckenbedingungen, als der Regen einsetzte? «Offensichtlich nicht so schlecht, wie sie an der Spitze dachten. Ich war ziemlich clever. Auf den trockeneren Teilen der Strecke pushte ich hart, um die Reifen auf Temperatur zu halten, damit ich mehr Grip auf den feuchteren Stellen habe. Es regnete, aber das Hauptproblem war der Kurveneingang, denn die Reifen bauten ziemlich ab. Doch den Podestplatz habe ich mir selbst vermasselt. Ich habe meine Karten zu früh auf den Tisch gelegt. Ich dachte immer, dass ich gut beim Poker bin, aber offensichtlich bin ich scheiße.»

WM-Leader Maverick Viñales sorgte mit seinem Sturz für eine Schrecksekunde bei Crutchlow. «Fuck, das war eng», schlug Crutchlow die Hände über dem Kopf zusammen. «Dovi war so nah an ihm dran. Er machte das wirklich sehr gut, um ihm noch ausweichen zu können. Doch ich weiß nicht genau, was passierte. Viñales war dort so schnell. Als er vor mir lag, absolvierte er diesen Richtungswechsel so schnell, dass er danach schon weg von mir war. Doch offensichtlich wechselte er die Richtung zu schnell. Ich habe einen solchen Sturz über die Jahre schon ein paar Mal gesehen. Doch ich wusste nicht, wie er abgeflogen war. Ich konnte es nicht sehen, weil Dovi vor mir lag.»

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Cal Crutchlow vor Marc Márquez und Andrea Dovizioso © Weisse Cal Crutchlow vor Marc Márquez und Andrea Dovizioso
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