Nicolas Goyon: Was Folger in der MotoGP stark macht

Von Sharleena Wirsing
MotoGP
Obwohl Jonas Folger die letzten vier Rennen der MotoGP-Saison 2017 verpasste, landete der MotoGP-Rookie auf dem zehnten Gesamtrang. Nun blickt sein Crew-Chief Nicolas Goyon für SPEEDWEEK.com zurück.

Mittlerweile ist bekannt, warum MotoGP-Pilot Jonas Folger immer wieder unter Erschöpfungszuständen leidet, die sich 2017 vermehrt seit dem Österreich-GP zeigten. «Morbus Gilbert» lautete die Diagnose. Das ist eine genetisch bedingte Erkrankung, eine Störung in der Verarbeitung des Bilirubins, eines Abbauprodukts des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. In Japan traten die Symptome beim 24-Jährigen so heftig auf, dass er nicht mehr in der Lage war, das Bett zu verlassen.

Doch während der ersten Saisonhälfte 2017 erlebte MotoGP-Rookie Folger mit dem Tech3-Yamaha-Team noch große Erfolge. Auf dem Sachsenring kämpfte er gegen Marc Márquez um den Sieg und stand zum ersten Mal auf dem Podest der Königsklasse.

Wenn du nun nach der ersten MotoGP-Saison mit Jonas zurückblickst, hast du dann eine Idee, warum seine Ergebnisse in der Moto2-Klasse so starken Schwankungen unterworfen waren? «Ich habe ihn das oft gefragt: Mit deinem Talent und was du in der MotoGP-Klasse schon gezeigt hast, was lief in der Moto2-Klasse falsch? Er beklagte dann immer die Reifen», berichtete Folger Tech3-Crew-Chief Nicolas Goyon im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Mir hat er erklärt, dass sie ihm ein schlechtes Gefühl vermittelt haben. Er konnte mit dem fehlenden Grip am Hinterrad nicht umgehen. Die Moto2-Reifen sind ziemlich hart. Das macht es schwer, wirklich guten Grip zu finden. Ein Michelin-Reifen in der MotoGP-Klasse ist eine ganz andere Geschichte. Für ihn lief es damit von Anfang gut, als wäre diese Reifen normal für ihn.»

Jonas selbst sagte, dass die präzisen Daten, die einem MotoGP-Fahrer zur Verfügung stehen, eine große Hilfe für ihn waren. So wusste er ab dem ersten Test genau, wo er sich verbessern muss und wie er das bewerkstelligen kann. «Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der bei Yamaha sehr gut gehandhabt wird», stimmte Goyon zu. «Wir haben nämlich Zugriff auf die Daten des Werksteams. So können wir sehr präzise analysieren, was verbessert werden kann.»

Goyon weiß auch, woran der Bayer nach seiner Rückkehr auf die Tech3-Yamaha noch arbeiten muss. «Jonas muss sich noch mehr den Yamaha-Fahrstil aneignen. Denn dieser Stil macht die Fahrer schnell. Dieser Fahrstil war es auch, der Lorenzo auf der Yamaha so besonders machte. Johann Zarco legte diesen Stil sofort an den Tag. Er fährt von Natur aus so. Man muss diese Maschine sanft fahren, sanft bremsen, sanft beschleunigen und das Bike sanft aufstellen. Das ist der besondere Fahrstil, den du für eine Yamaha brauchst. Das ist sehr spezifisch. Daran arbeiten wir mit Jonas noch. Den Rest hat er bereits. Es geht also noch um ein paar Details.»

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