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Honda, Márquez und der Schatten von 2014

Ein zweiter Platz, zwei Siege und ein verlorener Sieg in Argentinien. So lautet die Bilanz von Marc Márquez nach den ersten vier MotoGP-Rennen. Steuern wir einer Saison wie 2014 mit zehn Márquez-Siegen in Folge entgegen?

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In der vergangenen Saison, in der Marc Márquez seinen vierten MotoGP-Titel gewann, brauchte er neun Rennen, um sich die WM-Führung zu schnappen. In diesem Jahr reichten ihm vier. Das ist nur ein Beispiel für die Stärke, mit der Márquez die Saison 2018 begann. Ein weiteres Beispiel: Beim letzten Rennen in Jerez gewann er überlegen auf einer Strecke, die immer schwierig für ihn war. Seit seinem MotoGP-Aufstieg 2013 schaffte es Márquez zuvor nur ein Mal auf das oberste Treppchen. Das sind alles Anzeichen dafür, dass uns eine ähnliche Saison wie 2014 bevorsteht. Damals gewann er die ersten zehn Saisonrennen und brach einige Rekorde.

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Hand in Hand mit einem fast perfekten Motorrad – im Rennsport wird das Wort perfekt nie benutzt. Seine Rennen zeigten, dass diese Maschine deutliche Vorteile bietet. Die Bilder von seiner geradezu lächerlichen Überlegenheit in Argentinien haben wir noch alle im Kopf. Auch den "einfachen" Sieg auf "seiner" Strecke in Austin und sogar den Endspurt gegen Dovizioso auf dem Losail Circuit in Katar. Es ist klar, dass Márquez im Moment auf einem höheren Level fährt als seine Mitstreiter.

Der Schlüssel zu der unbestrittenen Überlegenheit findet sich in dem Werkzeug, das ihm die HRC-Ingenieure in die Hand gaben. Nach drei Jahren voller technischer Schwierigkeiten, die Marc dazu zwangen, immer am Limit zu fahren, gaben sie ihm nun ein Bike, mit dem er nicht immer auf Messers Schneide fahren muss. Das lässt sich an seinen Resultaten ablesen und ist sichtbar, wenn man seine Fahrweise mit der vom letzten Jahr vergleicht. Man muss kein Experte sein, um den Unterschied zu erkennen.

Im letzten Jahr war Márquez’ aggressive Fahrweise ein Resultat der Notwendigkeit, die bei der Beschleunigung verlorene Zeit in den Bremsphasen wieder aufzuholen. Nun veränderte er sich zu einem Márquez mit viel fließenderen und sanfteren Linien. Er schneidet nicht mehr jede Kurve, sondern fährt sie runder. Eine weitere Tatsache: 2017 verließ Márquez Jerez nach acht Stürzen in vier Rennen. In diesem Jahr waren es nur die Hälfte.

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Durch die Charakteristik der Honda im letzten Jahr hat Márquez dazu gezwungen, die Rennen taktisch anzugehen und seine Reserven genau einzuteilen. Wenn es um Rennmanagement geht, gibt es im Moment keinen effizienteren Fahrer als Andrea Dovizioso, wie wir im letzten Jahr mehrmals gesehen haben. In diesem Jahr schränkt Márquez’ Maschine aber seinen Fahrstil nicht ein. Er kann nun vom Start bis ins Ziel Gas geben, wie wir in Argentinien, Austin und Jerez gesehen haben. Ich befürchte, dieser Trend wird sich fortsetzen. Das Echo der MotoGP-Saison 2014.

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Ein unerwarteter Bonus muss auch noch erwähnt werden: Der Vorfall in Argentinien, der Clash zwischen Márquez und Rossi. Marc wird es nicht zugeben, zumindest bis er den Titel gewonnen hat. Aber wenn man ihn kennt, dann wirkte Rossis Anschuldigung, dass Marc ein gefährlicher Fahrer ist und er sich in Gefahr fühlt, wenn Márquez in seiner Nähe fährt, auf ihn. Und seine Art zu antworten: überlegene Siege. Und das gelingt ihm auch durch die Hilfe der 2018-RCV, die ihm Honda in die Hände legte.

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