MotoGP-Piloten für 107-%-Regel bei Ersatzfahrern

Von Petra Wiesmayer
MotoGP
Marc Márquez, Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow sprachen sich in Aragón für neue Regeln beim Einsatz von unerfahrenen Ersatzpiloten aus. Jordi Torres sei aber ein ganz anderer Fall als Christophe Ponsson in Misano.

In Aragón gibt Superbike-WM-Fahrer Jordi Torres bei Avintia-Ducati sein MotoGP-Debüt als Ersatz für den verletzten Tito Rabat. Vor zwei Wochen in Misano hatte der bis dahin unbekannte Christophe Ponsson dessen Bike übernommen und heiße Diskussionen ausgelöst. Es sei immer schwierig, an einem Rennwochenende ohne  vorherige Tests sein Grand-Prix-Debüt zu geben, waren sich die MotoGP-Piloten in Aragón einig. Allerdings sei Torres ein völlig anderer Fall als Ponsson.

«Es ist ein bisschen wie in Misano, aber trotzdem anders», erklärte Marc Márquez. «Jordi fährt in der SBK und hat viel mehr Erfahrung. Ich denke, er wird daher auch schneller sein. Sein Debüt auf einem MotoGP-Bike an einem Rennwochenende zu geben, ist aber immer schwierig, da man einfach nicht genügend Zeit hat. Das erste freie Training wird sehr hart für ihn werden. Aber Jordi hat in einer der besten Meisterschaften der Welt, bei den Superbikes, viel Erfahrung.»

Natürlich hätte jeder Fahrer lieber erst die Gelegenheit, einen Test zu bestreiten, aber es würde auch keiner nein sagen, wenn seine erste Erfahrung auf einem MotoGP-Bike an einem Rennwochenende stattfinden würde, betonte Márquez. «Wichtig ist nur, dass man die Chance überhaupt hat.»

Andrea Dovizioso sprach sich für Tests aus, bevor ein neuer Fahrer an einem Grand Prix teilnehmen darf. Auch die 107-Prozent-Regel sei eine Möglichkeit, zu sehen, ob der Neuling geeignet sei, im Rennen zu starten. Ponsson hinkte in Misano fast sechs Sekunden hinter der Konkurrenz her und kam mehrmals anderen Fahrern in die Quere.

Cal Crutchlow meinte, das Team müsse eben wissen, wen es einsetze. «Ich denke, das Team sollte nicht so dumm sein und jemand auf sein Bike setzen, der dafür zahlt, ein Wochenende lang fahren zu können. Man kann jemand mit Erfahrung oder einen Jungen aus der Moto2-Klasse nehmen, der aus dem Stall des Herstellers kommt. Aber wir sollten auch die 107 prozent oder was sie vorher geleistet haben, berücksichtigen.»

Cal weiter: «Es geht nicht nur darum, diese Bikes zu fahren. Da könnte jeder kommen und für ein Wochenende bezahlen. Sie sind schwierig zu fahren. Es ist nicht, als ob man auf ein einfaches Bike springt. Die MotoGP ist eine schwierige Klasse. Man muss die Reifen lernen, den Motor, das Chassis. Es muss daher irgendeine Regel geben.»

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