Aprilia-Teammanager Paolo Bonora: Es wurden keine Veränderungen gewünscht!
Aprilia bleibt im Gespräch, was besonders den Schlagzeilen um Jorge Martin geschuldet ist. Teammanager Paolo Bonora setzt auf Kontinuität und erklärte SPEEDWEEK.com Struktur und Strategie für 2026.
Vor einem Jahr war insbesondere Paolo Bonora ein äußerst gefragter Interviewpartner. Grund für den Andrang: Der Langzeitmitarbeiter Bonora war zu Zweitakt-Zeiten für die Rennabteilung aus Noale – er musste einen beträchtlichen Teil des Rennteams frisch an Bord holen. Neben den beiden neuen Fahrern Martin und Bezzecchi stand mit Fabiano Sterlacchini ein neuer Technik-Chef in der Garage. Dazu kamen zwei neue Crew-Chiefs. So hatte Weltmeister Martin den erfahrenen Daniele Romagnoli von Pramac mitgebracht. Bezzecchi musste sich mit dem noch eher unbekannten Landsmann Francesco Venturato anfreunden. Auch im Hintergrund wurden einige neue Spezialisten in Position gebracht.
Die neu zusammengesetzte Einheit lieferte daraufhin Erstaunliches. Angefangen bei Marco Bezzecchi. Von einem holprigen Start, der den Racer noch weit weg von der Spitze sah, gelang es, sich über 22 Events so konstant zu verbessern, dass Marco Bezzecchi im letzten Aufschlag das Maß der Dinge war. Von der gemeinsamen Entwicklung profitierte auch Trackhouse. Der Doppelsieg mit Bezzecchi und Fernandez beim WM-Finale in Valencia ging in die Aprilia-Geschichtsbücher ein.
Teammanager Bonora im Rückblick: »Marco hat mit uns extrem organisiert gearbeitet, Runde für Runde, Event für Event, und so eine erstaunliche Steigerung gezeigt.»
Währenddessen ging es nur wenige Meter weiter darum, den Vollausfall von Jorge Martín zu verkraften und den Champion zweimal wieder ins Tagesgeschäft zu integrieren. Hier sieht Bonora eine nicht weniger große Leistung. «Natürlich war die Situation extrem schwierig, aber ich bin wirklich glücklich, wie Jorge und das Team damit umgegangen sind. Die Einstellung war vorbildlich und beeindruckend. Einen Weg zu finden, die Stimmung auf einem hohen Level zu halten, unter diesen Umständen und weiter zusammenzuhalten.«
Die Art und Weise, wie man im Werksteam mit der stellenweise bizarren Situation umging, den großen Knall mit Jorge Martin verhinderte und zugleich mit Marco Bezzecchi von Podium zu Podium und im Finale zu WM-Rang 3 eilte, hat eine Konsequenz für 2026. So erklärte Paolo Bonora beim
In einer Mannschaft mit Dutzenden Mitgliedern sind permanente personelle Veränderungen Gang und Gäbe und mitunter nicht zu umgehen. In Noale wurde dagegen alles dafür getan, das Team, das 2025 gemeinsam durch Himmel und Hölle führt, nicht anzutasten. Bonora: «Es wurde aktiv ausgesprochen von vielen Seiten und auch die Piloten haben den klaren Wunsch geäußert, absolut nichts an unserer Aufstellung zu ändern – und so ist es auch gekommen.»
Damit nicht genug: Trotz geänderter sportlicher Ausgangslage setzt das Aprilia-Management auch 2026 geschlossen auf die gleiche Herangehensweise. Sich mit dem WM-Dritten Marco Bezzecchi früh mit einem WM-Kampf-Szenario zu beschäftigen, ist keine Option. Paolo Bonora: «Wir gehen ganz pragmatisch zur Sache. Wir nutzen die gleiche Basis, stellen uns keinen Erwartungen und arbeiten hart, Rennen für Rennen. Wir nutzen das gleiche Team und auch die gleiche Mentalität wie in der zweiten Hälfte der letzten Saison. So hoffen wir, dass auch Marco da ansetzt, wo er 2025 aufgehört hat. Bei Jorge gilt es abzuwarten, bis er 100 Prozent fit ist. In jedem Fall haben wir volles Vertrauen in beide Piloten!»
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