Mike Leitner (KTM): «Wir wissen, die Richtung stimmt»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Red Bull-KTM-Teammanager Mike Leitner spricht über die jüngsten Fortschritte bei KTM. Und er betont, dass auch die Fahrer bei Honda und Ducati ihre Probleme haben.

Das Red Bull KTM Factory Team hat bei den ersten 42 Grand Prix in der MotoGP-Klasse 15 Top-Ten-Plätze erreicht, darunter Rang 3 im Regen von Valencia 2018 und 2019 die beachtlichen Plätze 8  in Austin und 6 in Le Mans als beste Ergebnisse im Trockenen – immer durch Pol Espargaró.

Johann Zarco sollte aber eigentlich auf demselben Level fahren. Deshalb bekommt der Franzose jetzt eine längeren Schwinge, wie er sie von Yamaha gewohnt war, dazu einen anderen Steuerkopfwinkel, Motorteile für eine sanftere Kraftentfaltung. Dazu soll die Steifigkeit an der Front reduziert werden.

Ein einzelner exklusiver Prototyp mit diesen Komponenten stand Espargaró bereits in Le Mans zur Verfügung. Deshalb schwang sich Pol im FP2 am Freitag auch erst wieder auf die KTM RC16, als sein Sturz-Motorrad repariert war.

SPEEDWEEK.com hat sich mit Red Bull-KTM-Teammanager Mike Leitner unterhalten über die jüngsten Fortschritte, den Problemfall Zarco und den überragenden Pol Espargaró unterhalten, der nach dem schwierigen Saisonstart mit Platz 6 in Le Mans (nur 5,9 sec hinter Sieger Marc Márquez und 2,9 sec hinter Rossi) auf dem Circuit Bugatti eine starke Vorstellung ablieferte.

Mike, KTM wollte Zarco schon für den Heim-GP neue Teile zur Verfügung stellen. Das hat nicht geklappt.

Wir haben in Jerez am Montag und Mittwoch nach dem Grand Prix einiges getestet. Wir hoffen, dass da einiges dabei, was Johann in Zukunft hilft. Einige Sachen hat er als positiv beurteilt, andere nicht.

Wir haben am Rahmen etwas geändert, auch am Motor wurde geringfügig etwas geändert.

Motoren-Konstrukteur Ing. Kurt Trieb bestätigte in Jerez, man müsse die Fahrbarkeit und die Kraftentfaltung verbessern.

Ja, wir versuchen, die Fahrbarkeit zu verbessern. Da kann man mit Anbauteilen wie Auspuff, Drosselklappen und solchen Teilen arbeiten. Mechanisch auch.

Johann Zarco war am Montag beim Jerez-Test nicht viel schneller als am GP-Wochenende. Pol Espargaró hingegen hat sich beim Test in Jerez klar gesteigert. Er war auch in Le Mans wieder die klare die Nummer 1.

Ja, wir haben ja zwei Fahrer im Werksteam...

Dass Johann im Moment nicht so gut performt und nicht so gut zurecht kommt, das tut uns leid. Aber wir müssen auch mit Pol vorwärts marschieren und für zwei Fahrer entwickeln.

Wir haben für Jerez auch dem Tech3-Team viele Updates gebracht, aber diese sind auch erst beim Test danach zum Vorschein gekommen. Updates bei einem Grand Prix sind immer ein Problem, weil man damit wieder fast bei Null anfängt; das kann man sich bei einem Grand Prix fast nimmer erlauben.

KTM-Firmenchef Stefan Pierer sagte, man wolle Miguel Oliveira im Tech3-Team 2019 so bald wie möglich mit demselben Material ausrüsten wie das Werksteam. Aber in Le Mans ist das nicht einmal bei Zarco gelungen. Es muss also für die nächsten Rennen viel Material hergestellt werden.

Ja, jetzt kommt es darauf an, welchen Speed wir bei der Teile-Fertigung bei den Factory Bikes vorlegen. Wir haben in Jerez an den zwei Testtagen interessante Ansätze gefunden. Pol ist am Montag eine gewaltige Zeit gefahren. Damit waren wir echt happy, auch in den Long-runs. Dabei war er vorher in den Sessions schon vorher immer Achter und Neunter.

Lagen die Fortschritt bei Pol Espargaró beim Test an den neuen Teilen?

Ja. Wir haben in Jerez nach dem Rennweekend bei ihm schon einiges geändert. Bei ihm hat sich das gut bewährt. Aber wir wollten Le Mans abwarten. Denn ein Test ist ein Test.

Jetzt wissen wir, dass die Richtung stimmt.

Muss KTM für Pol Espargaró und Johann Zarco in zwei getrennte Richtungen entwickeln? Pol fährt ja sehr aggressiv und mit viel Kraftaufwand, Johann gilt bisher eher als Schleicher, als Reifenflüsterer, der sanft und kraftsparend agieren will.

Wir versuchen schon ganz klar, dass wir ein Motorrad bauen, mit dem unterschiedliche Fahrer schnell fahren können. Das ist logisch. Das ist auch der Ansatz bei unseren technischen Änderungen – dass unser Motorrad einfacher zu fahren wird.

Aber was bedeutet kräfteraubend? Ich war in Jerez am Montag viel auf der Strecke draußen. Da habe ich wieder einmal gesehen, wie unterschiedlich man die diversen Motorräder bewegen muss. Man sieht, wie schwer Marc Márquez & Co. teilweise mit der Honda zu kämpfen haben und die Ducati-Piloten mit ihren Maschinen.

Es sieht so aus, als sei die Yamaha auf solchen Strecken sicher das fahrerfreundliche Gerät. Das zeigen ja oft genug die Topzeiten von Viñales.

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