MotoGP

Aero Body: Neue Ausnahmeregelung für Australien-GP

Von - 12.11.2019 12:11

Red Bull-KTM-Pilot Miguel Oliveira wurde im FP4 beim Australien-GP vom Winde verweht. Eventuell trugen auch die Winglets zu seinem Vollgas-Crash bei. Deshalb dürfen sie 2020 in Phillip Island abgebaut werden.

Am stürmischen Samstag beim Phillip Island-GP in Australien kam im MotoGP-Paddock wieder einmal die Diskussion über die Sinnhaftigkeit der voluminösen Winglets auf, die heute wieder genau so umfangreich und wuchtig außen auf den Verkleidungen prangen wie damals, als sie eigentlich verbannt werden sollten und dann auf der Innenseiten der Verkleidung neu zu wuchern begannen.

Denn beim extrem böigen 65-km/h-Wind auf Phillip Island wurden die MotoGP-Fahrer im FP4 viel stärker beeinträchtigt als kurz zuvor die flügellosen Moto2-Piloten im Qualifying bei fast identischer Windstärke. «In der Moto2 sind die Rundenzeiten bei gleichem Wind nur um 1 Sekunde langsamer geworden im Vergleich zum Vormittag, bei uns bis zu 3,5 Sekunden», stellte ein MotoGP-Techniker fest, der nicht zur Ducati-Fraktion gehört.

Der FP4 der MotoGP-Klasse wurde in Australien bekanntlich abgebrochen und nicht mehr neu gestartet, nachdem Zarco und Oliveira am Ende der langen Zielgeraden durch einen Windstoß fast kollidiert waren. Der Portugiese auf der Red Bull-KTM wurde quasi bei mehr als 300 km/h von der Piste geblasen und stürzte schwer.
Deshalb wurde über die Winglets in Malöaysia heftrig diskutiert.

Aber nicht in einer Sitzung des Hersteller-Bündnisses MSMA. Denn dieser Verein zeigt Zerfallserscheinungen. Er hat sich jedenfalls seit dem Protest von Honda, Suzuki, KTM und Aprilia gegen den Hinterradflügel von Ducati in Doha beim Saisonauftakt nie mehr zu einem Meeting getroffen. Deshalb wird es dort bei diesem zerstrittenen Haufen auch nicht mehr so schnell zu einstimmigen Beschlüssen kommen. Denn Ducati-Manager Gigi Dall’Igna ist seit dem Katar-Protest eingeschnappt.

Danny Aldridge, der MotoGP Technical Director, befasste sich trotzdem in Sepang bereits mit dem Australien-GP in einem Jahr. «Wir haben die Hersteller gefragt, ob sie für den Phillip-Island-GP 2020 eine Ausnahme befürworten. Wir haben uns bei den MotoGP-Werken erkundigt, ob sie in Australien nächstes Jahr mit normalen Verkleidungen fahren wollen. Momentan ist vorgeschrieben, dass die Fahrer bei den Grand Prix mit einem der beiden für sie homologierten 'Aero Bodys' fahren. Jetzt durften die Hersteller entscheiden, ob sie 2020 für Australien eine herkömmliche Aerodynamik ohne Flügel haben wollen oder nicht.»

Und sie haben sich mehrheitlich dafür ausgeprochen, in Australien 2020 ohne Winglets fahren zu dürfen.

Den MotoGP-Fahrern wird also auf Phillip-Island ab 2020 aus Sicherheitsgründen erlaubt, die «Side Pods» (Winglets) von der Verkleidung zu nehmen. Bedingung dafür ist, dass alle «Side Pods» entfernt werden und das äußere Profil des homologierten Aero-Bodys nicht verändert wird. Der Technische Direktor muss die Änderungen absegnen. Sollten die Bedingungen es erfordern, kann die Rennleitung diese Maßnahme auch bei anderen Event gestatten.

Der Abbau der Flügel ist übrigens mit einigem Aufwand verbunden. Die Teams müssen komplett neue Verkleidungen herstellen. Aldridge: «Denn die Flügel sind nicht aufgeschraubt, sie sind zum Beispiel bei Ducati gemeinsam mit den Verkleidungen geformt und in einem Stück gepresst worden.»

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